Rodenbecker Herbstmarkt 2014 war ein voller Erfolg

9. Rodenbecker Herbstmarkt bringt Nachbarn aus Minden zusammen

Fotos: onm
Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte schwingen macht Jugendlichen noch immer Spaß – Fotos: onm

Im Mindener Stadtteil Rodenbeck wurde vergangenen Samstag ordentlich der Herbst eingeläutet und alle Nachbarn machten mit. Denn der 9. Rodenbecker Herbstmarkt bot wie angekündigt selbstgemachte leckere Speisen aller Art, viele Spielangebote für Kinder und reichlich Platz fürs Miteinander.

Rodenbecker Vereine und Einrichtungen, der Sportclub Rodenbeck, SPD Rodenbeck, der Schützenverein Minden-West und das am Schulsportplatz ansässige Jugendzentrum Westside packten alles aus, was sie zu bieten hatten: verschiedene aufblasbare Spielbuden, Torwandschießen, private Flohmarktstände, Reibekuchen, Falafel, Hula-Hoop-Reifen, Angelspiele, Tastspiele, einen knallbunten Eiswagen vom Eis Cafe Venezia, Kaffee und Kuchen, Infostände, Bratwurst u. a. Fleisch vom Grill, und vieles mehr.

Im Schützenhaus konnten Erwachsene und Jugendliche am echten Schießstand ihr Zielvermögen testen unter Anleitung von Rodenbecks Schützenkönig Detlef Engbrecht„Wenn Leute das Schießen ausprobieren, können sie es sich viel besser vorstellen und haben nicht mehr solche Ängste oder Vorurteile.“ Bekanntlich leiden viele Schützenvereine zurzeit ja unter Nachwuchs.

kkk
Schützenkönig Detlef Engbrecht zeigte Besuchern, wie man die Waffe richtig hält, lädt und schießt

Besonderer Beliebtheit unter den Kindern erfreute sich jedoch eine Schokokuss-Schleuder gleich am Eingang des Festes: Wurde die Zielscheibe mit dem Tennisball getroffen, flog einem ein Schokokuss mittels ausgelöster Schleuder entgegen. Man müsste noch mal Kind sein …

Sodann warfen wir einen Blick in die Räume des Jugendzentrum Westside und waren total von den Socken: aufgeräumte, saubere, helle Räume, farbig gestaltet mit großartigen Bildern an den Wänden, ein Billardtisch, mehrere Computer, eine offene Küchenbar, Kicker, Kunstleder-Garnituren, Flachbildfernseher und vieles mehr. Kaum zu glauben, dass sich hier dienstags bis samstags Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren treffen, und zwar wann immer sie dazu Lust haben während der Öffnungszeiten (siehe Foto). Absolut kein Vergleich mit den versifften Jugendräumen, die manch Elternteil aus den 80ern kennt.

Nach dem Auszug der Hauptschule Minden-Süd ist es zwar etwas ruhiger geworden, was sich jedoch sicher bald ändern wird, wenn die Realschüler ihre Plätze einnehmen. Der Schulhof wird auf jeden Fall gerade neu gepflastert, wie die Baustelle erkennen lässt.

Während des gemütlichen Beisammensitzens bei leckerem Speis und Trank ergaben sich dann interessante Gespräche unter Rodenbeckern wie auch mit Nachbarn aus anderen Mindener Stadtteilen. Von einem Pärchen aus unmittelbarer Nachbarschaft erfuhren wir, dass die Frau zwei Wochen, nachdem ihr Mann gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde, schwer erkrankt ist. Wir wünschen auch auf diesem Wege viel Kraft und eine hoffentlich baldige vollständige Genesung!

Ein älteres Ehepaar verriet uns, dass es extra aus Barkhausen gekommen sei, um all die großartigen Aktivitäten zu unterstützen, die man hier mit viel Liebe und hingebungsvoller Arbeit auf die Beine gestellt hat. Auch ansonsten besuchen sie stets Veranstaltungen in den verschiedensten Gegenden und unterstützen sie größtmöglichst durch den Verzehr von Speisen und Getränken. Außerdem leidet die sympathische Dame an einer Allergie, das heißt, bei solchen Festen kann sie mit Sicherheit davon ausgehen, dass die Speisen „handgemacht“, also ohne Zusatz von Konservierungsstoffen u. Ä., zubereitet wurden. Ihr Ehemann erzählte zudem, dass er viele Jahre in einem Männerchor gesungen habe. Diese Unterstützung loben wir doch sehr und sagen: Weiter so und herzlichen Dank!

Guido Niemeyer mischte sich unter die Leute
Guido Niemeyer mischte sich unter die Leute

Schließlich sahen wir noch Guido Niemeyer auf der Veranstaltung herumlaufen und sich mit den Leuten unterhalten. Nach dem Bericht des MT wurde er zu Beginn des Herbstfestes von Ortsvorsteher Bernd Müller (SPD, Richter am Verwaltungsgericht) vorgestellt, der bis zum Veranstaltungsende vor Ort war und durch das Programm führte. Auch der stellvertretende Bürgermeister Harald Steinmetz war wohl vor Ort, den wir jedoch während unseres Besuchs am späten Nachmittag nicht antrafen.

Als wir ein paar Rodenbecker auf Herrn Niemeyer aufmerksam machten, wussten sie nicht, dass es sich um den seit Mai tätigen Stadtteilmanager und Sozialarbeiter aus Südhemmern handelt, der gerade ein Pilotprojekt startet, um den „sozialen Frieden“ in Rodenbeck zu sichern und Nachbarn aller Nationalitäten näher zusammenzubringen. „Hoffen wir mal, dass er seine Sache gut macht und das was bringt“, hieß es als Antwort mit einem Lächeln auf den Lippen.

Im nächsten Jahr wird der Rodenbecker Herbstmarkt zum zehnten Mal stattfinden und eine besondere Attraktion bieten. Dahin gehend werden über eine Facebook-Seite derzeit Mindener Bürger aufgefordert, Ideen einzubringen – auch allgemeine, was man an der Veranstaltung verbessern könnte. Wer (wie wir) keinen Facebook-Zugang hat, könnte sich beispielsweise direkt an Bernd Müller oder Guido Niemeyer wenden. Oder schreiben Sie einfach einen Kommentar unter diesen Beitrag, der garantiert wieder von ein oder mehreren Facebook-Usern verlinkt werden wird (dahin gehend herzlichen Dank an alle FB-Verlinker und Leser der vorherigen OctoberNews-Beiträge!).

Mit gekonntem Wurf fliegt einem der Schokokuss entgegen
Mit gekonntem Wurf und Treff der Zielscheibe flog einem der Schokokuss entgegen

Uns hat der Rodenbecker Herbstmarkt jedenfalls sehr gut gefallen. Trotz verregnetem Wetter erschienen unglaublich viele Besucher, die Stimmung war locker und angenehm, es entstanden nette Gespräche mit aufgeschlossenen Nachbarn und die Kinder hatten ungezwungenen Spaß.

Das Beste kam natürlich zum Schluss: Unsere Redakteurin hat sich sehr zum Staunen der Libanesin Amal Hamdan von ihr selbstgemachte Falafel-Bällchen ohne Zutaten mit nach Hause genommen und sie mit Jasminreis, gebratenen Tomaten und Zucchini zubereitet. Der Himmel auf Erden für eine Vegetarierin. Barakalafik, Frau Hamdan!

Und natürlich Herzlichen Dank an alle, die das Fest zu dem gemacht haben, was es war – einfach wunderbar!

Nun aber zur Bildergalerie (die dieses Mal etwas dürftig ausfiel, weil wir uns lieber mit unseren Nachbarn unterhielten als Fotos zu knipsen, sorry):

 


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