Seniorenbeirat Minden feierte 25-jähriges Jubiläum

Rund 70 Gäste begrüßte der Beirat zur Feierstunde - mit einer Arbeitsgemeinschaft fing alles an - am 30. November 2019 ist Seniorentag

Humor ist auch im Alter angesagt: Seniorenbeiratsvorsitzender Dieter Pohl (li.) und sein Stellvertreter Athanasios Vlachos (re.) im Gespräch mit Bürgermeister Michael Jäcke – Fotos: Stadt Minden

25 Jahre Engagement für die Seniorinnen und Senioren in Minden – das feierte der Seniorenbeirat zusammen mit rund 70 Gästen im Treffpunkt Johanniskirchhof und brachte dafür eigens eine Jubiläumsbroschüre heraus.

Nach einem Treffen der kommunalen Seniorenbeiräte Minden-Lübbeckes Anfang Juni (siehe Pressemeldung des Kreises) lud der Seniorenbeirat der Stadt Minden zur Jubiläumsfeier an. Dieter Pohl, der nach dem Versterben des Gründers Walter Fiedler seit Mai 2001 den Vorsitz übernimmt, empfing rund 70 Gäste im ‚Treffpunkt Johanniskirchhof‘, der seit dem 24. August 1979 (damals: ‚Altentagesstätte am Johanniskirchhof‘) als Anlaufstelle für die ältere Generation dient und entsprechende Veranstaltungen und Kurse anbietet – ein Jahr, nachdem die Arbeitsgemeinschaft ‚Offene Altenhilfe‘ gegründet und am 28. August 1994 von dem neu gewählten Seniorenbeirat abgelöst wurde.

Ein umgesetztes Projekt des Seniorenbeirats: die Notfalldose

Eine Einrichtung, die auch Bürgermeister Michael Jäcke, Landrat Dr. Ralf Niermann und Jürgen Jentsch, seit dem 25. April 2019 Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Landesseniorenvertretung (LSV NRW), zu würdigen wissen. Sie erschienen vergangenen Mittwoch zur Feierstunde des Beirats. Nach einer musikalischen Einlage des Chors der PariSozial Minden-Lübbecke/Herford gGmbH, Tagespflege Minden unter Leitung von Jochen Mühlbach gab Pohl zuerst einen kurzen Rückblick auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit des Seniorenbeirats.

So habe man beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Seniorenvertretungen im Kreis Minden-Lübbecke Anfang der 2000er Jahre die geriatrische Abteilung im Johannes Wesling Klinikum Minden durchgesetzt. Auch die Palliativstation sei durch die Arbeit der Beiräte eingerichtet worden. Drei wichtige Projekte, die in Minden für Seniorinnen und Senioren einen Mehrwert hätten, seien zudem die Notfallkarte, Notfallbänke und Notfalldose. „Das trägt dazu bei, dass in einem Notfall die Sanitäter unkompliziert und einfach an lebenswichtige Informationen kommen. Und wenn dadurch ein Leben gerettet wird, dann haben wir viel erreicht“, unterstrich Pohl.

ON: Wobei diese Notfalldose, die unter anderem in Apotheken erhältlich sei, nicht bei jedem auf Zustimmung stoße, wie man einem Bericht auf apotheke adhoc entnehmen kann. Erstens sei sie aus Plastik und zweitens zu teuer. So könne man sich diese schließlich für 0 Euro leicht selbst und umweltbewusst herstellen.

Dann sei noch das Thema öffentliche Toiletten maßgeblich durch den Seniorenbeirat vorangebracht worden. Bürgermeister Michael Jäcke ging in einem Grußwort darauf ein und machte deutlich, dass im Rahmen der Sanierungsarbeiten im Mindener Rathaus öffentliche Toiletten mitgeplant seien. „Wenn die Bürgerhalle (im Rathaus) fertig ist, dann gibt es dort öffentlich zugängliche Sanitäranlagen“.

Etwa 70 Gäste erschienen zum Jubiläum im Treffpunkt Johanniskirchhof – der Herr in der letzten Reihe war scheinbar überfordert von dem ‚Seniorenpower‘

Zudem verewigte sich der Bürgermeister in einer Jubiläumsschrift des Seniorenbeirats unter anderem mit den Worten (Zitat):

„(…) in Minden älter zu werden, heißt fit und aktiv zu bleiben. In der Weserstadt gibt es für Seniorinnen und Senioren Vieles zu erleben. Dass es ein vielfältiges Programm für die ältere Generation gibt, liegt unter anderem am Engagement des Seniorenbeirates. Seit 25 Jahren setzen sich die Mitglieder des Beirates für die Interessen der Mindenerinnen und Mindener 60+ ein. Positiv in Erinnerung bleiben die beiden Gesundheitstage. Hier haben Sie gezeigt, dass Sie offen für Neues sind. Sie lassen sich auch auf Experimente ein und bleiben damit sehr nah am Puls der Zeit. Ihnen ist es wichtig zu zeigen: Auch im Alter steht der Spaß an oberster Stelle. Das Leben bietet auch ab 60 Jahren spannende Chancen. Und Sie schaffen es das Gute und das Positive am Alter in den Vordergrund zu stellen. (…)“

Außerdem soll es eine gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt Minden, dem Seniorenbeirat und dem Beirat für Menschen mit Behinderung bei der Sanierung der Fußgängerzone gegeben haben. „Hier haben alle an einem Tisch gesessen und ihre Belange gewinnbringend in die Gestaltung eingebracht“, so Jäcke.

Der Chor der PariSozial Minden-Lübbecke/Herford gGmbH, Tagespflege Minden sorgte am Jubiläumstag für musikalische Unterhaltung

Landrat Dr. Niermann betonte die „gute medizinische Versorgung im Mühlenkreis“ und versicherte, dass auch 2021, „wenn die Leitstelle der Feuerwehr von Hille aus agiert, der Rettungsdienst weiterhin gut aufgestellt“ sein werde. Er werde sich auch dafür einsetzen, dass die Polizeiwache seinen Platz im Mindener Rathaus behalte.

Zum Schluss kam Jentsch von der LSV NRW zu Wort. Sport und Bewegung seien auch für ihn „absolut wichtig im Alter. Nur so bleiben Körper und Kopf aktiv.“ Er ermutigte die Gäste, eine realistische Sicht auf das Alter und keine Angst vor der Zukunft zu haben. Als positives Beispiel nannte er das Engagement von Seniorinnen und Senioren bei ‚Fridays for Future‘ – eine weltweite Klimaschutzbewegung, angeführt von der 16-jährigen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg, der sich neuerdings auch ältere Menschen anschließen. „Wir müssen eine gute Mischung aus Tradition und Moderne hinbekommen, nur so werden wir gehört und können vor Ort die Politik mitbestimmen“, unterstrich Jentsch.

Gründer Walter Fiedler† erkannte hingegen bereits 1967, dass viele ältere Menschen Hilfe benötigen. Er hatte damals durch sein ehrenamtliches Engagement die Einrichtung eines Seniorenbeirats erst möglich gemacht. Mitbegründerin Irmgard Röhricht† unterstützte ihn dabei. Denn „es ist immer gut zwei Seiten zu haben. Zusammen können Frauen und Männer etwas bewegen und erfolgreiche Ergebnisse vollbringen“, erwähnt Cäcilia Brinkmann, Beisitzerin im LSV NRW, in der Jubiläumsschrift.

Alles in allem leistet der Seniorenbeirat sicher eine Menge für die älteren Menschen in der Weserstadt. Daher senden wir liebe Grüße und

gratulieren herzlichst zum 25. Jubiläum!

Informationen zur Arbeit des Seniorenbeirats, zum Treffpunkt Johanniskirchhof und zu Rentenangelegenheiten findet man auf der Webseite der Stadt Minden unter dem Kapitel „Seniorinnen und Senioren“.

Im Übrigen findet am 30. November 2019 in der Zeit von 14 bis 17 Uhr der 19. Seniorentag in der Mensa der Kurt-Tucholsky-Gesamtschule am Königswall 10 in Minden statt und wird 2020 der Seniorenbeirat neu gewählt.

Quelle: Pressemeldung Stadt Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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