Tipps zu Verträgen mit Fitnessstudios

Verbraucherzentrale NRW in Minden klärt auf, worauf bei Abschluss und Kündigung von Fitnessstudio-Verträgen zu achten ist - Kündigungsvorlage der ON-Redaktion inklusive

Wer spätestens nach den Feiertagen seine Figur in einem Fitnessstudio wieder in Form bringen möchte, sollte auch die Vertragsklauseln beachten – Symbolfoto: Alterfine/pixabay CC0

Gute Vorsätze im Neuen Jahr müssen nicht teuer sein, wenn man die Klauseln im Auge behält. Die Beratungsstelle in Minden der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) zeigt auf, dass man bei Abschluss von Fitnessstudio-Verträgen nicht nur auf den Monatsbeitrag achten sollte.

Mit Blick in den Spiegel wollen viele nach den Feiertagen ihre körperstraffenden Vorsätze fürs neue Jahr gleich im Fitnesscenter aktiv umsetzen: An und auf den Geräten werden schlaffe Muskeln gestärkt, die Kondition trainiert und die Figur in Form gebracht – zu teilweise stolzen Monatsbeiträgen. Viele Studiobetreiber versuchen außerdem, Fitness-Fans durch lange Mindestlaufzeiten, ungünstige Kündigungsfristen oder automatische Vertragsverlängerungen dauerhaft an sich zu binden.

Vertragliche Vereinbarungen über die sportliche Betätigung haben jedoch vielfach rechtlich keinen Bestand, wissen die Experten der Mindener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW und machen darauf aufmerksam: „Nicht alle Klauseln können mithalten.“

So versuchen Betreiber etwa oft, ihre Schadenshaftung auszuschließen, wenn Wertgegenstände wegkommen oder ein Unfall an den Geräten passiert. Ein Studio muss zwar nicht für alle Schäden des Kunden aufkommen. „Es darf aber auch nicht die Verantwortung komplett von sich weisen. So muss das Fitnesscenter für eigene Fahrlässigkeit geradestehen, falls zum Beispiel die Trainingsgeräte nicht richtig gewartet werden und sich deshalb jemand verletzt.“

Damit sich Freizeitsportler im Dickicht undurchsichtiger Vertragsklauseln zurechtfinden, helfen folgende Tipps der Verbraucherzentrale bei der Suche nach fairen Fitness-Konditionen:

Sorgfältiger Check vor Unterschrift

Wer Mitglied in einem Fitnessstudio werden will, sollte vorher Erreichbarkeit, Öffnungszeiten und Mitgliedsbeiträge checken. Viele Studios bieten zum Kennenlernen ein kostenloses Probetraining an. Bevor Hobbysportler einen Vertrag unterschreiben, sollten sie den Text und vor allem das Kleingedruckte gründlich prüfen – am besten in aller Ruhe zu Hause. Unklares sollte dann mit den Studiobetreibern noch abgeklärt werden. Oftmals sind diese offen für Wünsche, etwa bei der Frage nach besonderen Rabatten zum Beispiel für Studenten, Senioren oder für Mitglieder bestimmter Krankenkassen.

Vertragslaufzeit

Die meisten Fitnesscenter-Verträge werden für eine feste Dauer abgeschlossen. Eine Erstlaufzeit von 24 Monaten ist hierbei zulässig. Die längere Treue wird oft mit einem niedrigeren Monatsbeitrag belohnt. Wer jedoch flexibel bleiben möchte, sollte sich nicht zu lange binden. Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, verlängert er sich meist automatisch um einen bestimmten Zeitraum. Eine automatische Vertragsverlängerung um mehr als ein Jahr ist jedoch nicht zulässig.

Kündigung

Freizeitsportler müssen ihre Zahlungsverpflichtung meist bis zum Ende ihrer Vertragslaufzeit durchhalten – egal ob sie trainieren oder pausieren. Eine frühere Kündigung ist häufig nur bei unwirksamer Laufzeit oder einem wichtigen Grund möglich.

Wer zum Beispiel nach Vertragsschluss ernstlich und dauerhaft erkrankt, kann den Vertrag – mit ärztlichem Attest – außerordentlich beenden. Der Arzt braucht hierzu nur die Sportunfähigkeit ohne Angabe der Erkrankung zu bescheinigen. Kunden sollten in einem solchen Fall innerhalb von zwei Wochen kündigen – entscheidend ist bei diesem Schritt das Eingangsdatum beim Studio.

Sinnvoll ist eine Kündigung per Einschreiben mit Rückschein* oder man lässt sich den Empfang direkt vom Studio auf dem Schreiben bestätigen.

Bei einem Umzug wird es schon schwieriger. Der Bundesgerichtshof hat im Jahr 2016 entschieden, dass ein Wohnortwechsel grundsätzlich kein wichtiger Grund ist, der zu einer außerordentlichen Kündigung berechtigt. Kunden sollten allerdings auch in diesem Fall mit den Studiobetreibern sprechen und versuchen, eine Lösung zu finden.

*Tipp der ON-Redaktion: Statt teurem Einschreiben gibt es auch die Möglichkeit, per „E-Mail vorab“ oder „Fax vorab“ zu kündigen. Das Originalschreiben übersendet man dann mit einfachem Briefporto hinterher oder schmeißt es in den Hausbriefkasten des Fitnesscenters. Gern stellen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, kostenlos eine unverbindliche Vorlage eines Kündigungsschreibens an ein Fitnessstudio (es öffnet sich eine PDF-Datei) zur Verfügung.

Getränkeklausel

Freizeitsportlern darf nicht verboten werden, zum Training eigene Getränke mitzubringen. Anderes gilt nur, wenn das Fitnessstudio Getränke zu moderaten und handelsüblichen Preisen anbietet oder aus Sicherheitsgründen die Mitnahme von Glasflaschen verbietet.

Rat und Hilfe

Weitere Ratschläge und Hilfe rund um Verträge mit Fitnessstudios bietet die Verbraucherzentrale NRW in ihrer Beratungsstelle in der Portastraße 9 in Minden an, auch telefonisch unter 0571 / 38 63 79 01. Alle Beratungsstellen in NRW findet man auf der Webseite www.verbraucherzentrale.nrw/beratungsstellen.

Quelle: Pressemeldung Verbraucherzentrale NRW Beratungsstelle Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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