Rosenmontagsumzug 2018 in Ovenstädt – wat war dat schön

„Es steppt der Bär, es tanzt die Sau, gefeiert wird beim OKV“ - Karneval Helau - denn "manches Politikversagen lässt sich nur im Rausch ertragen" in Petershagen

Politische Aussagen können nicht nur Umzüge in den Metropolen – auch Ovenstädt ließ sich am Rosenmontag 2018 ordentlich was einfallen – Fotos und Video: onm

Wenn Bonbons durch die Lüfte jagen, ist Karneval in Petershagen. Unter dem Motto „Es steppt der Bär, es tanzt die Sau, gefeiert wird beim OKV“ lud der Karnevalsverein aus Ovenstädt zum Rosenmontagsumzug 2018 ein – und Hunderte Minden-Lübbecker feierten mit.

Wat haben die Jecken den Herrgott beschworen – doch regnete es nicht nur Süßes von oben. Hagelkörner so groß wie Konfetti ham se jefange, da wurde es einem Angst und Bange. Doch wat wäre der Karneval ohne Unwetter-Miseren, nützt ja nichts, dat musste durchqueren. Und wer quirlig war oder im Rausch jewesen, der kriegte eben ‘nen bunten Schneebesen.

Noch angesteckt vom Rosenmontagsumzug in Ovenstädt – ein Ortsteil von Petershagen in Nordrhein-Westfalen (NRW) nahe der Grenze zu Niedersachsen – standen die zahlreichen Karnevals-Besucher den großen Umzügen in nichts nach:

Ob im “Top Gun”-Kostüm, als Clown, Frosch, Polizist, Schaf, Blues Brothers, Feuer oder Zapfsäule verkleidet meisterten sie den Marsch über rund zwei Kilometer, soffen sich die Köppe voll, pinkelten in die Hecken und sangen sich die Kehle aus dem Leib nach lauter Musik, die aus den Wagen dröhnte. “Da simmer dabei! Dat is prima! Viva Colonia! …”

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Jau, der Song von Höhner ist auch am oberen Zipfel von NRW präsent.

Und genau wie in Köln oder anderswo hatten die Minden-Lübbecker auch was zu sagen, nämlich “manches Politikversagen lässt sich nur im Rausch ertragen”. Die Jamaika-Koalition ist zwar längst passé, aber die Bundesregierung steht halt immer noch nicht, oje. Auch die dunklen Malefiz-Feen standen schon Parade, ist das ein schlechtes Omen für die Regierungseskapade? Vielleicht hilft da ein Bayerisches Maß von den Marschberger Jecken. Denn im Biergarten hoch oben auf dem Wagen vertreibt man schnell die lästigen Plagen.

Unser Favorit unter den Karnevalskostümen: die Tanksäule “Ich bin super”

Doch ernsthaft, wie müsste es heißen von HAWE Hydraulik’s Seiten? “Wir fördern weiterhin viel Kohle mit Genuss, weil man hier nur bescheißen muss”, denn “das Schwarze Gold aus tiefster Sohle wird zu Ökostrom mit ganz viel Kohle”. Da drehten sich die “Stromwandler” im Kreise, wenn Raubbau weiter betrieben wird auf derartige Weise.

Denn unsere Zukunft sind die Kinder, deren Augen sollen strahlen und nicht im “grauen” Alltag an Problemen verzagen. Drum suchen die Quadkinder mehrere Fahrer, damit das Leben der Kleinen wird etwas klarer.

Das wohl krasseste Thema auf Ovenstädts Rosenmontagsumzug ist nichts zum Reimen, sondern ernst zu nehmen und echt zum Weinen. Die Jecken haben sich schon was dabei gedacht und kurzerhand in zwei Tagen Handarbeit das zum Thema gemacht. Mit kleiner Bar hinten am Wagen wollen sie insbesondere den Frauen sagen: Mutti macht aus Männern Vatis, statt der Pille nimmt sie Smarties.”

Zuguterletzt und ganz zum Schluss folgten “Häuptlings Töchter und Revolverhelden” mit echt viel Genuss. Zum Cowboy oder Squaw fühlen sich rund 30 Jecken vom Uchte-Köln-Rio (UKR) seit 1995 berufen und kamen ganz ohne Motto, einfach Party, Mucke und durchs Mikro rufen: “Helau, ihr Jecken, jetzt gebt mal Gas, denn hier wird Karneval gefeiert mit ganz viel Spaß.”

In Ovenstädt wurde übrigens auch in die Luft geschossen, mit schweren Büchsen ganz unverdrossen. Die 15. Preußische Infanterie Regiment 1836 Minden war das fünfte oder sechste Mal dabei und feuerte Salutschüsse zu Ehren des Karneval.

Die Prinzengarde vom Ovenstädter Karnevalverein (OKV) und ihre Gefolgsrakete lud dann noch zur Rosenmontagsfete. Nun isses geschafft und bereits politischer Aschermittwoch eingetreten, wo sich nicht nur die von der SPD die Köppe eintreten.

Dat war der Rosenmontagsumzug von uns in aller Kürze, nur unsere Bilder liefern da noch Aufklärung und Würze:

Wer jetzt jammert, das war’s schon gewesen, dem empfehlen wir, den Petershäger Anzeiger auf Facebook zu lesen. Wir haben dem nichts mehr hinzuzufügen. Und wer Ovenstädt erleben will, muss selber hin zum Vergnügen. Denn so wat erlebt man nich alle Tage – wir kommen jedenfalls wieder, keine Frage!


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