Verbraucherzentrale Minden bietet wieder unabhängige Versicherungsberatung an

Sebastian Domke ergänzt das Team der Mindener Verbraucherzentrale und steht ab sofort für Versicherungsfragen von Verbrauchern zur Verfügung

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Ab sofort steht Sebastian Domke der Abteilung Finanzen der Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Minden, unter Leitung von Ursula Thielemann, bei allen Fragen von Verbrauchern rund um private Versicherungen hilfreich zur Seite – Foto: onm

Nach langjähriger Pause bietet die Verbraucherzentrale in Minden seit Mitte März 2015 wieder eine unabhängige Versicherungsberatung für Verbraucher an. Versicherungsexperte Sebastian Domke hilft, den eigenen Versicherungsschutz, und damit auch die Haushaltskasse, zu optimieren.

Bisher mussten Mindener Verbraucher in Versicherungsfragen aufgrund vieler Termine und einer ausgeschiedenen Mitarbeiterin seit Anfang 2010 nach Bielefeld verwiesen werden. Eine damalige Versicherungsberaterin aus Dortmund musste aus gesundheitlichen Gründen aufhören.

Ab sofort steht die Beratungsleistung rund um private Versicherungen wieder direkt in Minden zur Verfügung. Nach langer Suche erklärt sich Versicherungsberater Sebastian Domke aus Vlotho dazu bereit, die Herausforderung anzunehmen. Als unabhängiger Berater wird er sich dem breiten Spektrum an Fragen Mindener Verbraucher stellen. Ob private Haftpflicht, Hausrat, Wohngebäude, Rente, Pflege, Rechtsschutz, Berufsunfähigkeit oder Kranken- und Pflegeversicherung – der Experte berät hinsichtlich des persönlichen Versicherungsbedarfs.

„Es kommt jeden Tag vor, dass Verbraucher in Engpässe geraten, weil sie beispielsweise gerade ihren Ehepartner verloren haben, ein Familienmitglied krank wurde oder ihre Arbeit verloren haben. Dann besteht vielleicht der Wunsch, eine Versicherung aufzukündigen, ändern oder auszahlen zu lassen oder einfach einen geschulten Blick auf die vorhandenen Versicherungsunterlagen werfen zu lassen“, referiert Ursula Thielemann, Leiterin der Beratungsstelle Minden. „Zum Beispiel, ob die private Versicherung noch sinnvoll ist, welchen Schutz sie bietet, was sie kosten darf, worauf man bei der Kündigung achten sollte, ob vielleicht eine andere Versicherung notwendig wird.“

Domke selbst hat jahrelang als Versicherungsmakler gearbeitet, bis ihm klar wurde, dass beim Verkauf von Versicherungsverträgen die ausführliche, ehrliche Beratung der Kunden auf der Strecke bleibt. Der 29-jährige weiß, dass es schwierig ist, korrekt zu beraten, wenn man selbst die Vermittlungsprovision bei Abschluss eines Vertrages im Hinterkopf behalten muss. So leitet der „Versicherungsberater“ seit 2012 eine eigene Wirtschaftskanzlei in Vlotho.

„Im Gegensatz zu Versicherungsmaklern ist es einem Versicherungsberater rechtlich untersagt, Provisionen oder ähnliche Zuwendungen von Versicherern anzunehmen“, betont Domke. „Der Versicherungsberater lässt sich dabei ausschließlich sein Know-how und seinen Zeitaufwand für die Dienstleistungserbringung vom Auftraggeber bezahlen.“ Bei Herrn Domke handelt es sich daher um einen sogenannten „Honorarberater„.

Bei seiner Versicherungsberatung geht es sowohl um allgemeine Fragen als auch um spezielle Anliegen. Das heißt, Verbraucher erhalten bei einer allgemeinen Beratung eine Analyse, die ihnen aufzeigt, welche Risiken vorhanden sind und welche Möglichkeiten grundsätzlich für sie infrage kommen. Eine spezielle Beratung bezieht sich auf ein oder mehrere vom Verbraucher gewählte Themen.

„Gerade bei Berufsunfähigkeitsversicherungen sind viele Verbraucher ‚untergedeckt'“, erklärt Ursula Thielemann. Nach einer aktuellen Statistik der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (Stand: 03.02.2015) sind 55 Prozent der Verbraucher in NRW nicht ausreichend abgesichert, wenn es zum Ernstfall kommt. „Die Ergebnisse der Auswertung sind dramatisch.“

Die nachfolgende Grafik zeigt, dass von insgesamt 654 Fällen 369 Verbraucher einen Berufsunfähigkeitsschutz ohne Risikoausschlüsse oder Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen erhalten könnten. 29,5 Prozent müssten, etwa aufgrund von Vorerkrankungen, einen Risikoausschluss oder -zuschlag hinnehmen. Knapp 10 Prozent ist der Abschluss gar völlig verwehrt aufgrund von Vorerkrankungen, Ausübung eines Risikoberufs oder Ähnlichem.

Statistik VZ NRW
„Meist stellt sich erst bei Eintreten eines Versicherungsfalls heraus, dass man jahrelang praktisch umsonst in die Berufsunfähigkeitsversicherung gezahlt hat, da bei Abschluss des Vertrages etwaige Vorerkrankungen nicht erfasst wurden oder sich entsprechende Klauseln im Vertrag befinden, die bestimmte Berufsrisiken ausschließen“
, ergänzt Domke.

Und was viele Verbraucher nicht wissen: Die ausbezahlte Berufsunfähigkeitspolice wird mit der Grundsicherung und der gesetzlichen Rentenversicherung verrechnet, klärt Domke weiter auf.

Hier kann ein rechtzeitiger Gang zur Verbraucherzentrale Minden helfen.

Die Beratung von Sebastian Domke ist zwar nicht kostenfrei, aber sicher gut investiertes Geld. Ein persönliches Beratungsgespräch kostet 40 Euro für 30 Minuten, bei höherem Zeitbedarf entsprechend mehr. Herr Domke wird voraussichtlich alle 14 Tage am Donnerstag für Versicherungsfragen zur Verfügung stehen. Allerdings sollte man sich beeilen, denn seit letzter Woche ist der Terminkalender schon voll bis April.

Zuguterletzt macht Versicherungsberater Domke darauf aufmerksam, dass man sich auf den Termin sehr gut vorbereiten sollte. Er empfiehlt, ein paar Fragen aufzuschreiben und diese zusammen mit den „gut sortierten“ Versicherungsunterlagen mitzubringen. Je besser man sich auf den Beratungstermin vorbereitet, umso präziser kann auf die entsprechenden Fragen in kurzer Zeit geantwortet werden. Auf jeden Fall freut er sich auf spannende Stunden mit interessanten Mindenern.

Terminvereinbarungen sind unter folgenden Kontaktdaten möglich:
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Beratungsstelle Minden
Portastr. 9 (im großen Schinkelbau)
32423 Minden (Google Maps)
Tel.: 0571 / 38 63 79 01
Fax: 0571 / 38 63 79 15
E-Mail: minden@vz-nrw.de
www.vz-nrw.de/Minden


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