Schön, dass Sie da waren

Max Bahr Baumarktfilialen mitten im Abverkauf

Die Konzernfamilie von Max Bahr bedankt sich bei ihrer treuen Kundschaft - Foto: Namira McLeod
Die Konzernfamilie von Max Bahr bedankt sich bei ihrer treuen Kundschaft – Fotos: onm

Am Samstag, den 7. Dezember 2013, ist ein Parkplatz in Porta Westfalica Barkhausen rammelvoll. Der Max Bahr Baumarkt macht – wie alle seine Kollegen in Deutschland – Abverkauf. Das komplette Sortiment wird mit 20 % Rabatt angeboten, Weihnachtsbäume an diesem Tage sogar mit 40 % – und die Schnäppchenjäger sind zahlreich erschienen.

Die Flaggen hängen auf Halbmast. Ein riesiges Plakat an der Fassade weist auf die Insolvenz des traditionsreichen Unternehmens Max Bahr hin: „Wir schließen diese Filiale. Alles muss raus.“ Ein mulmiges Gefühl macht sich bereits breit. Betritt man erst einmal den Baumarkt, entgegnen einem nicht wie sonst neugierige, gut gelaunte Kunden, sondern ein stilles, fast gruseliges Tapsen geht wehmütig durch die Halle und sucht nach der ersehnten günstigen Ware kurz vor Weihnachten. Und das mit Bedacht, denn Max Bahr macht deutlich darauf aufmerksam, dass „sämtliche Ware vom Umtausch ausgeschlossen“ ist, auch die bereits erworbene Ware.

Auch wenn der Laden rappelvoll ist und sich in einigen „Grabbelecken“ ein Schwarm von Kunden drängt, so steht den Mitarbeitern des Konzernriesen die Enttäuschung deutlich ins Gesicht geschrieben. Die Aufschrift auf den roten Schildern der Mitarbeiter an den Infoständen „Ihr Gegenüber ist bald arbeitslos“ hat sich nun leider bewahrheitet. Die Max Bahr Baumarktkette ist insolvent, alle Filialen in Deutschland müssen schließen. Und damit werden rd. 3.200 Max Bahr Mitarbeiter in Deutschland gekündigt. Ob, wie viele und wann Sie von evtl. Nachmietern der wahrscheinlich bald leerstehenden Immobilien übernommen werden, steht noch in den Sternen. Interessenten wie Hagebau, Global und Bauhaus stehen auf jeden Fall schon in den Startlöchern. In der Gründungsstadt Hamburg sollen bereits vier Max Bahr Filialen von Hagebau übernommen worden sein. Dann stehen jedoch noch immer rd. 120 Max Bahr Filialen im Raum.

Den Angestellten der Max Bahr Baumarktkette – wie vorher auch schon der Praktiker-Baumärkte – ist jedenfalls dieses Jahr 2013 nicht nach weihnachtlichem Feiern zumute. Ein Großteil wird ganz sicher erst einmal arbeitslos werden.

Die Max Bahr Konzernfamilie bedankt sich troz allem bei ihren treuen Kunden mit einem großen Aufkleber an der Ausgangstür „Schön, dass Sie da waren.“ (im Gegensatz zum jahrzehntelangen Slogan „Schön, dass Sie da sind.“).

OctoberNews sagt ebenfalls DANKE für Ihre großartigen Baumärkte, DANKE für Ihre freundlichen und gut ausgebildeten Mitarbeiter – es war stets eine Freude, bei Ihnen einkaufen zu dürfen! Haben Sie ein besinnliches Weihnachtsfest und denken Sie bitte dabei ganz fest an alle Ihre fleißigen Mitarbeiter in ganz Deutschland.

 


Diesen Bericht teilen: