Verbraucherzentrale NRW gibt Spartipps zu Duschkosten

Berater aus Minden und Bad Oeynhausen der Verbraucherzentrale NRW klären über Wasserkosten im Kreis Minden-Lübbecke auf und geben Tipps, wie man sie senkt

Mit dem Sparkopf kann man ausgiebig duschen, ohne ständig auf die Wasseruhr schauen zu müssen – Symbolfoto: 955169/pixabay

„Dreh auf und spar“ – unter diesem Motto klärten vier Experten der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) aus Bad Oeynhausen und Minden am 6. September 2017 in der Mindener Beratungsstelle über Duschkosten im Kreis Minden-Lübbecke auf und gaben Tipps, wie man hier noch sparen kann.

Auf Campingplätzen weiß man genau, was Duschen kostet: Für 20 Cent oder einen anderen Festbetrag fließt eine Minute warmes Wasser, so die Experten der Verbraucherzentrale NRW. Bei welchen Preisen im Kreis Minden-Lübbecke das Warmwasser läuft, das beantworteten die Berater/innen in einem Pressegespräch am vergangenen Mittwoch:

„20 Cent pro Minute zahlen in der heimischen Dusche sicherlich die wenigsten“, meinte Energieberaterin Kerstin Pahnke bei der Vorstellung der neuen Aktion. „Aber 10 Cent kann schon allein der Strom kosten, den der elektrische Durchlauferhitzer verbraucht.“ Pahnke rechnet vor: Für 8 Minuten Duschen wären das 80 Cent, bei täglicher Dusche mehr als 290 Euro im Jahr.

Bei den Wasser- und Abwasserpreisen in Minden mit Stand 2016 kämen dann insgesamt jährlich rund 415 Euro fürs Duschen zusammen – pro Person. Wer selber einmal nachrechnen möchte, kann das mit dem „Duschrechner“ auf der Webseite www.verbraucherzentrale.nrw/duschrechner tun.

Wir geben testweise die Postleitzahl 32429 Minden ein, klicken auf „Erweiterte Berechnung mit eigenen Entgeltangaben“, wo uns folgende Daten angezeigt werden:

  • Trinkwasserentgelt: 1,48 €/m³
  • Abwasserentgelt: 2,75 €/m³

In der Spalte Strom (für Warmwasserbereitung) ändern wir den vorgegebenen Betrag von 0,29 €/kWh auf 0,2442 €/kWh (brutto Ökostrom), lassen die Einstellung bei einer Person im Haushalt und 7 Duschvorgängen pro Woche. Die Art der Wassererwärmung erfolgt durch Strom/hydraulischer Durchlauferhitzer. Die Schieberegler lassen wir in Standard-Stellung: Wassertemperatur 38°C, Schüttmenge pro Minute: 10 Liter, Duschdauer: 8 Minuten.

Mit diesen Einstellungen errechnet der Duschrechner Kosten für Wasser und Warmwasser in Höhe von 123,52 Euro zuzüglich Energie 279,04 Euro, somit Gesamtkosten von 402,56 Euro jährlich pro Person. Mit einem elektrischen Durchlauferhitzer, den Pahnke als Beispiel nannte, kommt man sogar auf 407,06 Euro jährlich. Die von Pahnke genannten rund 415 Euro jährlich treffen also tatsächlich zu (lt. Duschrechner).

„Dreh auf und spar“ steht auf den Eimern – das neue Motto der Verbraucherzentrale, für das diese vier Berater/innen stehen: (v. li.) Andreas Witt (Klimaschutzmanager der Stadt Bad Oeynhausen), Kerstin Pahnke (Energieberaterin Minden), Ulla Thielemann (Leiterin Verbraucherzentrale Minden) und Diana Berg (Klimaschutzmanagerin der Stadt Minden) – Foto: VZ Minden

„Jetzt könnte man natürlich sagen: Dusch‘ seltener, kürzer und kälter, dann sparst du“, sagte die Mindener Klimaschutzmanagerin Diana Berg. Das sei ihrer Meinung auch gar nicht falsch – die Uhr zumindest im Blick zu behalten, empfehle auch die Verbraucherzentrale. „Aber mit einem Sparduschkopf und den richtigen Einstellungen kann ich oft genauso gut und viel bequemer sparen – und in Kombination sogar doppelt.“

Durch einen Sparduschkopf fließen maximal 9 Liter Wasser pro Minute statt der üblichen bis zu 12 Liter. Regenduschen haben sogar Schüttmengen von bis zu 20 Litern. „Das macht natürlich einen Riesenunterschied – halbe Schüttmenge bedeutet oft auch halbe Kosten“, erklärte Andreas Witt, Klimaschutzmanager der Stadt Bad Oeynhausen. Das Duschen bleibe mit Sparduschkopf trotzdem angenehm, weil der Wasserstrahl mit Luft aufgefüllt werde.

Wie aber findet man ein gutes Sparduschkopf-Modell? „Auf Kennzeichnungen wie ‚sparsam‘ oder ‚öko‘ ist kein Verlass“, betonte Pahnke. Nur die Angabe der Liter pro Minute sei wirklich hilfreich. „Die Schüttmenge ist allerdings leider längst nicht immer angegeben“, berichtete sie. Die Suche nach Modellen mit Kennzeichnung lohne sich aber für alle, die zuverlässig sparen wollten.

Entscheidend sei die Schüttmenge auch bei bestimmten, oft älteren Durchlauferhitzern. „Diese hydraulisch gesteuerten Geräte funktionieren meist nicht, wenn weniger als acht Liter pro Minute fließen“, erklärte die Expertin weiter. Wenn möglich, empfiehlt sie deshalb den Umstieg auf elektronische Erhitzer. Diese hätten kein Problem mit kleineren Schüttmengen. Weiterer Vorteil: Man könne die gewünschte Duschtemperatur am Gerät genau voreinstellen. „Dann wird Wasser nicht mehr heißer gemacht, als nötig – auch das spart Energie“, so die Energieberaterin.

ON: Okay, wir haben im obigen Beispiel sogar rund 5 Euro Mehrkosten gegenüber einem hydraulischen Durchlauferhitzer (älteres Modell) errechnet mit dem Duschrechner der Verbraucherzentrale. Aber das macht den Kohl auch nicht fett – eher die stetig steigenden Strompreise. So schnell kommt man gar nicht hinterher mit dem Sparen, wie die Energiekosten steigen. Davon abgesehen ist in dem oben genannten Gesamtbetrag noch nicht der Verbrauch von Warmwasser fürs Geschirrspülen, Händewaschen, Baden usw. mit einberechnet (siehe dazu auch unser Bericht von 2015, der schon über 33.000 Leser erreicht hat und bundesweit diskutiert wird).

Aber weitere Tipps und Anleitungen zum Ermitteln des Verbrauchs sowie zum Sparen beim Warmwasser wie auch bei Zentralheizungen findet man unter www.verbraucherzentrale.nrw/warmwasser. Individuelle Empfehlungen gibt die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW bei Terminen vor Ort in der Beratungsstelle Minden (nächste Termine: 19. September 2017, 10 bis 13 Uhr, und 10. Oktober 2017, 14:30 bis 18:00 Uhr), zu denen man sich anmelden kann unter der Telefonnummer 0571 / 38 63 79 01 oder online über www.verbraucherzentrale.nrw/minden.

Textquelle: Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW, Ergänzung: OctoberNews


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