Spektakuläre Akrobatik bei Modellflug-Show 2018 in Petershagen

Rund 90 Modellflugzeug-Piloten waren zwei Tage zu Gast beim MSC Sperber in Neuenknick - Spanier Jorge Gutiérrez Horno überzeugte mit Bodenakrobatik

Jorge Gutiérrez Horno, bekannt für seine Kunstflüge in ganz Europa, lässt seine Suchoi SU-29 knapp über dem Boden gleiten bei der Großen Modellflugshow des MSC Sperber in Petershagen-Neuenknick – Fotos und Video: onm

Ganz schön viel Staub auf wirbelten rund 90 Gastpiloten aus ganz Deutschland vergangenes Wochenende auf dem Vereinsgelände des Modellsportclubs (MSC) Sperber Petershagen in Neuenknick, der zur Großen Modellflug-Show 2018 einlud. Vom Doppeldecker über Sportflugzeuge, Hubschrauber bis zum Düsenjäger mit Benzin-, Elektro-Verbrenner oder Turbinenantrieb war alles in der Luft, was das Herz von Modellbauern höher schlagen lässt.

„Jetzt kommt die Staggerwing im Maßstab 1:3 mit einer Flügelspannweite von 2,80 Metern, fünf Zylindern, 250 Kubik. Das Original stammt aus den 1960er Jahren und diente als Reiseflugzeug der gehobenen Klasse“, erklärte Heinz Rase, Crew-Mitglied und Betreuer des MSC Sperber, den ersten roten Doppeldecker, den wir am 8. Juli zu Gesicht bekamen. Die nächste Attraktion lieferten zwei US-Navy-Flieger des Modellflugclubs Bergfalke Schlangen e.V. aus Bad Lippspringe.

Der Feuerwehr-Hubschrauber vom MSC Sperber Sulingen verfing sich im Maisfeld

Was dann folgte, blieb laut Rase mehreren Gastpiloten an dem Wochenende leider nicht erspart. Der schöne Feuerwehr-Hubschrauber vom MSC Sperber aus Sulingen legte eine Bruchlandung hin. Dabei verfing sich der Heckrotor im angrenzenden Maisfeld, schleuderte durch die Luft, landete hart auf dem Boden vor den Füßen des Piloten und das Cockpit zerbrach in tausend Einzelteile.

Nur gut, dass Zäune das Fluggelände eingrenzten und Feuerlöscher an jeder Ecke bereitstanden, um die zahlreich erschienenen Besucher vor Verletzungen zu schützen und die umliegenden Felder vor Brandausbrüchen, die aufgrund der anhaltenden Sommerhitze entsprechend trocken waren. So kam außer dem Modell niemand zu schaden, die Show konnte weitergehen.

Und die war rasant. Denn Gastpilot Dominik Rudies vom Team SAVÖX Deutschland aus Bergkamen ließ seine NATRIX starten, ein rund 3000 Euro teurer Modell-Sportjet der neuesten Generation (Beschreibung siehe z.B. Paritech.de).

Aber auch die U.S. Air Force war vertreten in grandioser Form eines Düsenjets. Das Original der gelb-silbernen North American F-100 Super Sabre war einst ein einstrahliges Kampfflugzeug aus US-amerikanischer Produktion, das zurzeit des Kalten Krieges im Einsatz war. Sie gehörte (lt. Wikipedia) damals zur ersten Generation der Überschallkampfflugzeuge.

Nach einem rasanten Flug präsentiert Dominik Rudies vom Team SAVÖX Deutschland seine NATRIX – Full Jet-Power in Modellbaugröße

Während es sich die Zuschauer auf Bänken und Wiesen gemütlich machten, um die Show zu genießen, und Modellflug-Liebhaber an Schank- und Kuchenständen Fachgespräche führten, kündigte sich schon der nächste „Überflieger“ an:

Der gebürtige Spanier Jorge Gutiérrez Horno trat mit seiner Suchoi SU-29 (russisch: Сухой Су-29, auch „Sukhoy“ oder „Sukhoi“ SU-29) an den Start, ein russisches Kunstflugzeug mit Sternmotor, dessen Original (lt. Wikipedia) in den 1990er Jahren für die anfängliche Kunstflugausbildung und die Teilnahme von Piloten an Kunstflugwettbewerben und Flugschauen sowie für die Aufrechterhaltung der Flugfähigkeiten von Militär- und Zivilpiloten verwendet wurde.

Dass Gutiérrez als Modellpilot mit geschickten Fingern an der Fernbedienung in dem nichts nachsteht, zeigte er eindrucksvoll mit einer spektakulären Luft- und Bodenakrobatik-Vorführung. Nach Loopings, Rollen und Sturzflügen unter den Wolken glitt sein Flieger sanft Richtung Erde, drehte sich mit dem Heck nach unten und wirbelte nur ein paar Zentimeter über dem Boden die eigenen Abgase auf, in denen sein Pilot wie von Geisterhand „verschwand“. Wofür der äußerst sympathische Flugkünstler im Übrigen europaweit bekannt ist:

Im zarten Alter von 6 Jahren in seiner Heimat Madrid die Liebe zum Modellflug entdeckt, begann er 2012/2013, an Kunstflugwettbewerben teilzunehmen, holte sich in Spanien schon ein Jahr später den Vizemeister-Titel, errang 2016 ebenfalls den zweiten Platz in England und 2017 bei der britischen Nationalmeisterschaft den dritten, erklärte er. Vor vier Jahren ist der heute 24-Jährige der Arbeit wegen nach Deutschland gezogen und arbeitet als Flugzeugmechaniker auf dem Flugplatz Porta Westfalica in Vennebeck, wo diverse Sportfliegervereine angesiedelt sind.

Seine Darbietung in Petershagen war jedenfalls grandios, wie man – neben Darbietungen anderer Gastpiloten – in unserem Video erkennen kann:

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Die nächste Gelegenheit, Jorge Gutiérrez Horno und seine Flugkünste live zu erleben, ist übrigens am 25. und 26. August 2018 zum Tag der offenen Tür beim Flugplatz Porta.

Insgesamt war die (jährlich stattfindende) Veranstaltung des MSC Sperber Petershagen e.V. unter Vorsitz von Heinrich Kastning aus Minden und Jörn Dammeyer aus Petershagen auf jeden Fall sehenswert. Positiv war auch, dass der Eintritt und das Parken frei waren. Und wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, so viele Hobbypiloten mit solch großen Modellfliegern auf einen Schlag zu sehen? Unter anderem waren Teilnehmer aus Hannover, Oldenburg, dem Lipperland, Gütersloh, Nienburg und Bremen zu Gast, die jeweils 2 bis 5 Minuten lang Zeit hatten, ihre Modelle in der Luft zu zeigen.

Zum Abschluss gab’s noch eine lustige Aktion für Kinder: Aus einem der Modellflugzeuge wurden Bonbons abgeworfen. Aber sehen Sie selbst, liebe Leserinnen und Leser, in unserer 109 Fotos umfassenden Bilderstrecke:


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