Sturmtief „Sebastian“ verwüstete Maisfelder in NRW

Landwirtschaftskammer NRW: rund 30 bis 40 Prozent der Maisflächen betroffen - ein Teil endet wohl als Silomais - noch mehr Regen wäre jetzt gar nicht gut

Sturmtief „Sebastian“ knickte reife Maispflanzen um – hier bei Kalkar am Niederrhein am 14. September – Foto: Norbert Erhardt

Das Sturmtief „Sebastian“ hat in Nordrhein-Westfalen (NRW) eine „Spur der Verwüstung“ auf den Maisfeldern hinterlassen, berichtet die Landwirtschaftskammer NRW. Nur gut, dass der Mais bereits erntereif ist.

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 Stundenkilometern fegte Sturmtief „Sebastian“ am vergangenen Mittwoch (13. September 2017) über ganz Deutschland. Bäume wurden entwurzelt, Baugerüste umgeworfen, der Fischmarkt in Hamburg stand unter Wasser, in Berlin wurde für zwei Stunden der Ausnahmezustand ausgerufen, die Fähren an der Nordsee mussten pausieren, am Amsterdamer Flughafen mussten zeitweise Landebahnen geschlossen werden, die Deutsche Bahn musste Bäume von den Gleisen räumen und Menschen wurden tödlich verletzt laut verschiedener Medien. Aber auch landwirtschaftlich bewirtschaftete Felder sind betroffen:

Von der holländischen Grenze bis in den Kreis Lippe seien die Maispflanzen auf vielen Flächen umgeknickt oder abgebrochen. Die ineinander verschlungenen Pflanzen lägen teilweise „wie eine Matratze“ auf den Feldern. Am stärksten betroffen seien die Maisbestände am Niederrhein und im Münsterland.

„Selbst Fachleute haben dieses Ausmaß an Schäden noch nicht erlebt“, erklärt die Landwirtschaftskammer NRW.

Obwohl regional schätzungsweise 30 bis 40 Prozent der Maisflächen von rund 283.400 Hektar betroffen seien, sei der genaue Umfang der Schäden zurzeit kaum abzuschätzen. Als Glück im Unglück bezeichnet die Landwirtschaftskammer dabei, dass der Mais in NRW bereits reif sei und die Ernte ohnehin anstehe. Das heißt, dort, wo das Wetter mitspielt und der Boden nicht zu nass für den Häcksler ist, müssten die betroffenen Flächen jetzt zügig geerntet werden.

Da die lagernden Maispflanzen oft nicht mehr von den Erntemaschinen erfasst werden könnten, sei mit erheblichen Ernteverlusten zu rechnen. Der lagernde Mais könne wahrscheinlich nur noch als Silomais geerntet werden. Dabei würden die Pflanzen gehäckselt, unter Folien konserviert und als ein energiereiches Futter für Milchkühe und Mastbullen sowie in Biogasanlagen eingesetzt.

Eine Nutzung als Körnermais, die eine Trennung von Kolben und Pflanze erfordere, würde technisch kaum noch möglich sein. Dabei würden doch 64,5 Prozent der Maisernte bereits als Silomais verarbeitet.

„Es bleibt zu hoffen, dass die erschwerten Erntebedingungen wegen der auf dem Boden liegenden Pflanzen nicht noch zusätzlich durch weiteren Regen behindert werden“, so die Landwirtschaftskammer NRW.

Quelle Text und Foto: Bernhard Rüb, Pressestelle Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Ergänzung: OctoberNews


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