Schluss mit lustig! Wir senden keine Corona-Meldungen mehr!

Fallzahlen sind nicht mehr nachvollziehbar in NRW und darüber hinaus - mobile Bewegungsdaten der Bürgerinnen und Bürger werden seit über einem Jahr verfolgt

Die Sonderrubrik Coronavirus auf OctoberNews.de ist ab sofort geschlossen – Grafik: geralt/pixabay CC0, onm

Coronavirus hin oder her. Jetzt ist Schluss mit lustig! Ab sofort werden wir diesbezüglich keine Meldungen mehr auf unserer OctoberNews-Website veröffentlichen. Wir hören sofort damit auf, Fallzahlen aus dem Kreis Minden-Lübbecke und Deutschland zu verbreiten sowie Pressemeldungen, die mit der Realität nicht mehr im Einklang stehen. Das können und wollen wir nicht mehr verantworten.

Unsere Begründung:

Die Fallzahlen, die seit heute, 20. April 2020, auf Anordnung des Gesundheitsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen vom 9. April gemäß § 11 Infektionsschutzgesetz (IfSG) von den Städten, Gemeinden und Kreisen über die jeweilige Bezirksregierung an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt werden, das ab sofort – nach einer „technischen IT-Umstellung“ – die alleinige Befugnis habe, an das Land NRW zu berichten, das wiederum an die Bundesregierung berichtet, sind unseres Erachtens nicht nur verwirrend, sondern schlichtweg „zugunsten der Lobby von Handel und Wirtschaft angepasst“.

Den Alleingang der Landesregierung NRW unter Ministerpräsident Armin Laschet, die Fallzahlen seit heute zu „vereinheitlichen“ – sprich: von heute auf morgen einfach diejenigen außer Acht zu lassen bei den Infektionsfällen, die sich zusammen mit den Infizierten in Quarantäne befinden – trifft bei uns auf völliges Unverständnis.

Die „echten“ Fallzahlen können so nicht mehr nachvollzogen und nicht mehr mit den vorherigen Fallzahlen seit Ausbruch der Coronakrise verglichen werden!

(Zur Erklärung siehe auch unser Bericht vom 15. April sowie die Hinweise zu den Fallzahlen in unserem letzten Bericht vom 17. April).

Nachdem wir heute zig Meldungen in Text und Ton im Internet recherchiert haben, fällt auf, dass einzig und allein die Wirtschaftskraft in NRW und Deutschland wiederhergestellt werden soll. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger geht – entgegen der Behauptungen aus der Bundespolitik – absolut nicht vor!

Erschreckend sind vor allem die Infektions- und Todeszahlen, die aus den Altersheimen kommen. Die Pfleger/innen und Bewohner/innen werden offensichtlich immer noch nicht hinreichend geschützt.

Hinzu kommt, dass die Bewegungen der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands offensichtlich seit einem Jahr „abgehört“ und „verfolgt“ werden. „Verkaufen“ will einem die Bundesregierung aber, dass eine entsprechende Corona-App noch in der Entwicklung wäre (siehe z.B. Bericht auf Merkur).

Erfreulich ist: Über die sogenannte „Corona-Datenspende-App“ des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich bisher mehr als 300.000 Personen (Stand 14. April) freiwillig registriert, die mittels Fitnessarmband oder Smartwatch ihre Zustimmung zur wissenschaftlichen Datenauswertung gegeben haben, um dem RKI bei den Auswertungen zu helfen (siehe Pressemeldung des RKI).

Was das Robert-Koch-Institut aber nicht durch alle Medien verlauten lässt: Seit März 2019 wird die Anzahl an Bewegungen sämtlicher Bürgerinnen und Bürger, die ein Mobilfunkgerät besitzen, erfasst und zur Analyse und Bewertung von „Social-Distancing Maßnahmen“ herangezogen.

Genauer handelt es sich hier um Mobilfunkdaten der Telekom und der Telefónica. Diese wiederum haben die Daten über die Firmen Motionlogic (Telekom) und Teralytics (Telefónica) an das Robert-Koch-Institut verkauft. Diese Daten seien „gewerblich erhältlich“ und würden „von zahlreichen Unternehmen verwendet, beispielsweise von Transportunternehmen, zur Verkehrsplanung oder zur Analyse von Verkehrsinfrastruktur“, heißt es im (relativ versteckten) Informationsbericht des RKI. Anonymität stehe dabei an erster Stelle, man würde in enger Zusammenarbeit mit den Bundesdatenschutzbehörden stehen und betont, dass „keinerlei personenbezogenen Informationen wie Alter oder Geschlecht, auch nicht als aggregierte Statistiken“ für die Analysen herangezogen würden.

Schaut man sich zum Beispiel auf der Seite „Datenschutz“ der Firma Motionlogic um, betont man auch hier die Anonymisierung der Daten und dass der Kunde ja bei der Telekom ein „individuelles Widerspruchsrecht“ besitze gegen die „Geo-Informationen und sozio-demografischen Merkmale“, die von der Telekom verarbeitet würden – und zwar die von „ca. 40 Millionen SIM-Karten​“. Aber klärt die Telekom jeden einzelnen Kunden auch darüber auf? Nicht wirklich. Sehen Sie selbst auf der Seite „Datenschutz ganz einfach“ der Telekom und finden Sie die Information, dass die Telekom die Kundendaten an die Firma Motionlogic weitergibt, die die Daten entsprechend weiterverarbeiten und an Kunden wie das RKI verkaufen kann. Dagegen sind die Informationen des RKI noch transparent. Da fragen wir uns:

Warum will die Bundesregierung eine „Corona-App“ entwickeln, wenn die Bewegungsdaten aller Bürgerinnen und Bürger bereits seit über einem Jahr (heimlich) erfasst, verarbeitet, vom RKI gekauft und in der Coronakrise analysiert und ausgewertet werden?

Und da gibt es noch zahlreiche weitere Ungereimtheiten rund um die (Des-) Informationen zum Coronavirus, zum Beispiel, was den Ursprung angeht, warum nicht rechtzeitig genügend Schutzmasken zur Verfügung gestellt wurden und vieles mehr. Jetzt heißt es seitens der Bundesregierung, der Minister/innen und mittlerweile auch Bürgermeister/innen nur noch „zurück zur (verantwortungsvollen) Normalität“ obwohl die Anzahl der Infizierten und Toten weiterhin steigt. Und diese Fallzahlen sind noch nicht mal sicher.

Uns reicht’s! Dieses verantwortungslose Verhalten können und wollen wir nicht mit verantworten.

Außerdem sind wir selbst von der Coronakrise betroffen, müssen Einschränkungen auf uns nehmen, finanziell (wir kriegen keine Soforthilfe) wie privat. Wir haben auch Familie und verzichten freiwillig auf Besuche. Wenn wir einkaufen gehen, legen wir einen Nasen-/Mundschutz an. Doch was nützt das, wenn andere nicht mitziehen in der Stadt Minden und darüber hinaus? Wenn die Bundesregierung und insbesondere das Land NRW fast alle Läden wieder öffnet und die Menschen zum Shoppen anregt? Und die Menschen das auch noch wahrnehmen und dabei das Risiko auf sich nehmen, infiziert zu werden oder andere anzustecken? Damit morgen ein Paar neue Schuhe im Schrank glänzt? Und hat Laschet und Co. einmal darüber nachgedacht, dass auch Menschen aus den Nachbar-Bundesländern nach NRW kommen könnten, um dort einzukaufen, wenn bei ihnen die Läden noch geschlossen sind?

Wir hätten Sie, liebe Leserinnen und Leser, gern über das Thema Coronavirus weiter informiert, weitere Meldungen eingestellt. Aber so nicht! An dieser Stelle ist Schluss mit Corona News auf OctoberNews. Die Sonderrubrik wird geschlossen. Wir bitten dahin gehend um Ihr Verständnis.

Wir behalten die weitere Entwicklung nur noch fotografisch im Auge (die Fotos veröffentlichen wir auf unserer Facebook-Seite) und konzentrieren uns im Anschluss wieder auf unsere historischen Oktober-Geschichten (siehe unsere neue Rubrik Geschichten und Geschichte aus dem Monat Oktober und unsere Archivberichte mit Bezug zum Oktober sowie Geschichtliches, Meilensteine und was zum Entdecken unter dem Suchbegriff Geschichte).

Selbstverständlich lassen wir Sie nicht völlig im Regen stehen. Auf der komplett überarbeiteten HILFESEITE CORONAVIRUS finden Sie hilfreiche Informationen, wo das Virus offensichtlich herkommt, woran man eine mögliche Infektion erkennen könnte, welche Anlaufstellen es gibt im Kreis Minden-Lübbecke und mehr.


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