Seit Ostern 2018 Parkgebühr am Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft verkündete Gebühren fürs Parken - Besuchermeinungen gehen auseinander

Rund um den Pavillon mit Imbiss und Toilettenhaus drängen sich insbesondere an Wochenenden Besucherfahrzeuge aus ganz Deutschland, um einen Parkplatz zu ergattern – seit Ostern ist dieser gebührenpflichtig – Archivfotos: onm

Pünktlich zu den Osterfeiertagen 2018 verkündete die Westfälisch-Lippische Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH (WLV), dass am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica seit Gründonnerstag Parkgebühren fällig werden: 3 Euro für drei Stunden oder ein Tagesticket für 5 Euro – und das täglich zwischen 8 bis 18 Uhr.

Um die freigelegte Ringterrasse prangert noch ein Gerüst, am Besucherzentrum mit Ausstellung sowie an der Gaststätte wird noch gebaut und überhaupt ist die Restaurierungsphase des 16,4-Millionen-Projekts Kaiser-Wilhelm-Denkmal noch nicht abgeschlossen, obwohl seitens des Eigentümers, des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), am offiziellen Eröffnungsdatum 8. Juli bisher nicht gerüttelt wird. Was das Verlangen von Gebühren für parkende Besucherfahrzeuge angeht, aber schon.

So teilte die WLV aus Münster am Gründonnerstag um 18 Uhr auf ihrer Facebook-Seite mit (Zitat):

Seit heute ist der Parkplatz am Kaiser-Wilhelm-Denkmal gebührenpflichtig. 3 Stunden kosten 3 Euro und ein Tagesticket kosten 5 Euro. Diese Gebühr ist zeitlich begrenzt von 8 bis 18 Uhr. Somit können für 3 Euro alle Attraktionen um das Denkmal und der näheren Umgebung besucht werden.

Durch diese Gebühr ist es uns überhaupt erst möglich geworden, ein Besucherzentrum mit einer einmaligen Ausstellung auf rund 280qm zu erstellen, das ohne Eintritt besucht werden kann. Und natürlich kann auch das Denkmal selbst weiterhin kostenlos besucht werden. Des Weiteren wird von dieser Gebühr der Unterhalt des Parkplatzes und der näheren Umgebung um den Parkplatz finanziert.“

Wir hoffen auf Ihr/Euer Verständnis.

Nach 18 Uhr sei der neu hergerichtete Parkplatz (dem die „Denkmalsgaststätte“ weichen musste, siehe unser Archivbericht mit Fotos) für die Besucher kostenfrei. Eine Schranke sei nicht geplant. Parktickets sind am Automaten zu lösen.

Wir waren ja zuletzt am 14. Januar vor Ort (siehe unsere Bilderstrecke im vergangenen Bericht) und mussten uns erst mal mit dem Auto in die Warteschlange (Pkws, Reisebusse, Motorradfahrer) stellen. Zudem konnten wir beobachten, wie sich ein Fahrzeug neben dem anderen parkend am Wegrand reihte, obwohl zu dem Zeitpunkt noch keine Parkgebühren verlangt wurden. Nach rund einer halben Stunde oben angekommen, wussten wir auch, warum. Der Parkplatz war völlig überfüllt. Zwei Runden gedreht, wurde dann tatsächlich ein Parkplatz frei.

Auf dem Parkplatz umgeschaut, haben wir gesondert ausgewiesene Parkplätze (jeweils ca. zwei Stück) für Elektrofahrzeuge, für Reisebusse und für Motorräder vorgefunden. Sicher sind auch Behindertenparkplätze vorhanden – ist uns aber nicht in Erinnerung und wurde von der WLV auf Anfrage vom 29. März einer Facebook-Nutzerin auch nicht beantwortet.

Insgesamt gehen die Meinungen der bisherigen wie zukünftigen Besucher jedenfalls weit auseinander, was das Verlangen von Parkgebühren am Kaiser-Wilhelm-Denkmal angeht. Während die einen kein Problem mit dem Entrichten von Parkgebühren haben und sich so mancher darüber aufregt, dass immer nur gemeckert würde, teils sogar Verständnis aufkommt für die „Gegenleistung“ zum künftigen Angebot, das Unsummen verzehre, lassen andere ihrer Kritik freien Lauf:

So habe man beispielsweise mal gehört, dass die Parkgebühr in den Lokalitäten angerechnet werden sollte, was wohl wieder verworfen wurde. Manche hätten es korrekter gefunden, wenn die Gebühr erst nach Fertigstellung der Sanierung anfiele. Manche sind mit der Zeitspanne von drei Stunden in Verbindung mit der Gebühr von 3 Euro nicht einverstanden, weil diese beim Besuch im zukünftigen Restaurant und/oder Museum schnell rumgehe, man also gezwungen wäre, das Tagesticket für 5 Euro in Anspruch zu nehmen. Nicht zu vergessen wäre die in unmittelbarer Nähe des Denkmals befindliche Wittekindsburg (siehe unser Archivbericht mit Fotos), die neuerdings mit einer Schranke den Weg für Besucher-Kraftfahrzeuge versperrt. Im Übrigen habe sich für viele der Besuch des Ausflugsziels – aus Prinzip oder Geldmangel – nun erledigt.

Menschen mit geringen finanziellen Mitteln dürfte seit Ostern 2018 nur noch der Blick von unten auf das derzeit in Restaurierung befindliche Kaiser-Wilhelm-Denkmal mit Ringterrasse bleiben

In diesem Sinne dürften zahlreiche Menschen mit geringem Einkommen, die gar am Existenzminimum „kauern“ bzw. von Staatsmitteln leben müssen (z.B. HartzIV), seit Ostern dieses Jahres benachteiligt sein. Wer den Cent drei Mal umdrehen muss, wird sich auch drei Mal überlegen müssen, neben Treibstoffkosten und Verpflegung auch noch 3 oder 5 Euro Parkgebühren auszugeben. Wobei hier Gebühren pro Pkw gemeint sind, nicht pro Person, wie die WLV auf Nachfrage am 2. April versicherte. Einziger Wermutstropfen: Wer es schafft, den rund 294 Meter hohen Wittekindsberg zu Fuß oder per Fahrrad zu erklimmen (ob mitten durch den Wald oder den betonierten Weg hoch), kann Fahrtkosten sparen.

Allen anderen motorisierten Gästen sei es vergönnt, das größtenteils aus Steuergeldern finanzierte Millionen-Restaurierungsprojekt auf dem Weg bis zur (Wieder-) Eröffnung am 8. Juli 2018 zu begleiten und den Anblick jederzeit zu genießen.


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