Staat fördert Heizen mit Sonne und Holz – Fördermittel ausgeweitet

Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW in Minden berät auf dem Weg zum Zuschuss oder Kredit für umweltfreundliches Heizen

VZ NRW Fördermittel
Energieberaterin Britta Friedrichsmeier berät Verbraucher, wie sie Förderprogramme klug nutzen und somit mehrere Tausend Euro vom Staat für umweltfreundliche Heizungsanlagen erhalten können – Foto: VZ NRW

“Obwohl Heizöl momentan in einem Preistief steckt, lohnt sich das Heizen mit Sonne und Holz nach wie vor”, meint Britta Friedrichsmeier, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Minden-Lübbecke. “Die Wirtschaftlichkeit wurde jetzt sogar noch verbessert. Denn der Staat hat die Zuschüsse für Holzpelletheizungen, Wärmepumpen und Solarkollektoren erhöht.” Doch nicht jeder Hausbesitzer kennt alle Fördertöpfe und Fristen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Minden bietet Hilfestellung im Förderdschungel an.

Umweltfreundliches und sparsames Heizen wird günstiger, denn seit dem 1. April 2015 gibt es deutlich höhere Zuschüsse für die Nutzung erneuerbarer Energien. Die gestiegenen Sätze des Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (BAFA) gelten für neue Holzpelletheizungen, Solarthermie-Anlagen und Wärmepumpen. “Wer dieses Förderprogramm klug nutzt und mit anderen kombiniert, kann mit mehreren Tausend Euro Zuschuss rechnen”, sagt Diplom-Ingenieur-Architektin und Energieberaterin Friedrichsmeier.

Ein Beispiel: Eine Eigenheimbesitzerin lässt zwölf Quadratmeter Solarkollektoren anbringen, die künftig rund ein Viertel der benötigten Wärme liefern. Außerdem lässt sie eine Holzpelletheizung mit Pufferspeicher einbauen. Zusammen zahlt sie dafür 30.000 Euro. Das BAFA gewährt ihr mehrere Zuschüsse in Höhe von insgesamt 6.000 Euro. Aus dem Landesprogramm Progres-NRW erhält sie weitere 3.580 Euro. Am Ende stehen 9.580 Euro Förderung, also 32 Prozent der Kosten.

“Gewusst, wie – so lautet die Devise bei den oft unübersichtlichen, aber lohnenden Förderprogrammen”, so Friedrichsmeier und erklärt wichtige Schritte beim Vorgehen auf dem Weg zum Zuschuss oder Kredit.

Fördergeber finden

Neben dem BAFA ist bundesweit die KfW-Bank ein staatlicher Fördermittelgeber für Energiesparmaßnahmen. Darüber hinaus gibt es Landesförderprogramme.

Bedingungen prüfen

Alle Förderungen sind an strenge Bedingungen geknüpft. Wer nur eine Einzige davon nicht erfüllt, kann leer ausgehen. Welche Bedingungen im Einzelfall gelten, ist genau zu prüfen. Die Energieberater der Verbraucherzentrale NRW kennen die Regelwerke und können dabei helfen.

Antrag rechtzeitig stellen

Anträge für BAFA-Zuschüsse werden im Nachhinein gestellt, bis zu neun Monate nach Inbetriebnahme einer Anlage. Die KfW-Förderungen hingegen müssen unbedingt vor Maßnahmenbeginn beantragt werden.

Zuschüsse richtig einkalkulieren

Zuschüsse dürfen anders als Kredite nie als direkt verfügbare Mittel in die Finanzierung eingeplant werden, sondern nur als nachträgliche Erstattungen. Das Geld muss also erst einmal anderweitig aufgebracht werden.

Passende Förderprogramme mit allen Chancen, Klauseln und Haken kennen die Energieberater der Verbraucherzentrale NRW. Sie helfen bei Ratsuchenden zu Hause (90 Minuten = 60 Euro) und in der Beratungsstelle Minden (30 Minuten = 5 Euro). Termine gibt es im Internet unter www.vz-nrw.de/energieberatung oder telefonisch direkt bei Energieberaterin Britta Friedrichsmeier unter: 0571 / 38 63 79 06.


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