Rentenerhöhung kann Steuerpflicht nach sich ziehen

Verbraucherzentrale NRW in Minden bietet Erstauflage zum Thema „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ an – Foto/Grafik: VZ NRW

Immer mehr Rentner und Pensionäre müssen Steuern zahlen dank Alterseinkünftegesetz und steigender Renten. Andere verschenken Jahr für Jahr Geld ans Finanzamt, das sie sich per Einkommenssteuererklärung zurückholen könnten. Was Menschen in Deutschland erwartet, wenn sie sich in den Ruhestand begeben, und welche Steuer-Sparpotenziale sie ausnutzen können, das erklärt der neue Ratgeber „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), der auch bei der Beratungsstelle in Minden zu haben ist.

Das Thema Rentenbesteuerung ist kein angenehmes. Kaum hat man den Rentenantrag eingereicht, schon sitzt einem das Finanzamt im Nacken. Dabei will man sich doch in den wohlverdienten Ruhestand begeben. Davon abgesehen, dass bei immer mehr Menschen die Rente nicht zum Leben reicht, sie sich trotz hohen Alters nicht ganz vom Arbeitsleben verabschieden können und etwas hinzuverdienen müssen, kann die im Sommer 2018 anstehende Rentenerhöhung für viele auch noch eine Steuerpflicht nach sich ziehen.

Denn grundsätzlich ist jeder, der in Deutschland wohnt, unbeschränkt steuerpflichtig, erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Deshalb sollten sich auch diejenigen dem Thema widmen, die mit ihrer jährlichen Rente vermeintlich unterhalb des Grundfreibetrages liegen. Wichtig dabei ist, dass das Finanzamt die Einkünfte aus allen Quellen zusammenrechnet, auch zum Beispiel aus Vermietung, Nebenerwerb oder die des berufstätigen Ehepartners.

Hier kann der Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW in seiner 1. Auflage 2018 hilfreich zur Seite stehen. Die 200 Seiten umfassende Broschüre „Steuererklärung für Rentner und Pensionäre“ stellt die sieben Einkunftsarten vor, die das deutsche Recht unterscheidet, erklärt Fachbegriffe und erläutert leicht verständlich die Formulare zur Steuererklärung. Die Leserinnen und Leser erfahren, welche Belege sie sorgfältig abheften und aufbewahren sollten. Sie lernen, mögliche Fallen zu erkennen, und erfahren, wie sie beispielsweise mit der Anmeldung ihrer Haushaltshilfe Steuern sparen können.

Zudem können sie mithilfe eines Berechnungsblatts direkt ihr persönliches zu versteuerndes Einkommen ermitteln. Und die Grundkenntnisse aus dem Ratgeber sollen dabei helfen, seinen steuerlichen Pflichten nachzukommen sowie Telefonate mit dem Finanzamt oder Gespräche mit Steuerberatern zu erleichtern.

Der Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW kostet 14,90 Euro. Diesen kann man entweder telefonisch unter 0211 / 38 09 555 oder online bestellen (zuzüglich Versandkosten). Erhältlich ist er aber auch bei der Beratungsstelle Minden, Portastraße 9, während der Öffnungszeiten.

Abgabefrist Einkommenssteuererklärung 2017

Mit Presseerklärung vom 28. März 2018 informiert die Finanzverwaltung NRW darüber, dass bei authentifizierter Online-Abgabe per Elster die Bürgerinnen und Bürger statt bis Ende Mai sich bis zum 31. Juli 2018 (Stichtag) Zeit lassen können, ihre Einkommenssteuererklärung einzureichen – vorausgesetzt, man hat sich bis zum 31. Mai kostenlos auf www.elster.de registriert.

Und seit diesem Jahr ist die elektronische Abgabe für die meisten Pflicht, sofern sie über die notwendige technische Ausstattung verfügen. Siehe dazu auch Erklärungen im Bericht der Haufe Online Redaktion.

Diejenigen, die nicht zur elektronischen Abgabe verpflichtet sein sollten bzw. nur zur vereinfachten Einkommenssteuererklärung oder Ähnliches, finden die Vordrucke im Formularcenter des Bundesfinanzministeriums (www.formulare-bfinv.de). Ebenfalls können die Vordrucke in Papierform beim Finanzamt und bei den meisten Bürgerbüros der Städte und Gemeinden abgeholt werden. In Ausnahmefällen – etwa bei gehbehinderten, alten oder schwerkranken Menschen – können die Vordrucke auf telefonische Anfrage auch übersandt werden.

Die Bearbeitungsdauer von Steuererklärungen liege in der Regel zwischen fünf Wochen und sechs Monaten, wobei sie je nach Komplexität oder Einzelfall auch variieren könne, teilt die Finanzverwaltung NRW mit. Weitere aktuelle Informationen findet man unter www.finanzverwaltung.nrw.de.

Textquelle: Verbraucherzentrale NRW (VZ NRW), Finanzverwaltung NRW, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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