Zwei Freunde, die sich erfolgreich dem Motorsport verschreiben

Interview mit DTM-Champion 2017 René Rast beim Autohaus Rostek in Bückeburg, bei dem wir auch seinen Berater und langjährigen Freund Dennis kennenlernten

Zwei Freunde, ein gemeinsamer Motorsport-Weg: (v. li.) Geschäftsführer Dennis Rostek und DTM-Champion René Rast vor dem Autohaus Rostek in Bückeburg – Fotos: onm

Dass René Rast den ersten Platz bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) 2017 belegte, dürfte mittlerweile allen Motorsport-Fans bekannt sein: Er holte sich am 15. Oktober den Champion-Titel auf dem Hockenheim-Ring in Baden-Württemberg. Warum er nicht in Minden beheimatet und den Sieg nicht nur Audi, sondern auch seinem langjährigen Freund Dennis Rostek aus Bückeburg zu verdanken hat, das erfuhren wir in einem Interview am 6. November.

So aufgeregt hat man unsere Redakteurin schon lange nicht mehr gesehen. Nach zahlreichen E-Mails mit Daniel Schuster, Projektleiter DTM bei der Audi-Kommunikationsstelle aus Ingolstadt, bei dem wir uns an dieser Stelle herzlichst für die Vermittlung bedanken, war es soweit: DTM-Champion René Rast war – nach seinem Besuch am 23. Oktober in der Stadt Minden mit seinem Audi RS 5 DTM – am Montag zu Gast in Bückeburg. Und unsere Redakteurin durfte ihn persönlich sprechen.

Dabei wurde der Treffpunkt nicht zufällig ausgewählt. Das Autohaus Rostek, wo das Gespräch stattfand, gehört dem langjährigen Freund und Berater von Rast, Dennis Rostek. Der 44-jährige hat den Autohandel von seinem Vater Jürgen übernommen, der viele Jahre sogar ein eigenes Rennteam besaß. Da ist es nur konsequent, dass das Logo einen Sportwagen umreißt. Und im Haupteingang stößt man direkt auf den Porsche, den René Rast vor seinem Wechsel zu Audi fuhr. Doch nicht nur das:

Die beiden Männer kennen sich schon von Kindheit an und die Leidenschaft zum Motorsport verbindet sie seit jeher. Außerdem konnten sie vor Kurzem Geburtstag feiern: Rast (31 Jahre) am 26. Oktober und Rostek am 4. November. Doch während Rast jetzt erst richtig Fahrt aufnimmt, war Rostek zuletzt 2014 auf dem Nürburgring mit seinem BMW Z4 GT3 unterwegs. Zuvor holte er in 2011 den Klassensieg auf der Nordschleife in der Klasse SP 10, allerdings mit dem BMW M3 GT4 (siehe Speedsport Magazine). Nun führt er nicht nur das Autohaus seines Vaters weiter, sondern ist – neben dem Audi-Team Rosberg – wichtigster Berater („Manager“ hört er nicht so gern) rund um Rasts Motorsportkarriere.

Denn darauf konzentriert sich René Rast praktisch seit seiner frühen Jugend. Das Nachwuchstalent hat übers Kartfahren (1996-2002) in die Formel BMW (2003, 2004) gefunden, sicherte sich auf Anhieb den Titel im VW Polo Cup (2005) und belegte ein Jahr später – mit 19 Jahren – den zweiten Platz im Deutschen SEAT Leon Supercopa, bevor er sich Porsche anschloss und schließlich dem Audi-Team (gesamte Tabelle siehe Motorsport Total), mit dem er den DTM-Sieg gleich im ersten Anlauf nach Hause holte.

Apropos SEAT, das war das Stichwort unserer Redakteurin. Schließlich war sie selbst in den 1990er Jahren bei ADAC-Rallyes in ganz Deutschland dabei, steht immer noch auf sportliche Fahrzeuge und bleibt ihrem mittlerweile 24 Jahre alten Seat Ibiza treu, der sich zwischenzeitlich farblich „etwas“ veränderte, wie viele unserer Leserinnen und Leser wissen. Bevor wir zum Interview übergehen, ziehen wir also den „Knaller des Tages“ einfach mal vor: DTM-Champion René Rast signierte das Auto unserer „rasenden Reporterin“!

DTM-Champion René Rast hatte sichtlich Spaß beim Signieren des knallbunten Seat Youngtimers unserer Redakteurin

„Ist das geil oder ist das geil?!“, kriegt sich unsere Redakteurin nicht mehr ein. „Autogrammkarten kann jeder. Außerdem ist die Stelle, wo der Schwanz des Graffiti-Fisches aufgrund Reparaturarbeiten leider weichen musste, jetzt nicht mehr so kahl. Das ist doch ein cooler Ersatz, oder?!“

Zudem waren Rostek und Rast total begeistert von dem Outfit des Wagens, der von den Graffiti-Künstlern MERO und XT auf der Hack&Lack 2015 in Minden stundenlang von Hand gestaltet wurde (siehe unser Bericht).

So, nach dem kleinen „AusRASTer“ nun zu dem, weshalb unsere Redakteurin eigentlich nach Bückeburg fuhr, zum


Interview mit René Rast:

René Rast zeigte sich im Interview wie vor der Kamera stets lächelnd und ausgeglichen

ON: Erst einmal herzlichen Glückwunsch nachträglich zum Geburtstag, Herr Rast, zum DTM- und zum ADAC-Titel.

Eine Jury aus Journalisten und ADAC-Vertretern wählte ja am 2. November in München René Rast zum „ADAC Motorsportler des Jahres“. „René Rast hat in seiner ersten Saison in der DTM den Titel in der gleichen beeindruckenden Manier gewonnen, wie er bereits im Jahr 2014 den ADAC GT Masters Titel geholt hat“, erklärte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk (siehe ADAC-Pressemeldung). „In einer der konkurrenzfähigsten Rennserien hat er sich durch seine Coolness, enorme Zweikampfstärke und akribische Arbeit durchgesetzt.“ Damit tritt Rast für ein Jahr die Nachfolge von Formel-1-Fahrer Nico Rosberg an.

René Rast: Vielen Dank.

(Auch herzlichen Glückwunsch nachträglich an Herrn Rostek, dessen Geburtsdatum wir erst in der Nachrecherche erfuhren).

ON: Vorab möchte ich mit Ihnen ein paar Daten abgleichen, die ich in diversen Berichten im Internet fand. Als Erstes: Sind Sie in der ostwestfälischen Stadt Minden geboren und aufgewachsen?

René Rast: Nein.

Dennis Rostek: Er wurde im Klinikum Minden geboren.

ON: Das verwirrt mich jetzt.

René Rast: Meine „Home-Story“ liegt in Steyerberg.

ON: Aber Ihr Geburtsdatum 26. Oktober 1986 stimmt?

René Rast: Ja, das ist richtig.

ON: Und Sie leben jetzt in Österreich, sind weder verheiratet noch verlobt, also ledig, und haben einen Sohn?

René Rast: Genau.

ON: Wie alt ist Ihr Sohn?

René Rast: Ein Jahr alt.

Wir fassen zusammen und klären auf: Seine Mutter hat ihn vor 31 Jahren im Klinikum Minden zur Welt gebracht, aufgewachsen ist er aber bei seiner Familie in Steyerberg, ein Flecken im rund 50 Kilometer von Minden entfernten Landkreis Nienburg/Weser, Niedersachsen. Somit sieht er nicht Minden, sondern Steyerberg als seine Heimatstadt an. Mittlerweile lebt er in Österreich.

ON: Prima, das hätten wir geklärt. Nun zu Ihrer Motorsport-Karriere. Warum sind Sie damals von Porsche zu Audi gewechselt?

René Rast: Audi hatte das bessere Angebot.

Dennis Rostek: Hier wurden ihm bessere Zukunftsperspektiven in Aussicht gestellt.

René Rast: Außerdem fühle ich mich hier wohl, habe bessere Kontakte. Das Gesamtpaket stimmt einfach.

Hinzu kommt, dass das Autohaus Rostek überwiegend Audi vertritt, auch Dennis Rostek schon mit Audi’s (2008 und 2010) den Nürburgring unsicher machte, und überhaupt eine unglaublich familiäre Stimmung im Autohaus herrscht. Wir trafen während des Termins auch auf das Töchterchen, deren Patentante und die Frau des Geschäftsführers. Zudem scheint die Marke Audi heutzutage angesagt zu sein, insbesondere bei den jüngeren Fahrern, wie wir schon am „Car-Samstag“ 2016 bei der Mietwerkstatt Minden in Hille-Hartum bemerkten (siehe unser Bericht).

ON: Was bedeutet Ihnen Ihr erster DTM-Champion-Titel?

René Rast: Das war ja mein Ziel, mein größter Traum. Ich bin da ja praktisch reingewachsen, angefangen mit Kartfahren.

ON: Auch ich bin als Kind Kart gefahren, aber deswegen noch lange kein DTM-Meister. Kommt denn die Motorsport-Begeisterung aus Ihrer Familie? Gab es da Rallyefahrer oder Ähnliches?

René Rast: Nein gar nicht. Ich bin der Erste aus meiner Familie.

ON: Jau, einer muss ja anfangen. Schwenken wir über zu Ihrem Auto. Was macht den „Audi RS 5 DTM“, der Sie zum Sieg geführt hat, für Sie persönlich so besonders?

Ganz privat ohne „Rallye-Outfit“: René Rast – ein Mann, dessen Heimat im Landkreis Nienburg zu finden ist

René Rast: Es ist eines der schönsten Autos, die ich je gefahren bin. Die Balance ist sehr angeglichen und es ist einfach zu fahren. Das Auto gibt mir Vertrauen.

ON: Wow. Und was bedeutet Ihnen die Auszeichnung des ADAC zum Motorsportler des Jahres?

René Rast: Das war ein sehr schönes Event. Und ich bin stolz darauf, Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg abzulösen.

ON: Und wie haben Sie den besagten 15. Oktober auf dem Hockenheim-Ring in Baden-Württemberg erlebt?

René Rast: Der Tag begann schlecht. Die Trainingssitzung lief nicht gut, das Auto war falsch eingestellt, ich hatte den Titel schon ad acta gelegt. Schließlich ging es darum, ein Auto aufzustellen, was konkurrenzfähig war. Die erste Runde verlief dann holprig, zwischenzeitlich landete ich sogar auf Platz 5.

ON: Ja, Sie wussten ja bis zur letzten Runde nicht, ob Sie es geschafft hatten oder nicht. Erst in der Auslaufrunde kam der Funkspruch von Audi-Teamchef Arno Zensen, der Sie über den Erfolg informierte laut DTM-Meldung. War es denn Ihr Ziel, DTM-Champion zu werden? Manche würden sich ja schon über den dritten oder vierten Platz freuen.

René Rast und Dennis Rostek: Das war unser oberstes Ziel.

ON: Und Sie haben es geschafft. Stört es Sie eigentlich, wenn man Sie „Rookie“ nennt, Herr Rast?

René Rast: Neuling. Nein, das stört mich nicht.

Da DTM-Projektleiter Schuster schon im Vorhinein erwähnte, dass nur wenig Zeit für das Interview bliebe, und auch Rostek kurz angebunden erschien, wurde das Interview ebenfalls kurz gehalten.

ON: Das war’s auch schon. Vielen Dank für das Gespräch. Nun habe ich noch ein „Attentat“ auf Sie vor, Herr Rast. Dafür müssen wir nach draußen gehen.

An dieser Stelle folgte das Signieren, wie oben beschrieben.

Dieses Interview wurde sinngemäß wiedergegeben, entspricht also nicht genau dem Gesagten. Nachträgliche Änderungen / Ergänzungen können durch die Interviewpartner jederzeit erfolgen.


Ob der Spitzname „Rookie-Rast“ dem DTM-Champion 2017 noch länger anhängt, wird sich zeigen. Wir drücken ihm jedenfalls alle Daumen und großen Zehen, dass er – unter Unterstützung seines Freundes Rostek – noch ordentlich Preise abräumt und seine Motorsport-Karriere solange anhält, bis er freiwillig das Steuer abgibt.

Und …

… ob am Tag oder in der Nacht – die Signatur von René Rast fährt ab sofort auf allen Wegen von OctoberNews mit!

Weitere Informationen über René Rast findet man übrigens auf der Website www.rene-rast.de sowie auf seiner Facebook-Seite.


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