Stadt Minden zerlegt Bäume in Rodenbeck für Rindenmulch

Die Stadt Minden fällt An der Landwehr in Minden-Rodenbeck mehrere Bäume für Rindenmulch

Foto: Namira McLeod
Auch diese große Birke muss dran glauben. Fotos: onm

Heute, Montag, den 16. Dezember 2013, ließ die Stadt Minden mehrere Bäume im Stadtteil Rodenbeck komplett fällen und direkt vor Ort zu Rindenmulch verarbeiten.

„Irgendeine Auflage der Stadt Minden soll erfüllt werden, soundso viel Bäume sollen beschnitten werden“, hieß es vonseiten der LEG-Mieter, die mit Erstaunen heute zusehen mussten, wie direkt vor ihrer Tür entlang der Straße An der Landwehr in Minden-Rodenbeck sowie hinter einem Mietshaus mehrere Bäume per Motorsäge komplett bis zum Boden zerlegt wurden.

Ein älteres Pärchen nutzte den Moment und versorgte sich mit kostenlosem Feuerholz für’s nächste Jahr, was es den Stadtbediensteten abzwacken konnte. Ansonsten wurden direkt im Anschluss alle Äste und Stämme vor Ort mit einem kraftvollem Häcksler zu Rindenmulch verarbeitet, was gleich im Lkw landete. Darunter waren teils noch junge Bäume wie eine Tanne, eine Birke und eine Trauerweide.

Eine Vorwarnung, bauliche Absperrung, geschweige denn Erklärung gab es weder vor noch nach Ende der lauten Baumfällaktion. Der eine Lkw stellte sich einfach quer auf die Mieterparkplätze und Lkw und Häcksler blockierten die Straße. Die ganze Aktion dauerte nicht mal ein paar Stunden – sie kamen plötzlich und unerwartet und fuhren weg, als es dunkel wurde.

Wird der Rindenmulch vielleicht für die neuen Bäume bzw. Platanen in der Mindener Innenstadt benötigt? Oder teuer verkauft? Wer weiß das schon.

Mal gucken, ob es morgen weitergeht, der Baumstamm der Trauerweide steht ja noch.

17. Dezember 2013, ab 9 Uhr: Das Abholzen geht weiter!

Nach heutiger Rücksprache mit den Bauarbeitern werden heute noch weitere Birken u. a. Bäume komplett abgeholzt werden, und zwar im Auftrag des lokalen Gärtners, weil die Bäume angeblich alle riesige Löcher haben (gezeigt wurde der Redaktion allerdings nur das wirklich große Loch in der jungen Trauerweide, wo gerade der Hauptstamm zerlegt wird). Das Rindenmulch kommt lt. Aussage des Mitarbeiters einer Gartenbaufirma „erst mal in die Firma und wird dann zu Erde, was an anderen Baustellen gebraucht wird“.

Ob die Wohnungsgesellschaft LEG, die Stadt Minden oder jemand anders sie beauftragt hat, könne man nicht sagen, man habe nur den Auftragszettel vorzuliegen. Aber im letzten Jahr waren sie schon einmal vor Ort, um diverse Äste zu beschneiden, „da hätte man ja auch im gleichen Zuge diese Aktion machen können“. Das Abholzen lässt sich wohl nicht vermeiden, aber zumindest haben die Lkws heute nicht die Mieterparkplätze blockiert.

Das Abholzen der Rodenbecker Bäume endete kurz vor Weihnachten 2013. Die Baumstümpfe wurden einfach stehen gelassen, an denen tatsächlich noch Privatleute sich mit der eigenen Motorsäge versuchten, Platten rauszuschneiden, woran sie jedoch scheiterten. Ein weiterer Hausbesitzer hatte sich noch mit einem riesen Haufen Feuerholz aus den zurechtgesägten Baumstämmen eingedeckt. Und über eBay Kleinanzeigen verkaufte jemand tatsächlich Baumstämme von diesen Birken als Feuerholz.

Was diese Baumfällaktion überhaupt für einen Sinn machte, von wem dies beauftragt wurde und wohin der Rindenmulch geht, ist immer noch unklar. Fest steht: Die LEG-Mieter in Rodenbeck, An der Landwehr, sind jetzt die Leidtragenden, denn vor und hinter ihren gut gepflegten Mietshäusern finden sich jetzt etliche hässliche Überbleibsel.


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