Valentinsmühle Todtenhausen erhält erstmals neue Dachschindeln

Nach fast 30 Jahren wird die Haube der Windmühle in Minden wegen Undichtigkeiten neu eingedeckt - originalgetreu mit Eichenschindeln

Ein Baugerüst rangt derzeit um “Valentins Mühle” in Minden-Todtenhausen, weil der Windmühlenkopf saniert werden muss – Fotos: onm

Lang ist’s her, dass “Valentins Mühle” überhaupt einen Mühlenkopf erhielt. 28 Jahre später zeigen sich Undichtigkeiten an der Todtenhauser Windmühle in Minden. Nun wird das Dach saniert und mit originalgetreuen Eichenschindeln neu eingedeckt.

Seit Wilhelm Müller 1987/88 die Mühlengruppe Todtenhausen ins Leben rief und die Windmühle an den Mühlenbauhof Petershagen-Frille vermietet wurde, der sich seit der “Wende” (1989, Mauerfall) um die denkmalgerechte Unterhaltung und Instandsetzung der Mühlen im Kreis Minden-Lübbecke kümmert, sorgen viele fleißige Hände dafür, dass “Valentins Mühle” erhalten bleibt. Eigentümer und Mühlengruppensprecher Hans Schwier weiß, dass damit eine Menge Arbeit verbunden ist. Unsere Redakteurin während ihrer Fotoaufnahmen am 26. Juli wiedererkannt nach dem Besuch zur feierlichen Mühlenbeleuchtung 2018 (siehe unser Bericht), erklärte er:

Was verbrannt aussieht, sind 28 Jahre alte Eichenschindeln, die witterungsbedingt vermoderten

“Vor etwa zwei Wochen fand eine Besichtigung durch den Mühlenbauhof statt, weil das Dach undicht war. Und dann ging es auch schon los. Das Baugerüst wurde aufgestellt und die Männer machten sich an die Arbeit, selbst gestern bei der Hitze.” Während des Gesprächs rutschten scheinbar ein paar Kleinteile der witterungsbedingt vermoderten Schindeln auf der Rückseite der Windmühle von der Haube. Schwier wunderte sich nicht: “Seit 1991 sitzen die drauf und sind mittlerweile brüchig. Daher werden alle Schindeln erneuert. Wieder durch echte Eichenschindeln.”

Eichenschindeln in traditioneller Machart sind mit das Hochwertigste, was man an Holzschindeln (Dachziegel aus Holz) erhalten kann auf dem Markt, können wir der Webseite des Holzschindelwerks Weiss entnehmen. Durch ihre Härte und Inhaltsstoffe (Gerbsäure) seien sie sehr robust und widerstandsfähig. In Norddeutschland würden diese Schindeln seit Jahrhunderten vor allem bei Kirchturm-Dächern verwendet. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese erst rund 30 Jahre nach dem Aufsetzen des ersten Mühlenkopfs ersetzt werden müssen.

Kurzum: Die Haube des Mühlenkopfes, der sich zusammen mit den Flügeln und der Windrose je nach Windrichtung selbstständig dreht, wird im Zuge der Sanierungsarbeiten mit Hunderten neuer Eichenschindeln eingedeckt. Eine notwendige Arbeit, die bei Temperaturen um die 40 Grad und angekündigten Gewittern zum Wochenende sicher eine enorme Herausforderung für die Handwerker darstellt.

Zuguterletzt noch ein paar mehr Bildchen, auch von der Lage der Windmühle an der Weser:

++ UPDATE ++

Die Arbeiten sind abgeschlossen an der Valentinsmühle Todtenhausen. Die Windmühle erstrahlt wieder in neuem Glanz, wie wir am 25. August 2019 von der Weser aus erkennen konnten.


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