Supergau! Bundesweiter EDV-Ausfall der Bundesagentur für Arbeit und aller Jobcenter

Seit Mitternacht geht nichts mehr bei den Arbeitsämtern und Jobcentern in Deutschland - vermutlich hat Allegro-Software-Update die gesamte IT lahmgelegt

In Nürnberg und ganz Deutschland geht nichts mehr bei den Arbeitsämtern und Jobcentern - Foto: Bundesagentur für Arbeit

In Nürnberg und ganz Deutschland geht nichts mehr bei den Arbeitsämtern und Jobcentern – Foto: Bundesagentur für Arbeit

Ein totaler Computerausfall sorgt bei der Bundesagentur für Arbeit und allen bundesweiten Jobcentern aktuell für Aufruhr in den Medien. Seit Mitternacht (Nacht vom 19. auf den 20. April 2015) geht nichts mehr. E-Mails und Stellenangebote können nicht bearbeitet werden, Leistungen können nicht berechnet werden, Termine nicht vereinbart werden. Notizen werden wie in alten Zeiten von Hand gemacht.

„Wir arbeiten mit Hochdruck an der Behebung der Störung“, heißt es vonseiten der Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit. Ein Ende wäre wohl aber noch nicht absehbar.

Dennoch sollten Termine bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen wahrgenommen werden, verweist die Sprecherin an Leistungsempfänger, da ansonsten Sanktionen verhängt werden könnten.

Grund für den IT-Totalausfall könnte die Softwareaktualisierung am Sonntag, 19. April 2015, gewesen sein.

Bereits Anfang letzten Jahres hatte es mehrere Meldungen gegeben, dass das Aufspielen der neuen Software ALLEGRO Probleme bereiten könnte, an der schon seit 2008 gefeilt wurde. Bis Juni 2015 sollten allein in Nordrhein-Westfalen alle Einrichtungen auf die neue Software umgestellt sein. Das neue EGV-Verfahren soll für die Sachbearbeiter leichter handhabbar sein und besser an Gesetzesänderungen angepasst werden. Zudem soll es für übersichtlichere und damit besser nachvollziehbarere Arbeitslosengeld-II-Bescheide sorgen.

Ein Hackerangriff sei jedoch auch nicht auszuschließen.

Die Webseite der Bundesagentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de) ist zurzeit nicht zu erreichen.

Laut aktueller Meldung der WAZ und BA-NRW-Sprecherin Aneta Schikora seien kommunale Jobcenter, wie beispielsweise das Jobcenter Minden, von der Störung wohl nicht betroffen, da diese nicht über das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit laufen. Zudem seien Telefonanrufe weiterhin möglich. Da das Jobcenter Minden montags jedoch nur Sprechzeit bis 12.30 Uhr hat, ist eine kurzzeitige Prüfung nicht möglich.

Wir weisen jedoch darauf hin, dass die zentrale Faxnummer des Jobcenters Minden seit mehreren Monaten Störungen unterworfen ist – mal klappt der Faxversand, mal nicht. Eine Umstellung der Telefonanlage vor Kurzem sollte eigentlich zur Besserung führen.

++ Update 0.30 Uhr: Die Website der Arbeitsagentur ist wieder erreichbar.

++ Update 21.04.2015, 11.15 Uhr: Auf telefonische Nachfrage unter der zentralen Rufnummer des Jobcenters Minden teilt man uns mit, dass weder gestern noch heute Computerausfälle zu verzeichnen waren. Tatsächlich scheinen also kommunale Jobcenter nicht über das Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit zu laufen. Somit ist hier eine störungsfreie Bearbeitung von Leistungsempfängern weiterhin gewährleistet.

++ Update 21.04.2015, 15.45 Uhr: Laut aktuellen Medien läuft das Computersystem der Arbeitsagentur wohl wieder. Von Hackerangriff ist nicht mehr die Rede. Was die Störung letztlich für Auswirkungen auf die Leistungsbearbeitung hat, ob eventuell Daten verloren gingen oder Ähnliches, bleibt abzuwarten. Angeschlossene Jobcenter haben jedenfalls noch heute mit der Aufarbeitung zu tun.

++ Pressemeldung der Bundesagentur für Arbeit vom 21.04.2015: „Ein technischer Defekt an einer Netzwerkkomponente führte am 20. April 2015 zu einem IT-Systemausfall bei der Bundesagentur für Arbeit (BA). Dies bewirkte eine Überlastung des Netzes und verhinderte den Zugriff auf die IT-Anwendungen. Alle Dienststellen der BA, insbesondere die Agenturen für Arbeit und die gemeinsamen Jobcenter waren davon betroffen. Die speziell für den Kundenkontakt benötigten Anwendungen konnten nicht aufgerufen werden, so dass alle erforderlichen Informationen per Hand aufgenommen wurden und nachträglich in die IT-Systeme eingegeben werden. Seit 21. April 2015 sind in allen Dienststellen die Anwendungen wieder abrufbar, allerdings gibt es bei manchen Anwendungen noch Einschränkungen, die jedoch im Laufe des heutigen Tages behoben werden. Die Zahlungen an Kunden, die gestern nicht überwiesen werden konnten, sind am 21. April 2015 Vormittag nachgeholt worden und werden taggleich gut geschrieben. Den Kunden entstehen durch den Systemausfall keine Nachteile. Sollten dennoch bei dem einen oder anderen Kunden Unannehmlichkeiten entstanden sein, möchte sich die BA ausdrücklich dafür entschuldigen.“


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