Skatecontest 2016 in Minden rief zur Herausforderung

Matthias Ebeling und Niklas Höcker holten ersten Platz in den Klassen A und B beim Skateboard-Contest am 13. August im Skatepark Minden

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Nur Fliegen ist schöner – fortgeschrittene Skateboarder zeigten beim Contest 2016 in Minden, wie man die „rollenden Bretter“ richtig in Bewegung bringt und gekonnt in Szene setzt – Fotos: onm

Matthias Ebeling (Klasse A) und Niklas Höcker (Klasse B) hatten es am besten drauf beim Skatecontest 2016 in Minden und holten die ersten Plätze. Sie brachten wie viele andere Teilnehmer ihre „Bretter“ nicht nur ins Rollen, sondern ließen sie über den Skatepark fliegen, als gäbe es kein Morgen.

Jugendliche und erwachsene Skateboarder aus den Regionen Minden-Lübbecke und Schaumburg kämpften beim Contest am 13. August 2016 um die ersten bis dritten Plätze mit zahlreichen „Tricks“ – im Sinne von Skateboard-Manövern. Auf dem kleinen, aber feinen Freigelände an der Weserpromenade brachten sie mit „Grabs“, „Flips“, „Grinds“ und „Flats“ jede Menge Zuschauer ins Staunen, ließen ihre Bretter hochschnellen, führten Sprung- und Flugbewegungen aus, rutschten über Kanten und rollten über die „Miniramp“.

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Jannis Weßling moderierte nicht nur den Contest, sondern schwang sich auch selbst aufs Brett

Moderiert von Jannis Weßling aus Bückeburg, seit sieben Jahren mit Spaß an der Sache dabei sowie Contests in Rinteln und seiner Heimat absolviert, kennt er die Skater-Szene und weiß, dass viele Bückeburger gern nach Minden kommen. „Hier kennen sich die Skater“, erklärte der 23-jährige Maschinenbau-Student und schwang sich selbst aktiv aufs Brett.

Dabei existiert der Skatepark Minden seit gerade mal dreieinhalb Jahren, trägt aber eine bewegende Geschichte: Im September 2011 demonstrierten rund 200 Jugendliche vor dem Rathaus und forderten eine Skaterbahn. Da die Stadt Minden jedoch keinerlei Mittel dafür bereitstellen wollte, begab sich Robert Brinkmann, 1. Vorsitzender des damals neu gegründeten Vereins „Skatepark für Minden e.V.“, auf andere Wege.

Unterstützt von Mir Mehdi Mazlumsaki, Gründer und Betreiber des Kulturzentrums „Hamburger Hof – Ameise – Kulturhügel“, der ebenfalls im Vorstand aktiv ist, zwei weiteren Vorstandsmitgliedern und mit der finanziellen Hilfe von Sponsoren wie Wastrel, Faeral, Woodlander, einem Copycenter und Holz Niemann brachten die Skateboard-Begeisterten ihren Skatepark an der Weserpromenade buchstäblich ins Rollen.

Nach langwierigen Verhandlungen, Organisationen, Aufbau und Gutachten für die Inbetriebnahme durch Diplom-Ingenieur Ralf Maier aus Köln, einem Spezialisten für die Begutachtung und sicherheitstechnische Abnahme von Bike- und Skateanlagen, war es dann soweit. Der Skatepark feierte am 11. Mai 2013 seine Eröffnung – und das gleich mit dem ersten Skatecontest.

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Spektakuläre Sprünge der Skateboarder begeisterten die Zuschauer

Mittlerweile gehört der Skatepark Minden, neben Tennisplatz, Weserstadion, Fußballplatz und Kanuverein, zum festen, sportlichen Bestandteil an der Weserpromenade, der von Kindern und Jugendlichen – ob mit Bike, Skateboard oder Rollerskates – aktiv genutzt wird.

So stand auch dem Skatecontest 2016 nichts mehr im Wege. Die Veranstalter riefen wochenlang großflächig zur Teilnahme auf und das Gelände füllte sich zusehend am Samstag mit Leben. Als Anreiz wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe A für über 18-Jährige und Gruppe B für alle unter 18 Jahren. Zur „Plattenteller“-Musik von DJ Gorden Shamway (WeLoTi Sound) bewegten sich die Skateboarder bei perfektem Sommerwetter über die Betonhürden.

Wer genau welche Tricks draufhatte, konnten wohl nur die Teilnehmer selbst wissen – für Außenstehende und Nicht-Skater ist der Trick-Katalog einfach zu umfangreich, zumal viele Manöver kombiniert wurden. Aber es sah verdammt gut aus – auch wenn manche Stürze schon beim Zuschauen wehtaten. Doch welcher Mensch ist in jungen Jahren nicht schon mal auf den Allerwertesten gefallen? Das bringt dieser Sport nun mal mit sich – da heißt es: Zähne knirschen und weitermachen. Schließlich gab’s auch was zu gewinnen.

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Das sind die strahlenden Sieger und Teilnehmer beim Skatecontest 2016 in Minden

So konnten sich die Sieger auf den ersten Plätzen, Matthias Ebeling (Klasse A) und Niklas Höcker (Klasse B), über „Decks“ freuen (Skateboard-Bretter ohne Rollen und Achsen). Auf Platz 2 landeten Marc Büsing (A-Gruppe) und Sharif Börsch (B-Gruppe), auf den dritten Plätzen Ky Tran (A-Klasse) und Younis Becker (B-Klasse), die sich allesamt T-Shirts und andere Skateboard-Utensilien aussuchen konnten.

Der 15-jährige Allegro (2. v. li. unten im Gruppenfoto) aus Minden hingegen, der sich über den Eintritt ins Finale freute, haute einfach seine besten Tricks raus, wie zum Beispiel den „Backside 180“. Dabei springt er „Backside“ (also von hinten) beispielsweise auf die „Rail“ (auf ein Geländer oder Ähnliches) und dreht sich beim Auf- oder Absprung um 180 Grad.

Welche Kanten (engl.: Curbs), Geländer, Rampen oder andere Hindernisse auch immer abgerollt, überflogen oder geschliffen wurden – die Jungs und Mädels im Contest legten sehenswerte Tricks und teils spektakuläre Sprünge vor, während der 23-jährige Erste Vorsitzende fast unscheinbar im Hintergrund zusammen mit anderen Helfern Getränke und Speisen ausschenkte und die jungen Sponsoren von Faeral und Wastrel Markenklamotten anboten. Letztendlich gehen alle Erlöse in die Instandhaltung des Skateparks.

Abschließend wurde die Bahn für Biker und Skater allen Alters freigegeben – und zu unserem Erstaunen auch für kleine Mädchen auf Rollern:

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Auch die Kleinsten wissen den Skatepark in Minden zu schätzen

Also wenn das jetzt kein Grund für die Stadt Minden ist, das Skatepark-Projekt doch noch zu fördern … ;o)

Ach ja, ein „paar“ Bildchen haben wir auch noch übrig, nicht nur vom Contest, sondern auch, was sich auf der Weser derweil abgespielt hat:


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