Vollmond am 1. Weihnachtstag 2015 in Minden

Himmelsereignis der besonderen Art: Nach 19 Jahren war wieder Vollmond zu Weihnachten - Weihnachtsvollmond alle 19 Jahre zu beobachten?

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Vollmond am 1. Weihnachtstag 2015 – ein himmlischer Segen, der erst im Jahr 2034 wieder zu beobachten sein wird – Foto/Montage: onm

Hobbyastronomen und Weihnachtsfans mussten lange auf dieses Ereignis warten: Nach 19 Jahren war wieder Vollmond zu Weihnachten. Am ersten Weihnachtsfeiertag 2015 war der Mond in seiner vollen Pracht am Himmel zu sehen. Die Nacht von Freitag auf Samstag war zudem die längste Vollmondnacht dieses Jahres und der Mond stand höher als sonst.

Wer das Himmelsereignis, das dieses Jahr der Wintersonnenwende zu verdanken war, am ersten Weihnachtstag verpasst hat, muss wiederum 19 Jahre auf den nächsten Vollmond zu Weihnachten warten. Erst 2034 soll es den nächsten Vollmond an Weihnachten zu sehen geben laut NASA. Nach Aussage dieser amerikanischen Weltraumbehörde war zuletzt vor 38 Jahren (1977) Vollmond zu Weihnachten. Recherchiert man ein bisschen, stößt man jedoch darauf, dass am Heiligabend 1996 ein astreiner “Weihnachtsvollmond” zu beobachten war, also vor 19 Jahren.

Kann man alle 19 Jahre einen Weihnachtsvollmond sehen?

Naja, so ungefähr zumindest. Nach Ausführungen von scienceblogs.de hätte der griechische Gelehrte Meton einen interessanten Zusammenhang gefunden: 19 Jahre dauern fast so lange wie 235 Mondmonate. Da ein durchschnittliches Jahr 365,25 Tage hat und 19 Jahre gleich 6939,75 Tage, dauere ein durchschnittlicher Mondmonat 29,53 Tage – 235 davon umfassen somit 6939,55 Tage.

Alle etwa 6940 Tage bzw. 19 Jahre wiederhole sich demnach eine bestimmte Konstellation zwischen Sonne, Erde und Mond bzw. finde eine Mondphase in einem Jahr an einem bestimmten Tag statt, dann trete sie 19 Jahre später wieder am gleichen Tag auf. Schalttage, Zeitzonen würden doch die Regel manchmal durcheinanderbringen, sodass man nicht exakt sagen könne, dass alle 19 Jahre an Weihnachten ein Vollmond zu beobachten sei – aber eben so ungefähr.

Sternschnuppen-Bescherung zu Weihnachten

Mit etwas Glück und in Gegenden, die nicht so wolkenbehangen waren und der Mond nicht alles überlichtet hat, konnte man außerdem “Ursiden” am Nachthimmel beobachten. Denn der Sternschnuppen-Schwarm bescherte noch bis zum Morgen des 26. Dezember eine traumhafte Weihnachtszeit.

Unter Ursiden versteht man einen Meteorstrom, der in der letzten Dezemberdekade beobachtbar ist. Der Mutterkörper dieses Meteorstromes ist der Komet 8P/Tuttle. Sein Radiant liegt im Sternbild Ursa Minor beim Stern Kochab. Der Radiant ist somit zirkumpolar (in der Nähe des Himmelpols). Die Ursiden besitzen eine ZHR (Zenithal Hourly Rate, dt.: zenitale stündliche Rate) von ca. 10 Meteoren pro Stunde.

So hatten wir also frühlingshafte Außentemperaturen von rund 15 Grad, einen Vollmond und Sternschnuppen an Weihnachten 2015 – mehr Himmelsbescherung geht echt nicht (mal abgesehen vom manchereins erwünschten Schneeschauer, den unsere Redakteurin nicht so vermisst).

Ach ja, unser Foto ist zwar eine Bildmontage aus zwei Bildern, aber der Weihnachtsbaum wie auch der Vollmond wurden am 24. Dezember 2015 gegen 16:45 Uhr aufgenommen, denn Heiligabend war in Minden der Vollmond zu sehen, am 1. Weihnachtstag von Wolken verdeckt. So passt es einfach besser zusammen. ;o)

Textquelle: Wikipedia, scienceblogs.de, verschiedene Internetseiten


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