Verdacht auf Windpocken in Flüchtlingsunterkunft Minden

45 neue Flüchtlinge in Minden-Häverstädt angekommen - verdächtiger Fall auf Windpocken festgestellt - Gesundheitsamt ist eingeschaltet

Sporthalle Häverstädt Flüchtlinge
In der Sporthalle und in einem Zelt auf dem Gelände der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Realschule in Minden-Häverstädt sind derzeit 303 Flüchtlinge untergebracht

45 neue Flüchtlinge sind vergangenen Freitagabend, 11. September 2015, in der Mindener Notunterkunft in Häverstädt angekommen. 15 Asylsuchende haben am Donnerstag Minden verlassen. Sie wurden von der Bezirksregierung Arnsberg nach Jülich in Wohnungen vermittelt.

„Damit haben wir nun 303 Gäste in der Unterkunft“, berichtet der noch amtierende Bürgermeister Michael Buhre. Sowohl das Großzelt als auch die Sporthalle seien jetzt voll belegt. Angekommen sind Flüchtlinge aus Afghanistan, einige Familien aus Serbien, einige Einzelpersonen aus Bangladesch, Familien aus Syrien und aus dem Kosovo sowie ein Staatsbürger aus Pakistan.

Unterdessen gibt es einen gesicherten und einen verdächtigen Fall von Windpocken in der Unterkunft, wie heute Christian Rehberg, Geschäftsführer der Johanniter Unfallhilfe (JUH) Bad Oeynhausen in der Arbeitsgruppe Flüchtlingsunterbringung, der Stadtverwaltung berichtete. Die JUH ist für die Betreuung der Flüchtlinge in der Notunterkunft verantwortlich.

Das Gesundheitsamt des Kreises Minden-Lübbecke sei umgehend eingeschaltet worden, so Rehberg. Eine betroffene Familie sei aus diesem Grund seit dem Wochenende separat in einer nahen Wohnung untergebracht worden, eine zweite Familie werde derzeit im Johannes Wesling Klinikum Minden untersucht.

Über den Verdacht wurden sowohl die Helfer als auch Gäste informiert. Die Johanniter weisen auf Schildern auf die ansteckende Viruskrankheit hin. Als nächste Maßnahme sollen zunächst alle schwangeren Frauen und Kleinkinder bis ein Jahr ärztlich untersucht werden. Diese gehören zur Risikogruppe.

Es wird derzeit geprüft, ob alle Flüchtlinge geimpft werden sollen und ob diese Kosten vom Land übernommen werden.

Quelle Text und Foto: Pressestelle der Stadt Minden


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