Schiffsmodellbau-Club Poseidon zu Gast im Sommerbad Minden

Hobby-Modellschiffbauer aus Petershagen präsentierten rund 10 Schiffsmodelle aus ihrer Sammlung und ließen sie zu Wasser - Neumitglieder gesucht!

Der Hochsee-Bergungsschlepper „Herkules“ ist eins von zahlreichen Modellschiffen, das vom Schiffsmodellbau-Club Poseidon im Mindener Sommerbad am Maifeiertag präsentiert wurde – Fotos: onm

Was für die einen der Hafengeburtstag in Hamburg, war für den Schiffsmodellbau-Club Poseidon der Gastauftritt im Sommerbad Minden. Rund 10 Modellschiffe präsentierten sich im detailgetreuen Gewand und wurden zum Start der Freibadsaison zu Wasser gelassen.

Sie stehen den Großen in nichts nach und man kommt deutlich näher ran, um jedes Detail begutachten zu können: die Modellschiffe des Schiffsmodellbau-Clubs Poseidon e.V. (kurz: SMC Poseidon) aus Petershagen. Hobby-Modellbauer aus Minden und Petershagen ankerten rund zehn ihrer Schätzchen am 1. Mai zum Saisonstart 2017 im „Hafen“ des Freibades Sommerbad Minden.

Mit einer Spezialkonstruktion wird das empfindliche Modellschiff zu Wasser gelassen

Hellbach steuerte gerade seine „Herkules“ im Schwimmbecken, ein 1,25 Meter langer Hochsee-Bergungsschlepper im Maßstab 1:50 mit zwei Ladebäumen, Rettungsbooten, Rettungspumpen und Feuerlöscheinrichtung – eines der ältesten Modelle des SMC Poseidon, das schon vor Gründung des Vereins (1976) im Jahre 1969 von Erich und Frank Hellbach gebaut und 2013/2014 umgebaut wurde. Nur die „Falkenstein“ sei noch älter und stamme von 1963. Doch der erste Satz, der fiel, war: „Wir sind leider ein aussterbender Ast.“

Die heutige Jugend interessiere sich nicht mehr dafür, solange an einem Modellschiff zu bauen, vermuten die Vereinsmitglieder. Möchte man ein Modell beispielsweise aus Holz maßstab- und detailverliebt oder sogar nach den Originalplänen der Werft bauen, würden schon mal ein bis zwei Jahre ins Land gehen. Das Interesse der Jugendlichen läge aber zurzeit eher bei Rennwagen und Drohnen – wenn überhaupt wollen sie ein fertiges Schiff erwerben.

1. Vorsitzender Michael Höltkemeier freut sich über jedes Neumitglied, das die Kunst des Schiffmodellbaus entdeckt

Dabei gebe es auch Schnellbausätze, weist der 1. Vorsitzende Michael Höltkemeier hin. Die seien zwar nicht so detailgetreu und die Bauteile meist aus Kunststoff, dafür sind sie oft in den entsprechenden Farben vorlackiert, leicht zusammenzubauen und schwimmen gut. Anbauen könne man ja immer noch – Zusatzteile wie Anker, Relings, Segel, Figuren etc. würde man in jedem guten Modellbaufachgeschäft erhalten. Wer dann auf den Geschmack gekommen ist, finde jederzeit Rat und Hilfe beim SMC und kann sich im Verein mit anderen austauschen.

Eberhard Hunsicher schwört auf Originalnachbauten im Modellbau-Großformat – handgemacht aus Holz

Selbstverständlich seien auch ältere Herrschaften jederzeit willkommen, die beispielsweise im wohlverdienten Ruhestand noch mal richtig „Fahrwasser schnuppern“ wollen. Eberhard Hunsicher kann ein Liedchen davon singen. Mit 85 Jahren besitzt er mittlerweile eine stolze Flotte von 21 Schiffen, alle handgemacht und nur aus Holz – darunter das berühmte Segelschulschiff der Deutschen Marine, die „Gorch Fock“, das er zusammen mit seiner Frau sogar privat besichtigten und fotografieren durfte, um es originalgetreu mit gesamtem Mobiliar nachbauen zu können.

Und sein Meisterwerk hatte er leider auch Zuhause gelassen: das Kreuzfahrtschiff „MS Hamburg“ älterer Baureihe – ein Nachbau im Maßstab 1:100, gebaut nach Originalplänen der Hamburger Werft. „Die Hamburg hat eine Länge von 2 Metern und die Gorch Fock eine Masthöhe von 1,80 Metern“, erklärte er. Da hätte man einen Lkw bestellen müssen, um sie zu transportieren.

Rasende Wasserschutzpolizei im Miniformat in Aktion – ein Spaß, der besonders Kinder an den Beckenrand lockte

Doch das sei natürlich längst nicht alles, was der SMC Poseidon zu bieten habe. Auch Fischkutter, Segelschiffe, Frachtschiffe, Rettungskreuzer und vieles mehr haben die Modellbauer in ihrem Repertoire – mit passendem Sound an Board. Besonderer Beliebtheit unter den jungen Besuchern erfreute sich am Maifeiertag das Schiff der Wasserschutzpolizei, das mit rasender Geschwindigkeit übers Wasser flitzte und für ordentlich Wellengang sorgte.

Die Blauen Jungs aus Porta Westfalica unterhielten die Gäste zum Saisonstart des Sommerbads mit Seemannsliedern

Davon abgesehen unterhielten unter anderem „Die Blauen Jungs“ aus Porta Westfalica mit Seemannsliedern wie zum Beispiel dem bekannten Song „An der Nordseeküste“, und Verpflegung gab’s auch reichlich zum Freibad-Saisonstart. Mehr „Meer“ geht echt nicht in Minden. Wer braucht da denn schon den Hamburger Hafengeburtstag?!

Und sollte jetzt jemand immer noch keine Lust auf Modellschiffbau bekommen haben, dem empfehlen wir, beim Mühlenteich an der Wassermühle in Petershagen-Lahde vorbeizuschauen. Hier treffen sich nämlich alle zwei Wochen die aktuell 11 Mitglieder vom SMC Poseidon zum Schippern – als Nächstes am Sonntag, 14. Mai 2017.

Eine winzige Auswahl an Modellschiffen aus dem Repertoire der SMC Poseidon

Außerdem veranstalten sie Segelregatten, Rennen, Geschicklichkeitsfahren mit Wahl zum schönsten Schiffsmodell des Jahres und Vergabe von Segel- und Rennbootpokalen. Logisch, dass da zum Saisonbeginn „angewassert“ und zum Ende „abgewassert“ wird. Zwischendurch wird noch gegrillt, zu Weihnachten gefeiert und in der Nachsaison zum Frühschoppen ins Vereinslokal „Gasthof Waldkrug“ geladen.

Jetzt aber … der Schiffsmodellbau-Club Poseidon e.V. steht schließlich unter folgenden Telefonnummern für Rückfragen zur Verfügung: 05702 / 85 11 72 oder 0171 / 38 33 439 (Michael Höltkemeier, c/o Müller).

Zum Abschluss noch ein paar mehr Bildchen:

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