“Siewilla” stärkstes Strongmen-Team beim Lkw-Ziehen in Hartum

Erste Strongmen-Team-Challenge in Hille-Hartum bringt Sieger aus Versmold hervor beim Tau- und Lkw-Ziehen - gelungener Ausklang des Sport- und Schützenfestes

Gewinner Lkw-Tauziehen
Sieht anstrengend aus, ist es auch. Das Strongmen-Siegerteam “Siewilla” (bzw. “Sie-will-ja”) aus Versmold zog den 11-Tonnen-Sattelschlepper in fast einer halben Minute schnell 50 Meter weit über die Ziellinie – Fotos: onm

Bei der ersten Strongmen-Team-Challenge in Hille-Hartum ging es laut, staubig und kraftvoll zu. Denn fünf Teams mussten beim Tauziehen und Lkw-Ziehen ihre volle Energie ans Seil hängen und angefeuert werden. Und “Siewilla” (bzw. “Sie-will-ja”) aus Versmold zeigten, wo der Hammer hängt. In nur 33,13 Sekunden zogen die fünf Männer eine elf Tonnen schwere Zugmaschine über eine Strecke von 50 Metern. Der Wanderpokal war ihnen bei einer Gesamtbewertung von 22 Punkten sicher.

Zum Ausklang des einwöchigen Sport- und Schützenfestes auf dem Hartumer Sportplatz lud der TuS Hartum e.V. (Turn- und Sportverein Hartum von 1894 e.V., kurz: TSH) am 29. Mai 2016 zur Premiere ihrer Strongmen-Team-Challenge ein. Vom Teamleiter und Trainer der “Maids of Kolben”, Andrew Munton (s. Bericht vom Mindener Tauziehen 2014), gelobt für ihre gute Organisation erklärte Jörg Eichmeyer die Regeln:

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Jörg “Knubbel” Eichmeyer vom TSH schrieb die Wettkampfergebnisse auf, erklärte die Regeln, moderierte und organisierte zusammen mit Lars Becker die Strongmen-Team-Challenge

Fünf Mannschaften treten gegeneinander an. Aus einer Kombination der Disziplinen Tauziehen und Lkw-Ziehen wird das stärkste Team ermittelt, das aus fünf bis acht Männern und/oder Frauen bestehen kann. Zu den Wettkämpfen treten jedoch immer nur fünf Teilnehmer an. Während es beim Tauziehen heißt “jeder gegen jeden”, gilt es, beim Lkw-Ziehen die beste Zeit zu erreichen. Die rund 11 Tonnen schwere Zugmaschine (in diesem Fall ein gelber Lastkraftwagen von MAN) muss dafür über eine Strecke von 50 Metern gezogen werden. Mindestens zwei Mal muss jedes Team am Tauziehen und zwei Mal am Lkw-Ziehen teilnehmen. Zum Schluss entscheidet eine ausgeklügelte Punktewertung über die Siegermannschaft. Und die erhält einen “Strongmen-Wanderpokal”.

Außerdem erhielten die teilnehmenden Mannschaften während des Wettbewerbs von den Veranstaltern Lars Becker und Eichmeyer exklusiv einen Tisch in der “Team-Zone” unter einem Zeltdach im Freien und wurden mit 10-Liter-Bierfässern zum Selberzapfen versorgt. Letztgenanntes wurde reichlich genutzt, hatte aber trotz ansteigendem Pegel anscheinend keinen Einfluss auf die Leistung der Wettkämpfer, nur die Anfeuerungsrufe wurden lauter und umfangreicher. Schließlich ging es um den Spaß bei der Sache.

Mit „es brennt, es brennt“ wurden beispielsweise die “Feuerpatschen” der freiwilligen Feuerwehr Hartum, die den 3. Platz bei der Gesamtbewertung mit 11 Punkten belegten, von ihren Teamkollegen beim Tauziehen angefeuert. Sehr zur Freude der überschaubaren Zuschauermenge, worunter sich für kurze Zeit auch Hilles Bürgermeister Michael Schweiß mischte. Beim Lkw-Ziehen betrug ihre Bestzeit 44,59 Sekunden.

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Wenn das Team der “Feuerpatschen” der freiwilligen Feuerwehr Hartum mit “Es brennt, es brennt” angefeuert wird, werden die Männer zu “wilden Tieren” beim Tauziehen

Die Hartumer Handballmannschaft 3 “Wer trainiert, verliert” belegte Platz 2 und holte 12 Punkte. Sie durften als erstes sich an dem 11-Tonnen-Sattelschlepper über der sandigen Laufpiste zu schaffen machen, wo sie gleich ihre Bestzeit von 45,09 Sekunden hinlegten. Wohingegen die “Kampfsportschweine” der Handballmannschaft 2 aus Hartum zwar auf Platz 4 landeten mit 8 Punkten, dafür ihrem Namen alle Ehre machten und echten Kampfgeist, insbesondere beim Tauziehen, bewiesen. Die MAN-Zugmaschine bewegten sie in ihrer Bestzeit von 44,78 Sekunden über die Ziellinie.

Mit dabei war auch die Frauenfraktion “GB Maids” (bzw. “Maids of Kolben”) aus Minden. Die Bekennerinnen britischer Musik hatten gegen die vier Männermannschaften keine Chance und landeten auf dem letzten Platz, obwohl sie ihren “Chef”, “Great Britain Club”-Besitzer und ehemaligen Vize-Weltmeister der TWIF (1987), Andrew Munton, beim Lkw-Ziehen in der zweiten Runde ans Seil holten. Immerhin sorgte er dafür, dass die Frauen von 1,30 Minuten in der ersten Sattelschlepper-Runde auf 56,50 Sekunden persönliche Bestzeit aufstiegen. Ihre Gesamtbewertung lag so bei 7 Punkten.

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Für das Frauenteam “GB Maids” inklusive Trainer Munton war das Lkw-Ziehen eine Premiere und echte Herausforderung

Nach der Tortur musste Munton erst mal lange verschnaufen und sich eine Zigarette gönnen. Kommt ja nicht alle Tage vor, dass der Trainer selbst seine Kraft unter Beweis stellen muss. Während des rund dreistündigen Wettkampfgelages waren zudem verzerrte Gesichter, pfeifende Lungen und Seitenstiche nicht die Seltenheit.

Die Siegermannschaft “Siewilla” (bzw. “Sie-will-ja”) aus Versmold brachte übrigens sechs Leute mit und trainiert ein Mal die Woche, verriet Eichmeyer mit Stolz und ein klein wenig Neid auf die “Hünen”. Auch die Technik der stärksten Männer dieser Challenge wurde beneidet. Das Siegerteam entschloss sich, nachdem es die Veranstaltungsankündigung im Internet fand, spontan zum Mitmachen.

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Veranstalter Lars Becker überreichte dem Sieger der Strongmen-Team-Challenge, “Siewilla” (bzw. “Sie-will-ja”), den begehrten Wanderpokal

Nachdem Besucher es sich zwischenzeitlich am langen Kuchenbuffet und an der Zapfbar im riesigen Festzelt mit Terrasse gemütlich machen konnten sowie draußen mit Bratwurst, Pommes und Döner verwöhnt wurden, wurde es zum Abschluss der Veranstaltung ein bisschen chaotisch, was das Auswählen der angemessenen Preise für die Zweit- bis Fünftplatzierten anging. Aber Eichmeyer und Becker wurden sich einig: Sie sollten auf keinen Fall mit leeren Händen nach Hause gehen und wurden mit Barre-Bierfässern inklusive Schemel versorgt.

So stürmten die fünf Mannschaften noch einmal das Feld, um ihre Auszeichnungen entgegenzunehmen – das Team aus Versmold natürlich ihren hart verdienten “Strongmen-Wanderpokal” – den Ersten seiner Art aus Hille-Hartum. Und die Veranstalter des TuS Hartum e.V. sowie Bürgermeister Schweiß sind sich sicher, dass, sobald es sich herumgesprochen hat, nächstes Jahr mehr Zuschauer den Weg zur Challenge finden werden.

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Die Frauen an der langen Kuchen-Theke waren gut drauf und versorgten die Gäste mit leckeren selbstgebackenen Torten und Kaffee

Wir fanden jedenfalls, das war eine rundum gelungene Veranstaltung für die ganze Familie. Schließlich konnten sich auch Kinder am Tauziehen probieren und während des Wettkampfs auf dem großen Sportplatz und der Hüpfburg rumtoben.

Doch nun zu unserer Bilderstrecke:


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