Wenn der Nikolaus die Küste stürmt

Deutschland wartet auf Orkan Xaver einen Tag vor Nikolaus 2013

Foto: Namira McLeod
Erwarten uns wieder Gewitterwolken, wie sie im Juni d. J. zu sehen waren? – Foto: onm

Aktuelle Wettervorhersagen verheißen nichts Gutes, ein sich vor einer Woche in Grönland gebildeter Orkan namens „Xaver“, was frei übersetzt so viel wie „neues Haus“ bedeutet, soll heute, einen Tag vor Nikolaus 2013, mit ca. 150 km/h die Nordseeküste erreichen und für mehrere Sturmfluten sorgen.

Norddeutschland, insbesondere Schleswig-Holstein und Hamburg, rüstet sich bereits mit geschlossenen Schulen und Weihnachtsmärkten, Zusatzkräften der Feuerwehr, Einstellung der Fährbetriebe und eingeschränktem Flugverkehr. Bereits heute Morgen gegen 8 Uhr ist ein leichter arktischer Wind in Minden (NRW) zu verspüren, die Wolkendecke bewegt sich zügig und der Himmel ist rot gefärbt.

Der Winter trifft also ein – wie jedes Jahr, nur vielleicht etwas windiger, als gedacht.

Nikolaus von Myra, der einst in Patara, eine antike Stadt an der Mittelmeerküste Lykiens, der heutigen Türkei, geborene Bischof scheint Deutschland schnellen Gefährts erreichen zu wollen, um uns jede Menge Wasser bringen zu können, bevor er als heutiger St. Nikolaus über Nacht zu seinem morgigen Gedenktag uns mit reichlich Discounter-Schokolade beschenkt. Vielleicht sollte man jetzt schon die Gummistiefel vor die Tür stellen, könnte zweierlei nützlich sein. Schiffsleute haben lt. Überlieferung eh nichts zu befürchten, schließlich gilt der heilige Nikolaus als Schutzpatron und übernimmt die Navigation, wenn Seenot eintritt.

Alte Bauernregeln zum Nikolaustag besagen ja „St. Nikolaus spült die Ufer aus“ und „regnet es an Nikolaus, wird der Winter streng, ein Graus“. Auch für NRW heißt es spätestens heute Nacht: Alles schützen, was zu schützen gilt, denn lt. aktueller Wettervorhersage sei mit Sturmböen bis zu Windstärke 11 (bis zu 102 km/h) zu rechnen, was wohl ab ca. 14 Uhr mit deutlicher Windzunahme zu spüren ist und zwischen 18 und 22 Uhr den Höhepunkt über Nordrhein-Westfalen erreichen soll.

Foto: Namira McLeod
Herumwirbelnde Bäume werden heute sicherlich nicht die Seltenheit sein – Foto: onm

Insgesamt sei im Norden mit Überschwemmungen und dann in der Mitte Deutschlands mit herumwirbelnden Ästen bis zur Entwurzelung von Bäumen zu rechnen, Dachziegel könnten herunterfallen usw., eben alles, was ein Orkan so mit sich bringen kann. Auch mit starken Regenfällen und sogar Schneeschauern wird gerechnet. Daher wird empfohlen, sich vor allem heute Abend und in der Nacht zum morgigen Nikolaustag in NRW im Haus aufzuhalten. Autofahrer sollten ab Nachmittag Brücken vermeiden und auf alles achten, was herabstürzen oder herumfliegen kann.

Ausgerechnet heute Nachmittag muss die Redaktion ihr Auto in die Werkstatt von Minden/Westf. nach Stadthagen fahren. Schaun wir mal – vielleicht bringt OctoberNews Ihnen Sturmbilder mit (obwohl in diesem Fall gern darauf verzichtet werden kann), und wird diese wenn dann sofort nach Aufnahme online stellen, sofern die Internetleitung nicht ausfällt.

In diesem Sinne: Kommen Sie gut durch den Sturm und haben Sie morgen prall gefüllte Nikolausstiefel!


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