Spendenbereitschaft für Flüchtlinge ungebremst in Minden

Mehr als 50.000 Euro wurden bisher für die Flüchtlingshilfe der Stadt Minden gespendet - Autohaus Kleinemeier und Werbegemeinschaft übergaben 500-Euro-Scheck an Bürgermeister

Spendenscheck für Flüchtlinge
Über einen Scheck i. H. v. 500 Euro von Heinz-Christian Kleinemeier (li.) und Daniela Drabert konnte sich Bürgermeister Michael Jäcke für die Mindener Flüchtlingshilfe freuen

Drei Spenden, die für ganz viele kleine und große Beträge in der Flüchtlingsunterstützung stehen, wurden jetzt offiziell an die Stadt Minden übergeben. Bürgermeister Michael Jäcke konnte Anfang Dezember im Rathaus einen Scheck über 500 Euro von Heinz-Christian Kleinemeier, Geschäftsführer des gleichnamigen Autohauses, und Daniela Drabert, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Minden, entgegennehmen. Auch die Wichernschule hat bei einem Kuchenverkauf für die Flüchtlinge in der Notunterkunft 220 Euro gesammelt.

300 Euro waren bei einer Aktion der Werbegemeinschaft Minden und des Autohauses Kleinemeier zum verkaufsoffenen Sonntag Ende September zusammengekommen, der Betrag wurde danach noch auf 500 Euro aufgestockt. Autohaus und Werbegemeinschaft hatten einen Motorradparcours für Kinder in der Fußgängerzone aufgebaut, der auf große Resonanz stieß. Für eine „Runde“ musste eine kleine Gebühr von den jungen Fahrern entrichtet werden, der von Anfang an für den guten Zweck „Flüchtlingsunterstützung“ bestimmt war.

Riesig hat sich die Stadt Minden auch über eine Spende der Mindener Wichernschule gefreut. Mehrere Klassensprecher aus der Sekundarstufe I, die Lehrerinnen Stephanie Beneke-Jäckel und Angela Pfister sowie Lehrer Rainer Oevermann übergaben am 9. Dezember 2015 vier Fußbälle für die Kinder in der Flüchtlings-Notunterkunft, die sie selbst gekauft haben, und noch einen selbst gebastelten Nikolausstiefel mit 220 Euro Inhalt. Die Spende ist aus einer Veranstaltung an der Schule zusammengekommen. Die Schüler haben Blechkuchen und Muffins gebacken. Eine Klasse hat auch Portemonnaies aus Pappkartons hergestellt. „Alles fand reißenden Absatz“, berichtet Beneke-Jäckel.

Die städtische Mitarbeiterin Sewin Aro, zuständig für die Koordination des Ehrenamtes in der Notunterkunft, hat bereits eine Idee, wofür das Geld verwendet werden kann: „Wir können von den 220 Euro ‘Zaubertafeln’ für die Kinder kaufen.“

Klasse
Klassensprecher der Wichernschule und Lehrerin Stephanie Beneke-Jäckel (re.) stellten die Einnahmen aus einem Kuchenverkauf und von selbstgebastelten Portemonnaies für die Flüchtlingskinder in der Notunterkunft zur Verfügung; diese können sich nun über vier Fußbälle und Zaubertafeln, die aus der Geldspende gekauft werden, freuen

Bereits Anfang Oktober hatte die Wichernschule für die Kinder in der Notunterkunft gesammelt. Die Mädchen und Jungen in Häverstädt konnten sich über Bunt- und Bleistifte, Malbücher, Wasserfarben, Anspitzer und Radiergummis, aber auch über Schokolade und Kekse freuen. Im Rahmen des Erntedankfestes hatte die Förderschule zu einer Sammelaktion aufgerufen. Von den Einnahmen wurden die Geschenke bezahlt. So konnten im Oktober 2015 zwei vollgepackte Kisten an die stellvertretende Bürgermeisterin Ulrieke Schulze übergeben werden.

„Die Stadt Minden ist in den vergangenen Monaten auf eine überwältigende Resonanz an ehrenamtlicher Hilfe, Engagement und auf große Spendenbereitschaft getroffen. Im Namen der Stadt Minden bedanke ich mich ganz herzlich für diese Welle der Hilfsbereitschaft und die zahlreichen Geldspenden. Das ist einfach großartig“, fasst Bürgermeister Michael Jäcke zusammen.

Mehr als 50.000 Euro sind bisher auf dem Spendenkonto der Stadt eingegangen – eine in dieser Höhe „absolut nicht erhoffte Summe“, so Jäcke. Es gab Spenden von Unternehmen, Vereinen, Gruppen, aber auch sehr viele Einzelbeträge von den Mindener Bürgern. Einige Tausend Euro sind beispielsweise durch den ehemaligen Bürgermeister Michael Buhre zusammengekommen, der auf Geschenke zu seiner Verabschiedung Anfang Oktober (siehe Bericht) verzichtete und stattdessen um Spenden für die Flüchtlingsunterstützung bat.

Ausgegeben wurden von den eingegangenen Spenden bisher rund 13.000 Euro. „Das Geld wurde ausschließlich für freiwillige Leistungen in der Flüchtlingshilfe verwendet“, so Jäcke. Es kommt nicht nur den Flüchtlingen in der Notunterkunft Häverstädt, sondern auch den rund 800 Asylsuchenden, die der Stadt Minden zugewiesen wurden, zugute. Aus dem Spendenkonto wurden ehrenamtliche Tätigkeiten von Dolmetschern und Freiwilligen, die vor allem in der Kinder- und Jugendbetreuung eingesetzt sind, bezahlt. Unterstützt wird auch die ehrenamtliche Betreuung von Kindern, deren Mütter derzeit einen Sprachkurs der Volkshochschule (VHS) in der Hohenstaufenschule besuchen.

Rund 600 Übungshefte für den ehrenamtlichen Deutschunterricht sowie Unterrichtsmaterialien, Papier, Schnellhefter, Spiele und Mal-Stifte für die Kinder in der „Bunten Schule“ wurden gekauft. Auch sind Freizeitsets (Schläger und Bälle, Tischtennisschläger), ein Volleyballnetz für die Notunterkunft und Sportschuhe für Flüchtlinge, die an einem Vereinssportangebot teilnehmen, angeschafft worden. Unterstützt wird ebenfalls ein Koch-Angebot für Flüchtlinge von Ehrenamtlichen in einer Gemeinschaftsunterkunft. Beschafft wurden über das Konto auch Regale und Ständer für die “HOPE”-Kleiderkammer (siehe Bericht), die von Ehrenamtlichen eingerichtet sowie betrieben und in Kürze öffnen wird.

Bezahlt wurden aus Spenden auch Fernsehanschlüsse und DVB-T-Receiver für zwei Gemeinschaftsunterkünfte (gebrauchte Fernsehgeräte wurden von Ehrenamtlichen gesammelt und aufgestellt). Ebenfalls wurde die Installation von zwei freien WLAN-Anschlüssen in der Notunterkunft, auch die Kosten für die Kabelverlegung und die benötigte Technik, aus dem Spendenkonto übernommen – ein Baustein des Projekts “Digitales Minden”, das die Minden Marketing GmbH in Zusammenarbeit mit Partnern und Sponsoren umsetzt.

Hinweis zu Geldspenden

Geldspenden können weiterhin auf das Konto der Stadt Minden unter dem Stichwort „Spende für die Flüchtlingshilfe in Minden“ überwiesen werden.

Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt. Dafür ist es jedoch wichtig, dass die Adresse im Verwendungszweck genannt wird. Alternativ kann man sich an Heike Richter, Telefon 0571 / 89 348, wenden und um eine Quittung bitten.

Die Kontoverbindung der Stadt Minden lautet:

IBAN: DE12490501010080000011
BIC: WELADED1MIN
Sparkasse Minden-Lübbecke

Quelle: Pressestelle der Stadt Minden


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