Spagat zwischen Sicherheit und Datenschutz

OctoberNews arbeitet im Background hart an der Wiederherstellung und Sicherung der Website und Umsetzung der Datenschutzverordnung

Sicherheit und Datenschutz – zwei Eckpfeiler, die einen Spagat bei der OctoberNews-Redaktion erforderlich machen – Symbolfoto: clarissewwt/pixabay CC0

Wie bereits berichtet, gingen 10 wertvolle Tage verloren, weil Cyberkriminelle unsere alte Website gerade in der heißen Phase der Umstellung auf die neue Datenschutzverordnung lahmlegten. Unsere OctoberNews-Redaktion befindet sich seitdem im Spagat zwischen Aufbau der neuen Website im Design, Wiederherstellung der alten Berichte, Einbau von zahlreichen Sicherheitsfunktionen, um weitere Angriffe auf die Website zu verhindern, und Umsetzung der von der Europäischen Union erlassenen Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO), die zum Schutz der persönlichen Daten aller Leserinnen und Leser beitragen soll.

Dabei muss unter anderem beachtet werden, dass ab dem 25. Mai 2018 nur noch datenschutzkonforme Funktionen von Dritten (z.B. Plugins, die zur Sicherheit oder Verbesserung des Webdesigns beitragen) zur Anwendung kommen. Auf Deutsch: Alles auf Anfang und Schritt für Schritt jede Funktion der Website überprüfen und umstellen (inklusive Recherche nach entsprechenden Plugins, Studieren derer Datenschutzerklärungen, Recherche nach Fachbeiträgen, etc. pp.).

Die aufwendigste Arbeit stellt aber zurzeit die Wiederherstellung unserer zahlreichen Bildergalerien dar. Da wir uns von der Foto-Plattform „Flickr“ verabschieden müssen, weil das Unternehmen wiederholt den Besitzer wechselt und so nicht durchzublicken ist, ob und welchen Datenschutz die Plattform bietet, musste erst einmal eine – kostenpflichtige – datenschutzkonforme Galeriefunktion gefunden werden, mit deren Hilfe unsere Fotogalerien nicht nur angemessen auf der Website präsentiert, sondern auch die Berichte an sich schnell geladen werden können (obwohl die Bilder auf dem eigenen Server liegen), um Mobilgeräte-Nutzern bestmögliche Performance bieten zu können. Die Übertragung, Konvertierung (Verkleinerung des Bilddateiformats) und das Einpflegen von Tausenden von Bildern in die neuen Bildergalerien auf unserer Website ist echte Fleißarbeit.

Was das Präsentieren von Videos auf unserer Website angeht, ist noch keine ansprechende Lösung gefunden worden. Es wird wohl darauf hinauslaufen, dass unsere Videos wieder bei YouTube hochgeladen, aber mit umfangreichen Datenschutzfunktionen ausgestattet werden (siehe dazu beispielsweise den externen Bericht von Blogmojo).

Schlussendlich muss noch unsere Datenschutzerklärung bis zum Stichtag 25. Mai komplett überarbeitet werden, angepasst an die neuen Funktionen.

Darunter leidet enorm die Berichterstattung. „Seit Wochen komme ich nicht mehr dazu, neue Berichte zu veröffentlichen, weil ich mit dem Wust an Arbeit allein auf weiter Flur stehe. Datenschutz-Fachleute bzw. IT’ler kann ich mir als Solo-Selbstständige mit dem geringen Verdienst nicht leisten. Und der Gesetzgeber macht das Ganze nicht leichter“, weiß unsere Online-Redakteurin, die ihr bisher erstes Standbein (Foto-, Web-, Schreibservice) aufgrund der DS-GVO zum Stichtag 25. Mai auflöst. „Der Vorteil an der Sache: Ist erst einmal alles eingerichtet, kann ich mich voll und ganz dem freien Journalismus widmen – mein erklärtes Ziel.“ Neben ihren OctoberNews in Minden und Umgebung ist sie seit Anfang des Jahres ja auch für den „Petershäger Anzeiger“ unterwegs.

Was bleibt, ist die Angst vor weiteren Angriffen Cyberkrimineller sowie Abmahn-Anwälten oder Menschen, die meinen, ein „Haar in der Suppe“ gefunden zu haben, sobald die DS-GVO wirkt. Das kann die Existenz kosten. Viele haben ja schon aufgegeben, ihre Blogs vom Netz genommen – wirklich traurig, aber wir können das hundertprozentig nachvollziehen.

Der Gesetzgeber lässt „kleinen Selbstständigen“ ja keine Wahl: Erst werden sie von horrenden Krankenversicherungsbeiträgen „aufgefressen“ (weshalb viele mit HartzIV aufstocken müssen), dann werden sie pauschal als „Scheinselbstständige“ abgestempelt (Auftraggeber gehen verloren), dann gibt ihnen die EU DS-GVO den Rest. Was bleibt, ist der Traum vom bedingungslosen Grundeinkommen: Mit mindestens 1000 Euro monatlich für jeden (!) könnten gerade diejenigen endlich ihren Wunsch-Beruf ausüben, die seit Jahren (finanziell) benachteiligt werden – ohne Existenz-Ängste.

So, das musste mal gesagt werden. Jetzt geht es weiter an die „Background“-Arbeit, damit OctoberNews schnellstmöglichst für Sie, liebe Leserinnen und Leser, wieder da sein kann mit aktuellen Berichten. In der Zwischenzeit melden wir uns natürlich ab und an.


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