Tucholsky-Bühne Minden sucht Theater-Schauspieler für Uraufführung

Zwei Männer zwischen 20 und 30 Jahre sowie 50 und 60 Jahre gesucht für Amateur-Theater, die an der Premiere des Theaterstücks "Zaun an Zaun" mitwirken wollen

Theaterregisseur Eduard Schynol sucht Amateur-Schauspieler, die sich mit ihm auf Reisen durch die Theaterwelt der Tucholsky-Bühne in Minden begeben – Fotos: onm

Wer Lust und Mumm hat, zusammen mit der Amateur-Schauspielertruppe der Tucholsky-Bühne in Minden an der Uraufführung eines aufzuführenden Theaterstücks zu arbeiten, sollte sich jetzt melden. Gesucht werden zwei Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahre sowie 50 und 60 Jahre, die Vater und Sohn spielen wollen – mit Spaß an der Sache und professioneller Unterstützung.

„Geld gibt’s dafür nicht. Das alles ist ein Hobby mit reinem Amateurgedanken“, nimmt Eduard Schynol, Vorsitzender und Theater-Regisseur der Tucholsky-Bühne e.V., gleich den Wind aus den Segeln. „Dafür kostet es nichts und man kann jede Menge Bühnenerfahrung sammeln.“ Außerdem stehen professionelle Schauspieltrainer und Sprecherzieher zur Seite, erklärt er. Daher brauchen die Bewerber auch keinerlei Vorerfahrung mitzubringen.

Schließlich hat die Tucholsky-Bühne, die im Fort A mit ihrer historischen Kulisse Zuhause ist, schon über 10 Jahre „auf dem Buckel“. Zwei männliche Theater-Amateure werden deshalb gesucht, weil genügend weibliche Schauspieler dabei und seit unserem letzten Aufruf im Juli (siehe unser Bericht mit Geschichte des Theaters) schon vier neue Leute dazugekommen sind.

Geplant ist, den erfolgreichen deutschen Fernsehfilm „Zaun an Zaun“ erstmals als Theaterstück im Sommer 2019 aufzuführen. Es gilt also, die Rolle des türkisch-stämmigen Kenan Ataman (50-60 Jahre alt) und die seines Sohnes Can Ataman (20-30 Jahre alt) zu besetzen. „Die gesuchten Männer brauchen natürlich keine Türken sein“, erklärt Schynol.

Für „Zaun an Zaun“-Uraufführung alle Hebel in Bewegung gesetzt

Um die Nachbarschaftskomödie „Zaun an Zaun“ (2017) von der TV-Leinwand auf die Mindener Theaterbühne bringen zu können, hat sich Theater-Chef Schynol mächtig ins Zeug gelegt. Aus der Begeisterung heraus „Das wäre ein Stück für uns“ recherchierte er nach den beiden Autoren, kontaktierte sie, legte eine eigene Text-Fassung vor und holte sich damit die Genehmigung für die „erste echte Uraufführung“ an der Tucholsky-Bühne in Minden.

Mit „Zaun an Zaun“ startet Eduard Schynol den Versuch, einen erfolgreichen TV-Film ans Theater zu bringen

Im Gegensatz zu „Unser bestes Stück“, das nach Schynols Erläuterung nicht so gut funktioniert habe (der Bus ist ein Requisit aus dem Theaterstück), dürfte „Zaun an Zaun“ ein echter Knaller werden – schon allein wegen der Charaktere. So geht es doch um eine chaotische flippige deutsche Romanautorin, die in München Tag für Tag auf einen ordnungsliebenden türkischen Bauleiter trifft. Mit diesem „Spießer“ von nebenan kann die Lebenskünstlerin herzlich wenig anfangen. Wenn da nicht diese eine Sache wäre, die sie beide verbindet: Lissi Weidinger ist die Vermieterin von Kenan Atamans Doppelhaushälfte. Ihre Zahlungsprobleme und Kenans Kinder schweißen die beiden letztlich zusammen.

Der TV-Film, der aufgrund seiner realistisch anmutenden Ungleichheiten, der umgekehrten Klischees und Verkupplungsversuche sowie nicht zuletzt seiner Besetzung mit Adnan Maral und Esther Schweins in den Hauptrollen, für überwiegend positiven Gesprächsstoff sorgte, dürfte – sofern er denn so umgesetzt wird – auch im ostwestfälischen Minden und Umgebung überzeugen und zum Nachdenken anregen.

Weitere Informationen zum Film „Zaun an Zaun“ findet man beispielsweise in der Pressemeldung vom 19.10.2016. (Unsere Redakteurin hat den TV-Film letztes Jahr gesehen, war schwer begeistert und verbucht ihn unter „lustig chaotisch anspruchsvoll – unbedingt zu empfehlen“).

Apropos anspruchsvoll:

Voraussetzungen für die zu besetzenden Männerrollen

Neben dem genannten Lebensalter und dass die männlichen Bewerber keinerlei Theatererfahrung mitbringen brauchen, nennt Schynol doch noch ein paar Voraussetzungen: Probendisziplin, in die Truppe einfügen können (Ehrenamtliche zwischen 20 und 70 Jahren) und Spaß haben.

Die Proben beginnen im Februar nächsten Jahres, nachdem alles Organisatorische erledigt ist.

Bewerben kann man sich entweder per E-Mail oder telefonisch. Alle Kontaktdaten findet man auf der Webseite der Tucholsky-Bühne. Mit jedem, der eingeladen wird, führt der Theaterregisseur ein persönliches Gespräch.

Auch Veranstaltungstechniker gesucht

Wer Erfahrung als Bühnen- bzw. Veranstaltungstechniker (w/m) braucht, der kann bei der Mindener Tucholsky-Bühne „richtig was lernen“, klärt Schynol auf. Von der Konzeptionsüberlegung über den Aufbau bis zur Wartung. Fachleute stehen auch hier zur Seite.

„Gerrit Bökelheide beispielsweise hat bei uns angefangen und ist jetzt ‚Chef‘ auf der Aida“, erzählt Schynol stolz. Gemeint ist damit, dass der gebürtige Mindener von 2014 bis 2016 für das Kreuzfahrtschiffunternehmen AIDA als Veranstaltungstechniker tätig sein durfte und nun als Selbstständige Fachkraft für Veranstaltungstechnik sein eigener Chef ist (siehe Facebook-Profil).

„Veranstaltungstechnikerinnen und -techniker werden immer gesucht“, betont Schynol und freut sich auch in diesem Punkt auf zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber, die das Theater-Team tatkräftig ehrenamtlich unterstützen wollen.

Erfolgreiche Saison – Konzert von Ralph Maten

„Zum ersten Mal seit 22 Jahren musste ich eine Aufführung von ‚Unser bestes Stück‘ aus Gesundheitsgründen absagen. Aber der Mitternachtsmarkt war der beste, den wir je hatten. Und das Fort-Abenteuer für Kinder war ebenfalls ein Erfolg. Beim letzten Muckertreffen (siehe unser Bericht) hat mich der Musiker Ralph Maten beeindruckt. Er kommt am 13. Januar ins TaC-Theater am Campus Minden (s. Facebook-Event). Den Misserfolg von ‚Unser bestes Stück‘ konnten wir durch mehr als 5000 Zuschauer bei den anderen Veranstaltungen kompensieren. Insgesamt haben wir also eine erfolgreiche Saison hingelegt“, freut sich Schynol.

So, jetzt aber ran, liebe angehenden Theater-Schauspieler und Veranstaltungstechniker, und bewerben. Frei nach William Shakespeare lockt Schynol mit dem Schlusssatz: „Dabei sein oder nicht dabei sein, das ist hier die Frage.“

++ UPDATE ++

Am 9. Oktober 2018 teilt Eduard Schynol mit: „Vielen Dank für Ihren tollen Bericht. … wir werden mit 6 neuen Schauspielern in die Sommersaison 2019 gehen und das ist sehr gut. …“


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