Stadt Minden fördert gute Ideen für historischen Innenstadtbereich

Fördertopf 2016-2020 von 500.000 Euro bietet Platz für weitere Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Mindener Innenstadt - Gremium nicht ganz unabhängig?

Stadt Minden bietet ausgewählten Ideengebern finanzielle Unterstützung bei der Umsetzung geförderter Maßnahmen und Aktionen für ein attraktives Stadtzentrum – Archivfoto: onm

Fünf Maßnahmen sind bereits beschlossen und werden aus dem Verfügungsfonds 2016-2020 von insgesamt 500.000 Euro der Stadt Minden gefördert. Doch der Fördertopf ist noch nicht ausgeschöpft: Es werden weitere Ideen für kleinere, nicht-kommerzielle Projekte Aktionen und Maßnahmen, die flexibel und lokal angepasst werden können, gesucht, um den historischen Innenstadtbereich attraktiver zu gestalten, teilt die Stadtverwaltung mit.

Wer gute Ideen für die Gestaltung der Mindener Innenstadt hat, könne durch den Verfügungsfonds pro Maßnahme und Jahr mit bis zu 10.000 Euro bezuschusst werden (Ausnahmen seien möglich). Das Gesamtpaket von 500.000 Euro setze sich zu maximal 50 Prozent aus öffentlichen (Land NRW) und zu mindestens 50 Prozent aus privaten Finanzmitteln zusammen. Cindy Werner, zuständig für den Bereich “Stadterneuerung und Denkmalschutz” bei der Stadt Minden, nehme die Anträge entgegen und erklärt: „Wir haben ein offenes Ohr für neue, kleine und mittlere nicht-kommerzielle Aktionen und Projekte“. Gefragt seien Angebote von Einzelpersonen, Vereinen und Initiativen, Verbänden, gemeinnützigen Trägern oder Bildungs- und Betreuungseinrichtungen.

Gefördert würden unter anderem Maßnahmen zur Aufwertung des Stadtbildes, zur Stärkung der Stadtteilkultur, Ideen zur Imagebildung und Belebung des Einzelhandels oder neue Mitmach-Aktionen und Feste in der Innenstadt. Diese sollten möglichst einen nachweisbaren und nachhaltigen Nutzen haben und sich im “Sanierungsgebiet 4”Bereich der historischen Mindener Innenstadt (siehe Grafik) – befinden.

Mit Klick auf die Grafik gelangt man zur Übersichtskarte “Sanierungsgebiet 4” der Stadt Minden

Als Beispiel für eine gute Idee nennt die Stadt Minden die Initiative „Obermarktviertel – hier geht’s aufwärts“. Die Immobilien-Standortgemeinschaft (ISG) Obermarkt-Quartier e.V. hat die vergangene Großbaustelle in der Innenstadt dazu genutzt, um durch Veranstaltungen und Mitwirkung an der Gestaltung wieder Leben in die Obermarktstraße zu bringen – mit dem Ziel, dem Einzelhandels-Leerstand den Garaus zu machen und neue Geschäfte anzusiedeln.

Und der Verein wird auch in diesem Jahr aus dem Fördertopf schöpfen können. „Dass einige unserer Ideen für 2018 durch den Verfügungsfonds unterstützt werden, freut uns sehr. Mit der Zustimmung werden viele Dinge erst möglich gemacht“, unterstreicht Andreas Niemann, 1. Vorsitzender der ISG.

Aber auch viele andere Projekte würden seit 2009 vom Mindener Verfügungsfonds gefördert, so die Stadt Minden und nennt beispielsweise den Skatepark an der Weser (Skatepark für Minden e.V.), die touristische Beschilderung (Minden Marketing GmbH), das Wasserspiel auf dem Marktplatz (EDEKA Minden-Hannover), Module für die Weihnachtsbeleuchtung (Einzelhändler und Minden Marketing GmbH), das Baustellenmarketing in der Fußgängerzone (Minden Marketing GmbH und Kreativgruppe) und Aktionen und Ausstellungen für „Eine Stadt für alle“ (ORNAMIN Kunststoffwerke, Campus Minden und Volksbank Mindener Land).

Ideen von “privaten Bürgerinnen und Bürgern” (siehe unten) möchte die Stadt Minden anscheinend nicht fördern – jedenfalls verzichtet sie auf den Passus in ihrer Pressemeldung. Zudem scheint das 17-köpfige Vergabegremium über die Verwendung der Fördermittel nicht ganz unabhängig zu sein, wenn man die seit 2009 genannten Beispielprojekte in Zusammenhang sieht. Das Gremium besteht zurzeit aus:

Christina Gerhardt (Stadtverordnete, CDU), Lars Bursian (Baubeigeordneter Stadt Minden), Dr. Jörg-Friedrich Sander (Minden Marketing GmbH), Michael Schulz (Sparkasse Minden-Lübbecke), Martin Haß (Bäckerei Bertermann GmbH), Gisela Rolf (ehemals Bäckerei Rolf), Hartmut Freise (Stadtverordneter, FDP), Brigitte Ulbrich (Stadtverordnete, Bündnis 90/Die Grünen), Volker Böttcher (Sparkasse Minden-Lübbecke), Kornelia Bühne (Firma Skyracer), Claus-Dieter Cielobatzki (stadteigene Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, kurz: MEW), Daniela Drabert (Firma Hagemeyer), Andreas Herbusch (Ortsvorsteher Minden-Innenstadt), Achim Naujock (Einzelhandelsentwicklung Stadt Minden), Ulrieke Schulze (Stellvertretende Bürgermeisterin, SPD), Karl-Ludwig Sierig (Stadtverordneter, MI) und Martin Treß (Bäckerei Bertermann GmbH).

Ein gewisser “Klüngel” ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, an dieser Stelle wohl nicht abzustreiten. Des Weiteren sucht man vergeblich nach einem Verfügungsfonds für sämtliche weiteren 18 Stadtbezirke Mindens.

Dennoch habe man den vergangenen Verfügungsfonds Innenstadt Minden 2009-2015 komplett ausgeschöpft, betont Werner. Und auch weiterhin würden sich die Gremium-Mitglieder fünf bis sechs Mal pro Jahr zusammensetzen (jeweils 18 Uhr im Gebäude “Alte Regierung” am Weserglacis 2). Die nächsten Sitzungen sind am 17. April, 11. Juni, 11. September und 12. November 2018 geplant.

Die Termine sind deshalb so wichtig für die Ideengeber, weil alle Anträge, über die in der nächsten Gremiumssitzung entschieden werden soll, spätestens am Montag drei Wochen vor der Sitzung eingereicht werden müssen. Wer den Antrag rund vier Wochen vor einer Gremiensitzung abgibt, könne mit einer schnellen Antwort rechnen. Und das laufe so:

„Die Antragsteller stellen ihr Projekt vor dem Gremium des Verfügungsfonds vor. Anschließend entscheiden die Mitglieder, ob die Ideen grundsätzlich förderfähig sind. Wichtig ist, die schriftliche Bewilligung durch das Gremium abzuwarten, bevor die Idee in die Tat umgesetzt wird“, führt Werner aus. Wer sich nicht sicher sei, ob die Idee zu den Förderrichtlinien passe, könne sich mit Cindy Werner direkt in Verbindung setzen, entweder telefonisch unter 0571 / 89 236 oder per E-Mail an c.werner@minden.de.

Die Vergaberichtlinien, das Projektantrags-Formular und weitere Informationen findet man auf der Webseite der Stadt Minden unter dem Stichwort “Ideen fördern – Verfügungsfonds”.

Textquelle: Pressestelle Stadt Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews

Ideen von privaten Bürgerinnen und Bürgern:

An dieser Stelle haben wir die Ideen der Mindener Bürgerinnen und Bürger zusammengefasst, was sie sich für Einrichtungen in der Mindener Innenstadt wünschen (Kommentare, die auf der Facebookseite “Minden an der Weser” gepostet wurden):

  • Lebensmittelgeschäft mit bezahlbaren Preisen
  • Dart-, Bowlingcenter und/oder Kegelbahn
  • Kino
  • Pizza Hut, Starbucks, Kochlöffel, Sushi-Bar, Dunkin’ Donuts, Döner, Vapiano, Burger-Laden, Kentucky Fried Chicken
  • Fitnessstudio
  • 1-Euro-Shop
  • Schuhgeschäft
  • Vegetarisches bzw. veganes Restaurant oder Imbiss
  • Apple Store
  • günstigere Laden-Mieten im Allgemeinen
  • Wochenmarkt auf Marktplatz verlegen
  • Saturn, Media Markt oder andere Elektrokette
  • Café
  • Kinderspielgeräte auf dem Marktplatz
  • Karaoke Bar mit Kabinen
  • Jump House (Trampolin-Halle)
  • Haushaltswaren-Laden

Diese Einrichtungen sind zwar nicht förderbar nach dem genannten Verfügungsfonds der Stadt Minden, stellen aber Anregungen dar, die die Stadt Minden aufgreifen sollte, um ihren Bürgerinnen und Bürgern eine attraktive Innenstadt anzubieten, die es lohnt, besucht zu werden.


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