Steinbildhauerei – Tania Smolka zeigt, wie es geht

Unter dem Motto "Kunst trifft Integration" darf sich jeder im Garten Tausendschön in Minden unter Anleitung von Tania Smolka am Steinbildhauen versuchen

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Steinbildhauerin und Steinmetzin Tania Smolka zeigt im Garten Tausendschön, worauf es bei der Bildhauerei an einem Sandstein ankommt – Fotos: onm

Wer schon immer mal „in Stein hauen“ wollte, ist bei der Steinmetzin Tania Smolka genau an der richtigen Stelle. Im Rahmen des GreenFairPlanet-Projektes „Kunst trifft Integration“ ermuntert sie jeden, der im Garten Tausendschön in Minden vorbeikommt, Hammer und Meißel in die Hand zu nehmen, um ein individuelles Objekt mit Kanten und Silhouetten zu erschaffen.

So wie am 24. August: „In der einen Hand das Eisen, in der anderen den Knüpfel. Los geht’s. Eine meditative Arbeit. Nach einer Stunde wirst du alle Spannungen los.“ Und wenn Tania das sagt, meint sie es auch so. Ohne Scheu konnte sich jeder an den von ihr zur Verfügung gestellten Sandsteinen zu schaffen machen – egal, was dabei rauskommt. Wichtig ist ihr und Gastgeberin Elisabeth Schmelzer der Spaß an der Sache.

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Schneider und Designer Syrer Ghassan Issa aus Syrien bewies auch ein Händchen für harte Materialien

Währenddessen gibt die gelernte Steinbildhauerin und Steinmetzgesellin Tipps, wie man die Werkzeuge einsetzt. „Immer vom Körper weg arbeiten“, ist das Erste, was man von ihr lernt. Denn die dabei wegfliegenden Steinsplitter können schnell ins Auge gehen. Der Vorstandsvorsitzende von GreenFairPlanet e.V., Lothar Schmelzer, achtet schon darauf, dass jeder eine Schutzbrille trägt. Beim Umgang mit quarzhaltigen Mineralen empfiehlt die 52-jährige Künstlerin zudem einen Mundschutz. „Wer zu viel Staub einatmet, läuft Gefahr, an einer Staublunge zu erkranken.“

Für Ghassan Issa kein Problem. Kaum angekommen machte sich der 39-jährige Syrer trotz brühender Sommerhitze sofort über eine halbe Stunde lang alleine ans Werk. Ursprünglich gelernter Schneider und Designer von Damenmode, insbesondere Damenmänteln, zeigte er auch Händchen für harte Materialien. Die 59-jährige Maria mit Spitznamen „Mali“ wartete hingegen, bis der „Crashkurs“ von Tania für die „Neuen“ endete. Frei nach dem Zauberwort des Projekts: einfach Handeln.

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Skulptur “Mann mit Blumenkohl” von Tania Smolka

Der Schwerpunkt von Tania Smolka ist die Steinbildhauerei, also das Fertigen von Skulpturen, wie man beispielsweise an ihrem “Mann mit Blumenkohl” erkennen kann. Sie malt aber auch Bilder. Die mittlerweile selbstständige Künstlerin lebt vom Verkauf ihrer Werke und von ihren Workshops. Auch restaurierte sie als Steinmetzin schon historische Gebäudefassaden, wie die der Katharinenkirche in Braunschweig. „Ab und an arbeite ich auch an Wasserspeiern, eine der begehrtesten Aufträge in unserem Beruf“, erklärte sie am Mittwoch.

Letztes Jahr war sie beim alle drei Jahre stattfindenden Internationalen Obernkirchener Bildhauer-Symposium (IOBS) dabei, wo internationale Künstler live vor den Augen der Zuschauer ihre Figuren entstehen lassen und Workshops geben. Obernkirchener Sandstein® sei ja das Optimum unter den zu bearbeitenden Steinen aufgrund seines hohen Quarzanteils. „Er hat scharfe Kanten und man kann detailliert arbeiten.“ Tanias Thema lautete: „Versteinerter Meeresboden“.

Überhaupt sei Wasser ihr Element. „Ohne Wasser gibt’s keine Existenz“, meint die Künstlerin und Mutter von zwei Kindern. Ihre 20-jährige Tochter sei schon außer Haus. Mit ihrem 16-jährigen Sohn hingegen habe sie noch vor, die Welt zu umsegeln und all den Müll einzusammeln, der auf den Meeren treibt, wie Plastiktischdecken, Coladosen und mehr. „Das will ich meinen Kindern nicht überlassen.“

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Immer mit Knüpfel (Hammer) und Meißel vom Körper weg arbeiten, empfielt die Künstlerin Tania Smolka, damit nichts ins Auge gehen kann

Doch bevor es dazu kommt, freut sie sich auf weitere Synergien mit dem Mindener Verein GreenFairPlanet und viele interessante Leute, die einfach mitmachen. „Dieser Garten ist ein wichtiger Mäzen für mich. Sie unterstützen mich, wo sie nur können.“

Abschließend noch eine kleine Bilderstrecke:


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