Zons ab sofort unter Denkmalschutz

Ab dem 30. Januar 2014 steht die mittelalterliche Stadt Zons komplett unter Denkmalschutz

Historische Windmühle Zons
Nicht nur diese historische Windmühle in Zons steht jetzt unter Denkmalschutz – Fotos: onm

Jetzt ist es amtlich: Die mittelalterliche Stadt Zons am Rhein steht seit dem 30. Januar 2014 komplett unter Denkmalschutz.

Am 27. Januar 2014 verkündete die Pressestelle der Stadt Dormagen, der die Ortschaft Zons am Niederrhein angehört, dass nach einer Genehmigung durch den Rhein-Kreis Neuss als obere Denkmalbehörde vom 20.12.2013 die vom Stadrat beschlossene Denkmalbereichssatzung vom 18.07.2013 für die sog. „Zollfeste Zons“ mit ihrem mittelalterlichen Erscheinungsbild am 30. Januar 2014 endgültig in Kraft getreten ist. Somit steht nicht mehr nur ein Drittel der historischen Gebäude unter Denkmalschutz, sondern die Stadt Zons in ihrer Gesamtheit mit ca. 200 Gebäuden, Festungsanlage und den umgebenden Freiflächen als geschlossener Bereich gem. § 2 Denkmalschutzgesetz NRW.

Alle Eigentümer der in Zons ansässigen Gebäude werden kurzerhand mittels Merkblätter über die künftigen denkmalschutztechnischen Baumaßnahmen und Fördermöglichkeiten informiert. Die Satzung wird nach Bekanntmachung im Rheinischen Anzeiger bis Ende Februar 2014 im Touristinfo in der Schloßstr. 2-4 in Dormagen öffentlich ausgelegt sowie auf der Webseite der Stadt Dormagen als vierseitige PDF-Datei zur Verfügung gestellt. Alle Bekanntmachungen findet man übersichtlich auf einer Seite der Homepage.

Dormagens Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann begrüßt den bedeutenden Schritt um die Zonser Altstadt nach langen Diskussionen und einer Forderung des Amtes für Denkmalpflege im Rheinland. Zugleich müssten jedoch auch Maßstäbe für die zukünftige Entwicklung des historischen Bestandes gesetzt werden, betont Jürgen Waldeck, städtischer Denkmalschutzbeauftragter. „Zons zählt zu den hochkarätigen städtebaulichen Schmuckstücken im Rheinland“, bewertet das Amt für Denkmalpflege, da die meisten Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen.

„Feste Zons“, wie die Stadt heute genannt wird, wurde erstmals Mitte des 7. Jahrhunderts urkundlich erwähnt im sog. Testament des Bischofs Kunibert von Köln, was in seiner Fassung im späten 11. Jahrhundert überliefert wurde, damals noch unter den Namen „Zuonizo“ bzw. „Zuonice“. Erst in einer Schenkungsurkunde des Bischof Heribert von Köln von 1019 wird „Zons“ als Ortslage des späteren Haus Bürgel mit „Burgula bei Zünce“ beschrieben. Sodann erwuchs im 13. bis 15. Jahrhundert Zons zu einer Art Zollstätte mit Stadtmauer und Graben, die der Kölner Erzbischof Friedrich III. von Saarwerden errichten ließ und zur Verwaltung und Sicherung des Zolls diente.

Der „kurkölnische Rheinzollort Zons“ gilt als eine der besterhaltenen spätmittelalterlichen Stadtanlagen am Niederrhein und gehörte bis 1974 dem Amt Zons zu „Kurköln“ an. 1975 erfolgte die kommunale Neugliederung und Zons wurde offiziell zum Stadtteil der Stadt Dormagen im Rhein-Kreis Neuss mit damals ca. 5.500 Einwohnern erkoren.

Seitdem hat sich nicht wirklich viel verändert, wie ein Besuch im Jahr 2007 (siehe unsere Bildergalerie unten) zeigte. Die unglaublich gut erhaltene basaltverstärkte Stadtmauer, an deren Eckpunkten sich Türme und eine Windmühle in den verschiedensten Bauarten befinden, umgibt die mittelalterliche Stadt mit ihren wunderschönen Fachwerkbauten. Hier wurden Mittelalterfeste veranstaltet, diverse Kunstmärkte und auf der Freilichtbühne Zons regelmäßig Märchenspiele veranstaltet. Kunsthandwerk aller Art lädt zum Schaufensterbummel ein und Cafes zum Entspannen und Genießen der historischen Atmosphäre.

OctoberNews freut sich sehr darüber, dass diese sehenswerte, architektonisch wertvolle Stadt für die Nachwelt erhalten bleibt und noch lange Menschen dort hinziehen wird, die einen Blick in vergangene Zeiten werfen möchten. Wir können nur jeden dazu aufrufen, die Stadt Zons am Rhein zu besuchen – vielleicht wird sie Ihnen noch Jahre später genauso nachhaltig und positiv in Erinnerung bleiben wie uns.


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