Steigende Baulandpreise in Minden auch in 2018

Bodenrichtwertkarte für Bauland und landwirtschaftliche Nutzflächen liegt bis 19. April öffentlich aus, auch online für NRW - Neubausiedlung "Harrelkämpe" in Rodenbeck

Grundstücke in Randlage wie dieses am Schwabenring in Rodenbeck sind zwar nicht ganz so begehrt wie in der Innenstadt von Minden – allerdings nutzt man jede Baulücke (hier für die Neubausiedlung „Harrelkämpe“) aus, obwohl sich die Preise von Jahr zu Jahr erhöhen – Archivfoto: onm

Wie schon in den Vorjahren ziehen die Baulandpreise in der ostwestfälischen Stadt Minden weiter an. Die erzielten Preise seien gegenüber dem Vorjahr für voll erschlossene Wohnbauflächen (erneut) leicht gestiegen, teilt die Stadt mit. Bei den Baulandverkäufen für den individuellen Wohnungsbau registriere der Gutachterausschuss für Grundstückswerte für das Jahr 2017 einen leichten Rückgang der Nachfrage zum Vorjahr 2016. Die Nachfrage richte sich im Besonderen nach bauträgerfreien Grundstücken in guter und sehr guter stadtnaher Lage.

Grundstücke in den Außenbereichen würden lediglich in einzelnen Fällen (Baulücken) nachgefragt, so die Stadt. So entsteht auf der einst freien Wiesenfläche (siehe Google Maps) seit Frühjahr 2017 zum Beispiel am Schwabenring Ecke Bastaustraße in Mindener Stadtteil Rodenbeck eine neue Wohnsiedlung mit privaten Eigentumshäusern namens „Harrelkämpe“.

Seit 2013 in Planung wurde – nach Einwendungen, dass hier doch ein Platz eingerichtet werden könne, der als „sozialer Treffpunkt für die künftigen Bewohner des Gebietes“ dienen könnte – am 19. März 2015 von der Stadt Minden der „Bebauungsplan Nr. 919 Harrelkämpe“ als Entwurf beschlossen und in der Zeit vom 7. April bis 8. Mai 2015 öffentlich ausgelegt (laut der uns vorliegenden Anlage C: „Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen …“). Die Anregungen wurden nicht berücksichtigt. Somit wird die anliegende Häusersiedlung an der Bromberger Straße (siehe Titelfoto) praktisch zum Schwabenring hin vergrößert.

Mittlerweile stehen auf dem Baugelände schon drei oder vier Häuser. Durch die neue Wohnsiedlung sei zudem eine neue Planstraße geplant namens Dr. Hans-Gressel-Straße, benannt nach einem bekannten Mindener Gymnasiallehrer, der die Friedensarbeit in Minden initiiert habe. Zudem wurde vorab eine Niederschlagswasserbehandlungsanlage (Retentionsbodenfilter) am Schwabenring errichtet. Ziel der Stadt sei insgesamt die Errichtung von (privaten) Ein- und Zweifamilienhäusern, von (Eigentums-) Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und einer Arztpraxis inklusive einer kleinen Grünfläche (lt. Niederschrift zur 8. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 24. Juni 2015).

In dem Teilbereich landwirtschaftliche Nutzflächen wäre zum Vorjahr eine leicht gestiegene Nachfrage zu verzeichnen, die erzielten Preise seien in diesem Teilbereich stabil gestiegen, in dem Teilbereich Gewerbe wäre bei unveränderten Preisen eine gesunkene Nachfrage zu verzeichnen, erklärt die Stadt Minden weiter.

Entsprechend den Vorschriften des Baugesetzbuches (BauGB) habe der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Minden die Bodenrichtwerte für baureife und landwirtschaftliche Nutzflächen im Gebiet der Stadt Minden zum Stichtag 1. Januar 2018 aufgrund der von den Notaren vorgelegten Kaufverträgen zonal ermittelt. Der Bodenrichtwert sei ein aus Kaufpreisen ermittelter durchschnittlicher Bodenwert für ein Gebiet mit wesentlich gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen. Er sei bezogen auf den gegenwärtigen Ausbauzustand der vorhandenen Erschließungsanlagen. Im Mindener Stadtgebiet seien zonale Richtwertgebiete für Baulandflächen ausgewiesen. Es handele sich hierbei um Gebiete für Wohnbau-, Mischbau- und Gewerbebauflächen.

So lägen die Bodenrichtwerte für baureife Wohnbauflächen in entsprechender Richtwertgrundstücksgröße inklusive Erschließung (Kanal und Straße) zwischen 65 und 220 Euro pro Quadratmeter – je nach Lage im Stadtgebiet. Im Kernbereich der Innenstadt ergäben sich wesentlich höhere Bodenrichtwerte pro Quadratmeter, beginnend mit 150 Euro am Stadtkernrand bis 550 Euro voll erschlossen im Bereich Bäckerstraße und Scharn.

Bei den Gebieten für Gewerbebauflächen lägen die Werte je nach Lage zwischen 25 und 40 Euro pro Quadratmeter inklusive Erschließungskosten.

Die Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Acker- und Grünlandflächen würden gemarkungsweise ausgewiesen. Die Werte für Ackerland lägen zwischen 2,90 und 3,10 Euro pro Quadratmeter mit entsprechender Angabe der durchschnittlichen Bodengüte (Ackerzahl), der Bodenrichtwert für landwirtschaftliche Grünlandflächen bei einem Quadratmeterpreis von 2,20 Euro mit durchschnittlicher Bodengüte (Grünlandzahl). Der Bodenrichtwert für Waldflächen (inklusive Aufwuchs) betrage 1,50 Euro pro Quadratmeter.

Eine entsprechend öffentliche Bodenrichtkarte liegt seit 19. März bis einschließlich 19. April 2018 aus im Regierungsgebäude am Weserglacis, Weserglacis 2, 32423 Minden (Google Maps) in den Zimmern 229, 230 und 231, und zwar Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr.

Wer sich den Gang zum „Rathaus“ ersparen möchte, findet die amtlichen Bodenrichtwerte und Grundstücksmarktberichte aus ganz Nordrhein-Westfalen (NRW) auch online unter www.boris.nrw.de. Die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Zusammenarbeit mit dem Geodatenzentrum des Landesvermessungsamtes NRW stellen die Werte sowie weitere grundstücksbezogene Daten und Grundstücksmarktberichte flächendeckend kostenlos zur Verfügung.

Gegen eine Verwaltungsgebühr können die Bodenrichtwertkarte und der Grundstücksmarktbericht aber auch von der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses direkt bezogen werden. Des Weiteren stehen die Mitarbeiter/innen der Geschäftsstelle während der üblichen Dienstzeiten für Richtwertauskünfte telefonisch zur Verfügung unter 0571 / 89 279 und 89 254 sowie per Fax unter 0571 / 89 776. Siehe auch Informationen und Kontaktdaten unter www.gars.nrw.de/ga-minden.

Textquelle: Pressestelle der Stadt Minden, Umformulierung / Ergänzung (Siedlung Rodenbeck): OctoberNews


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