SEPA-Frist für Unternehmen, Handel und Vereine läuft aus

Ende Januar 2014 endet für Unternehmen, Handel und Vereine die Frist zur Umstellung auf das neue SEPA-Verfahren

SEPA
Das ehemalige Überweisungsformular mit seinen kurzen Kontonummerangaben hat ausgedient – jetzt kommt SEPA – Screenshot: onm

Am 1. Februar 2014 ist für Unternehmen, Handel und Vereine Schluss mit herkömmlichen Zahlungsverfahren – SEPA ist da!

Vereine, Handel und Unternehmen müssen sich jetzt beeilen. Am 31. Januar 2014 endet die Frist zur Umstellung auf den neuen SEPA-Zahlungsverkehr, das heißt, Sie haben noch volle 2 Tage Zeit! Am 1. Februar 2014 werden endgültig die bekannten nationalen Zahlungsverfahren Überweisung und Lastschrift durch die neuen pan-europäischen Verfahren, die sog. SEPA-Verfahren ersetzt.

Das heißt, ab dem 1. Februar 2014 werden inländische Überweisungen und Lastschriften von Unternehmen, Handel und Vereinen mit Angabe von herkömmlicher Girokontonummer und Bankleitzahl nur noch im Ausnahmefall von den Banken bearbeitet werden, und auch nur unter Absprache zwischen Kunde und Bank oder Sparkasse. Obwohl der EU-Ministerrat nach aktuellen Pressemeldungen den Deutschen noch eine letzte Gnadenfrist bis Ende Juli 2014 einräumte, bleibt die gesetzliche Frist 1. Februar 2014 erhalten – man solle jetzt endgültig auf das SEPA-Verfahren umstellen.

Wer keinen Kummer mit der neuen Nummer riskieren möchte, sollte jetzt schleunigst umstellen. Der Gesetzgeber räumt keine weitere Fristverlängerung ein, schließlich ist SEPA bereits seit 2008 bekannt, als die ersten Überweisungen ins europäische Ausland mit IBAN und BIC durchgeführt werden durften. Aber das ist eben wie Geburtstag, man weiß, dass er an einem bestimmten Tag im Jahr kommt, kauft aber trotzdem erst einen Tag vorher das Geschenk.

Das einheitliche europäische Zahlungsverfahren soll ja seine Vorteile haben, was wir natürlich ausprobiert haben: Anstatt wie bisher zwei oder mehr Werktage im Nirvana des Bankendschungels unterwegs zu sein, ist der Überweisungsbetrag bereits am nächsten Tag auf dem Empfängerkonto zu verzeichnen – jedenfalls innerhalb deutscher Bankkonten. Sein Minus auf dem einen Konto durch Überweisung (s. Bild oben) von dem anderen Konto von heute auf morgen ausgleichen zu können, ist also schon mal was Positives, fallen nicht all zu horrende Dispozinsen an. Auch das Sparkonto kommt schneller zu seinem Sparbetrag, so kann man höhere Guthabenzinsen einheimsen. Mal abgesehen von den Rechnungsbegleichungen, da freut sich doch der Vermieter, Stromanbieter, Handelsbetreiber, etc. – und man selbst ist das schlechte Gewissen los.

Kontonummer heißt nun IBAN (International Bank Account Number, auf Deutsch: internationale Bankkontonummer) und Bankleitzahl heißt jetzt BIC (Business Identifier Code, dt: internationale Bankleitzahl).

Während der Übergangsfrist vom 1. Februar 2014 bis Ende Januar 2016 und danach wird sogar nur noch „IBAN, der Schreckliche„, wie die lange Kontonummer scherzhafterweise genannt wird, notwendig werden. Die BIC wird zukünftig ganz wegfallen aufgrund der eindeutig zuordenbaren IBAN.

Die IBAN ist übrigens je nach Land unterschiedlich lang (in Deutschland hat sie immer 22 Stellen!). Sie besteht aus einem Länderkennzeichen (z. B. DE), einer Prüfziffer sowie der herkömmlichen Bankleitzahl und Kontonummer.

Ihre eigene IBAN und BIC erfahren Sie von Ihrer Bank bzw. können Sie Ihren aktuellen Kontounterlagen entnehmen.

SEPA steht für „Single Euro Payments Area“, wie mittlerweile bekannt ist. Unter einem sog. SEPA-Mandat versteht man alle Zahlungsanweisungen und Zahlungseingänge, die mit einer gültigen IBAN und BIC versehen sind.

Dann gibt es zwei verschiedene Arten von SEPA-Lastschriftverfahren, die sog. SEPA-Basislastschrift sowie die SEPA-Firmenlastschrift. Letztgenannte ist ausschließlich im Zahlungsverkehr zwischen Unternehmen möglich (bisher: Abbuchungsauftrag). Bei der SEPA-Firmenlastschrift besteht im Vergleich zur verbraucherfreundlichen SEPA-Basislastschrift keine Möglichkeit der Lastschrift-Rückgabe.

Wohingegen die SEPA-Basislastschrift (bisher: Einzugsermächtigung) Verbrauchern und Unternehmen untereinander offensteht. Diese darf innerhalb 8 Wochen nach Kontobelastung storniert werden. Sollte es sich um eine nicht autorisierte Lastschrift handeln, also eine Lastschrift ohne Mandat, kann man den Betrag sogar innerhalb 13 Monaten nach Kontobelastung stornieren lassen.

Denn ein sog. SEPA-Lastschriftmandat umfasst sowohl die Zustimmung des Zahlers zum Einzug der Zahlung als auch den Auftrag an den eigenen Zahlungsdienstleister.

Im Übrigen findet man eine sehr gute umfassende Erklärung rund um SEPA, IBAN und BIC auf der Seite „SEPA für Unternehmen und Handel“ der Deutschen Bundesbank.

Verbraucher bzw. Privatleute haben hingegen noch reichlich Bedenkzeit, denn sie sind bis Ende Januar 2016 nicht dazu verpflichtet, auf das neue SEPA-Zahlungsverfahren umzustellen. Sollten also nur Bankkonto-Daten mit herkömmlicher Kontonummer und Bankleitzahl vorliegen, darf man diese weiterhin problemlos bei inländischen Überweisungen angeben. Bei ausländischen Überweisungen läuft aber auch die Frist für Verbraucherinnen und Verbraucher am 1. Februar 2014 aus (s. auch Beschreibung der Deutschen Bundesbank).

Unser TIPP:
Sollten Sie über die Banking-Software „StarMoney Version 8“ verfügen, müssen Sie nicht auf die nächste Version „StarMoney 9“ updaten, wie das Programm vorschlägt. Es gibt in der Menü-Auswahl den Unterpunkt „SEPA“, dort können Sie problemlos SEPA-Überweisungen wie auch SEPA-Lastschriften durchführen und verwalten.

Schon aus Datenschutzgründen rät OctoberNews dazu, immer ein Banking-Programm zu benutzen, mit dem man den Zahlungsverkehr passwortgeschützt offline vorbereiten kann. Hat man alle Überweisungen vorbereitet, können diese in einem Schwung innerhalb ein paar Sekunden über das Internet an die Bank übertragen werden. Im Gegensatz zum Online-Verfahren, wo jeder Tastendruck und jeder von Hand eingegebene Login gehackt und von Dritten missbraucht werden kann.

Schlussendlich stellt sich jedoch die Frage, wie Bankkunden, die über keine Internetverbindung verfügen, ihren Zahlungsverkehr abwickeln können. Auch das kann die Deutsche Bundesbank unter „Allgemeine Fragen zu SEPA“ beantworten. Entsprechende Überweisungsformulare werden nach Absprache mit dem Bankkunden von der Bank oder Sparkasse ausgegeben. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die Überweisung über einen „Terminal“, der meist neben den Geldauszahlungs-Automaten in der Bank steht, auszuführen.

Gerade die ältere Generation wird hier beim Ausfüllen der neuen langen Zahlen-Buchstaben-Kombinationen Hilfe benötigen, wie natürlich die ganz junge Generation und behinderte Menschen, die nicht selbst dazu in der Lage sind. Bitte seien Sie geduldig. ;o)


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