Welche Zukunft wollen wir in Minden und Umgebung?

Neu gegründete regionale Projektgruppe "Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ)" lädt am 6. November 2017 in die Stadtbibliothek Minden zum ersten Treffen ein

John Wegener (SPD Bielefeld-Stadtmitte) referierte am 10. Oktober 2017 im Mindener Hansehaus vor rund 30 Interessierten zur Auftaktveranstaltung für die neue regionale Projektgruppe Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) – Foto: Katharina Walckhoff

Minden und Umgebung soll „Gemeinwohl-Region“ werden und die neu gegründete Projektgruppe „Gemeinwohl-Ökonomie“ (GWÖ) zu einem Standort-Plus für lokale Unternehmen bzw. Inhaber-geführte Geschäfte. So die Vorstellung der Mindener Initiatorin Katharina Walckhoff und der Bielefelder Attac-Organisation, die nach ihrer Auftaktveranstaltung nun alle Interessierten am Montag, 6. November 2017 ab 19 Uhr in die Stadtbibliothek Minden einladen.

Die Stadt Minden ist doch schon Fairtrade-Town und TTIP-freie Kommune. Was kann die GWÖ da noch zu einem guten Leben für alle beitragen? Diese und andere Fragen stellten sich knapp 30 Interessierte zur Auftaktveranstaltung am 10. Oktober im Mindener Hansehaus. Unter Schirmherrschaft von Mindens Bürgermeister Michael Jäcke im Rahmen der Mindener Nachhaltigkeitswoche und Ulrieke Schulze, die als zweite Bürgermeisterin ein Grußwort übermittelte, stellten die Teilnehmer (darunter Gertraud Strohm-Katzer, Volkshochschule Minden/Bad Oeynhausen, und Imke Reinhardt-Winteler vom Kirchenkreis Minden als Mitveranstalterinnen) Überlegungen unter anderem darüber an, wie denn genügend regionale Partner gewonnen werden könnten, damit Minden und Umgebung zur Gemeinwohl-Region wird.

Referent John Wegener (geb. 1975, Leitender kaufmännischer Angestellter, Beisitzer SPD-Ortsverein Bielefeld-Stadtmitte) erklärte nach der Auftaktveranstaltung, dass er „bisher noch keine so lebhafte Diskussion mit so vielen für ihn auch neuen Anregungen und Ideen bereits während seines Vortrags erlebt“ habe „wie bei uns in Minden“. Ob eine Stadt oder eine Region l(i)ebenswert sei, entscheide sich seiner Meinung nach auf der ganzen Welt an den gleichen, einfachen Bedingungen:

  • ein gutes Klima – zum Atmen, fürs Miteinander, für Familien, für die Wirtschaft;
  • die Gewissheit, dass es den Kindern und Enkeln genauso gut oder besser gehen wird als uns; und
  • das gute Gefühl zu wissen, dass wir für unseren Wohlstand selber aufkommen können und nicht andere Menschen in anderen Weltgegenden oder in der Zukunft hinter uns herräumen oder unsere Schulden bezahlen müssen.

Diese Ziele zu erreichen, darum gehe es jetzt. Denn das Konzept der „Gemeinwohl-Ökonomie“ habe die Fähigkeit, Menschen aus gesellschaftlichen Bereichen zu begeistern, die nicht so häufig unmittelbar zusammenarbeiten würden: Unternehmen, Verwaltung, Umweltorganisationen, Gewerkschaften, Politiker, Klimaschützer, Menschenrechtler, Gärtner, Computerfachkräfte und viele mehr.

Aufgrund der ersten positiven Resonanz findet unter dem Motto „Welche Zukunft wollen wir?“ nun am 6. November das erste Treffen der regionalen Projektgruppe „Gemeinwohl-Ökonomie und Ethischer Welthandel“ (kurz: GWÖ) statt.

Für Katharina Walckhoff, Initiatorin der Mindener Gruppe, sei GWÖ eine praxisnahe Antwort auf die Frage, „wie wir die Lebensqualität in unserer Stadt steigern und die Jahrhundertaufgabe mit den Weltnachhaltigkeitszielen und dem Pariser Klimaabkommen bewältigen können“.

Lutz Dudek von Attac Bielefeld wird mit seinem Vortrag „Grenzen des Wachstums, 17 Weltziele“ am Montag den Anfang machen. Der Grafik-Designer war vom ersten Tag an auch bei Walckhoffs Geschwistertreffen für besondere Kinder (siehe unser Bericht) dabei.

Der Bestell-Laden „Sonnenblume“ aus Minden-Dankersen wird für herzhafte Naschereien sorgen.

Programm:

Beginn: 19 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr)

Begrüßung: Spielregeln für diesen Abend | Katharina Walckhoff
Vortrag:  „Grenzen des Wachstums, 17 Weltziele – Welche Zukunft wollen wir?“ | Lutz Dudek
Vortrag: „Was kann die Gemeinwohl-Ökonomie dazu beitragen?“ | Katharina Walckhoff
Vorstellungsrunde: „Was führt euch her? Was muss passieren, damit sich der Abend gelohnt hat?“
Arbeitsrunde: „Unsere Stadt – Gemeinwohl-Kommune?! Was haben wir schon? Was brauchen wir? Wer kann was? Wer kennt wen? Wie und womit fangen wir an?“
Plenum: Erste Schritte und Absprachen für weitere Treffen.

Ende: ca. 21.30 Uhr, anschließend geselliger Teil … aufs Gemeinwohl.

Jede/r Interessierte kann spontan vorbeikommen.

Veranstaltungsort:
Stadtbibliothek Minden
Königswall 99, 32423 Minden (Google Maps)

Allgemeines zur GWÖ

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) ist ein von Attac-Österreich-Gründer Christian Felber angestoßenes Open-Source-Projekt, das man auch einfach Qualitätsmanagement-Konzept nennen könnte, mit dem Unternehmen, Kommunen und ganze Regionen – wie das südtiroler Vinschgau oder das lippische Horn-Bad Meinberg – ihr verantwortungsbewusstes Handeln gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Gästen, in der Auswahl ihrer Finanzpartner und gegenüber der Natur, mit einer Gemeinwohl-Bilanz überprüfen und nachweisen.

Alle Informationen findet man auf der Website www.17plus.org.


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