Windmühle Eickhorst wird zum FilmSchauPlatz NRW 2019

Open-Air-Kino an Storck's Windmühle in Hille zeigt am 1. August "Astrid" - das Leben der schwedischen Autorin Astrid Lindgren

Auf der Wiese vor Storck’s Windmühle in Hille-Eickhorst wird nach Einbruch der Dunkelheit auf einer mobilen Leinwand der Film „Astrid“ gezeigt – Archivfoto: onm

Bereits zum fünften Mal wird der Mühlenkreis Minden-Lübbecke zum FilmSchauPlatz Nordrhein-Westfalens. Bei Einbruch der Dunkelheit wird am 1. August 2019 der Kinofilm „Astrid“ unter freiem Himmel an der Windmühle Eickhorst in Hille gezeigt. Ab 18 Uhr geht’s los mit Mühlenführungen und einem musikalischen Programm. Der Eintritt für das Open-Air-Kino und Rahmenprogramm ist frei.

„Mühlen sind das Markenzeichen des Kreises Minden-Lübbecke. Ich freue mich sehr, dass wir mit unseren Mühlen einen besonderen Veranstaltungsort für die Kinoabende bieten können“, sagt Landrat Dr. Ralf Niermann, der auch Vorsitzender des Mühlenvereins ist. Er lädt alle Interessierten ein, nach Hille-Eickhorst zu kommen und die romantische Stimmung an Storck’s Windmühle zu genießen.

In einem rustikalen Ambiente bietet die Mühlengruppe Eickhorst an dem Veranstaltungsabend Mühlenführungen, kulinarische Köstlichkeiten aus der Region sowie ein musikalisches Programm an. Die Gäste können aber auch Decken und Picknickkörbe mit Speisen und Getränken mitbringen. Das Areal um die Windmühle bietet reichlich Platz für ein gemütliches Beisammensein.

Open-Air-Kinofilm “Astrid”

Auf der großzügigen Wiese vor der Windmühle wird nach Einbruch der Dunkelheit auf einer mobilen Leinwand der Kinofilm „Astrid“ gezeigt – eine dänisch-schwedisch-deutsche Produktion, die sich kritisch mit dem ehemaligen Leben von Astrid Lindgren auseinandersetzt, der Autorin, die mit ihrer Kinderbuchreihe „Pippi Langstrumpf“ weltberühmt wurde.

In dem Film werde deutlich, wie schwierig das Leben auf dem Land war. Abhängigkeit, religiöse Zwänge und gesellschaftliche Normen bestimmten seinerzeit in Schweden das Leben von vielen Frauen. Auch die berühmte Autorin Astrid Anna Emilia Lindgren (geborene Ericsson, geboren am 14. November 1907 auf dem Hof Näs bei Vimmerby, verstorben am 28. Januar 2002 in Stockholm), hatte wohl kein einfaches Leben. Astrid sei aber eine kluge Frau mit starker Persönlichkeit gewesen, die ihren Weg selbstbestimmt gegangen sei. Weiter heißt es in der Kinofilmbeschreibung:

“Schweden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ist geprägt von strengen gesellschaftlichen Regelwerken, die auf ein männliches Herrschaftsgefühl zugeschnitten sind. Frauen haben in diesen Rollenmustern nur untergeordnete Plätze einzunehmen. Ein Mädchen, das aufmüpfig ist, gar davon träumt, sich die Welt zu machen, wie es ihr gefällt – das kann einfach nicht gut gehen. Die kleine Astrid wagt dennoch in Familie und Schule aufzubegehren, auch wenn es dafür Schläge setzen kann. Als junge Frau geht Astrid erst recht eigene Wege. Sie verliebt sich in ihren viel älteren Chef, der zudem verheiratet und Familienvater ist. Das BioPic über die Jugendjahre Astrid Lindgrens, ausgezeichnet mit dem Prädikat »Besonders wertvoll«.”

Regie: Pernille Fischer Christensen.
Darsteller: Alba August, Maria Bonnevie, Trine Dyrholm, Magnus Krepper.
124 Minuten, freigegeben ab 6 Jahren

Windmühle Eickhorst

Am 14. Dezember 1842 erwarb Karl Heinrich Storck, Müller von Beruf, erstmals Anteile an der ursprünglichen Eickhorster Wind- und Rossmühle, sodann weitere Anteile, bis er im Januar 1847 Alleineigentümer wurde – mit der Absicht, an der Stelle eine neue Mühle zu bauen. So erhielt Storck am 23. Mai 1848 die Konzession für einen Neubau einer massiven Holländer-Windmühle mit fünf Mahlgängen, die 1901 von seinem Sohn und ebenfalls Müller Friedrich Storck übernommen wurde. 1948 ging die Windmühle in den Besitz von Friedrichs Sohn Heinrich Storck über, bis der Müllerssohn 1968 den Mühlenbetrieb abmeldete. Und Heinrichs Sohn Friedrich Storck erlernte das Elektriker-Handwerk. Seit dieser Zeit wurde die Mühle nur noch für den eigenen Bedarf betrieben und war dem Verfall preisgegeben.

Doch dann kam die Rettung. In den Jahren 1978, 1979 und 1980 fanden Restaurierungsmaßnahmen des Rumpfes und eine Sanierung des Mühlengetriebes durch den Mühlenkreis Minden-Lübbecke, die Gemeinde Hille sowie durch eine Vielzahl ehrenamtlicher Helferstunden der Mühlengruppe Eickhorst statt (lt. Beschreibung auf der Website www.windmuehle-eickhorst.de, die “zum Andenken an die Großeltern, für die die Restaurierung der Eickhorster Windmühle eine Herzensangelegenheit war”, von Daniel Finger betrieben wird).

Storck’s Windmühle, wie sie von den Hillern genannt wird, war somit eine der ersten Mühlen im Kreisgebiet, die im Rahmen des sogenannten “Mühlenerhaltungsprogramms” restauriert wurde. 1979 wurde die Windmühle feierlich wiedereröffnet. Nach und nach entstand außerdem ein Areal um die Mühle herum, womit sie zu einem beliebten Treffpunkt im Hiller Land wurde.

Seit über 40 Jahren wird demnach an Storck’s Windmühle in Eickhorst ehrenamtlich gearbeitet. Neben einem funktionstüchtigen Backhaus, in dem bis heute Brot und Platenkuchen gebacken werden kann, sorgt die Mühlengruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Mühlenbauhof Petershagen-Frille dafür, dass sich die Flügel der Mühle nach wie vor im Wind drehen und die alte Technik der Holländermühle erlebbar bleibt.

Veranstaltungsort Open-Air-Kino:

Windmühle Eickhorst
Im Mühlengarten 23 (Navi-Adresse: Am Kirchacker 50), 32479 Hille-Eickhorst (Google Maps)

Informationen zu allen FilmSchauPlätzen NRW’s siehe www.filmschauplaetze.de.

Textquelle: Pressemeldungen Kreis Minden-Lübbecke, www.windmuehle-eickhorst.de, Wikipedia zu Astrid Lindgren, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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