Wenn der Nikolaus Gut Bustedt besucht …

... dann gibt es was zu erleben - ein Rittergut in Hiddenhausen wurde am Nikolaustag 2015 zum gemütlichen Weihnachtsmarkt mit Livemusik und Biotope hinter Glas

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Der Nikolaus und seine Frau waren am 6. Dezember 2015 zu Besuch auf Gut Bustedt – Fotos: onm

Das Gut Bustedt in Hiddenhausen verwandelte sich am Nikolaustag 2015 in einen gemütlichen Weihnachtsmarkt mit stimmungsvoller Livemusik, Handwerkskunst und Biotope hinter Glas.

Zugegeben, etwas Schnee hätte der geselligen Atmosphäre auf dem Rittergut (nahe Herford) noch die passende Idylle beschert und den Schlitten des Nikolauses und seiner Frau wohl besser durch die Nacht gleiten lassen. Aber Improvisation ist bekanntlich alles: Bei herbstlichen Temperaturen von 10 Grad Plus blieb nichts anderes übrig, als ihn von fleißigen Helfern übers trockene Kopfsteinpflaster zu ziehen und zu schieben. Schließlich warteten zahlreiche Kinder darauf, beschenkt zu werden.

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Die fleißigen Helfer mussten schon kräftig am Schlitten ziehen und schieben, um das Nikolaus-Paar sicher über das Kopfsteinpflaster zum Innenhof zu geleiten

Doch bevor man in den Genuss von süßer Schokolade kam, wurde man am vorderen Tor von zwei stilechten Rittergut-Wächtern des Lions-Club Enger/Spenge “abgefangen” und einem zwei Taler Zoll abgenommen. Dafür bekam man am Eingang einen halben Becher gratis Kinderglühwein überreicht. Eine nette Geste, die den Zutritt zum Vorplatz gleich viel angenehmer gestaltete. Dort boten Händler ihre Waren an hübsch verzierten Ständen an.

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Weihnachtsmarkt auf einem Rittergut – romantischer geht’s kaum

Vorplatz deshalb, weil die rund 600 Jahre alte ehemalige Ritterburg zwei Wassergräben umschließt. Ursprünglich 1415 vom “adligen Raufbold” Ritter Heinrich Ledebur erbaut, der im Dienste des Grafen zu Ravensberg stand, wurde es von der Herforder Äbtissin Mathilde vom Waldeck wieder abgerissen und ein Neubau in Auftrag gegeben. Ab 1443 von dem stellvertretenden Landesherrn Johann von Nagel weiter ausgebaut, gelangte Gut Bustedt um 1649 in den Besitz des Rittmeisters Wolf-Ernst Eller, der das Gut zum Wasserschloss umbauen ließ. Bis ein Nachfolger der Familie Eller 1964 schließlich das Gut verkaufte und es in den Besitz des Amtes Herford-Hiddenhausen gelangte.

Seit 1982 beherbergt Gut Bustedt ein Biologiezentrum mit Übernachtungsmöglichkeit. Der gemeinnützige Verein „Biologiezentrum Bustedt Ostwestfalen-Lippe e.V.“ (BZB) wurde 1980 von Dr. Hermann Diekmann und weiteren Biologielehrern, denen die außerschulische Vermittlung praktischer Umweltbildung am Herzen lag, gegründet und bietet insbesondere Schulklassen ein breit gefächertes Angebot an ökologischen und umweltbezogenen Kursen und Veranstaltungen an.

So konnte man auch “Biotope hinter Glas” in verschiedenen Räumen der Burg entdecken. Die Aquarien und Terrarien beherbergen exotische Kleintiere wie Leguane, Guppys und Co. und sind mit beeindruckenden Korallen, Land- und Wasserpflanzen aller Art bestückt.

Im Innenhof wie auch in den Räumen der historischen Ritterburg wurde weihnachtliches Flair geboten. Geschenkartikel, Handwerkskunst (nette Grüße an Holzdrechselkünstler Wiele mit der fehlenden Website), selbstgeschneiderte Mode, Schmuck und allerlei Weihnachtliches begeisterte die zahlreich erschienenen Besucher. Auch stand ein umfangreiches Angebot zur Beköstigung der Gäste bereit, wie Glühwein- und Cappucino-Stände, Reibekuchen und Waffeln. Das Bratwürstchen-und-Pommes-Zelt war besonders beliebt, weil man die Frische einfach schmeckte. Von der Kaffeestube in einem der obersten Stockwerke aus konnte man aufs Wasser blicken und sich mit selbstgebackenen Tortenstücken der Lions-Damen verwöhnen.

Die Liveband “Trio Infernale” heizte zu später Stunde den Gästen auf dem Innenhof musikalisch ein und verabschiedete sich mit einem gänsehautverdächtigen Weihnachtslied sowie besinnlichen Festtagswünschen.

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Freudig überreichte Frau Nikolaus vom Schlitten aus schokoladige Vorweihnachtsgrüße an die Kinder

Doch zwischendurch bimmelte ein zartes Glöckchen. Kinder rannten auf den Weg und warteten gespannt, denn sie wussten genau, wer da kommt. Der Nikolaus mit seiner Frau glitt aus der Dunkelheit auf einem hölzernen Schlitten ins romantische Licht des Ritterguts. Mit glänzenden Augen und fröhlichem Lächeln bescherte Frau Nikolaus mit kleinen Präsenten die Kinderschar. Nur ein kleiner russischer Junge traute dem Mann mit dem weißen Bart wohl nicht so ganz. Von der Mutter vorgeschoben schlich er zögerlich zum Schlitten. Aber alles war gut. Er bekam die Miniaturversion in Schokolade von Frau Nikolaus überreicht.

Alles in allem haben wir uns sehr wohl gefühlt auf diesem Weihnachtsmarkt, da trotz vieler Besucher eine sehr locker familiäre, gemütliche Atmosphäre herrschte, es stimmungsvolle Livemusik und viel zu entdecken gab. Unser Dank gilt allen, die diese schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt haben!

Informationen zum Biologiezentrum und Gut Bustedt findet man auf der Website www.gutbustedt.de.


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