René Rast ist wieder da

Motorsportler aus Minden fährt in Zandvoort ersten DTM-Saisonsieg 2018 für Audi ein - dort, wo für den amtierenden Champion alles begann

Das kann gefeiert und begossen werden: René Rast holte 1. Platz auf der DTM-Strecke im niederländischen Zandvoort – Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Zwei Jahre nach seinem Debüt beendete René Rast am 15. Juli 2018 in den Dünen von Zandvoort (Niederlande) für das Audi Sport Team Rosberg endlich seine Durststrecke in der aktuellen DTM-Saison. In der letzten Runde bei 56:44.864 Minuten hieß es: “Der amtierende Champion ist wieder da.”

Was für eine Erleichterung für den 32-jährigen, in Minden geborenen Motorsportler, der auch in der fünften Etappe der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) 2018 mit seiner Glücksnummer 33 an den Start ging. Erst die verpassten Chancen, dann Mitte Mai der Unfall auf dem Lausitzring, bei dem er sich mit seinem Audi heftig überschlug. Da musste es doch wenigstens in Zandvoort klappen – die Rennstrecke an der Nordsee, wo der Champion vor zwei Jahren zum ersten Mal DTM-Luft schnupperte. Und so kam es auch:

Im zehnten Rennen des Jahres sorgte René Rast in den Niederlanden für den ersten Saisonsieg des “Audi RS 5 DTM”, teilte Daniel Schuster (Pressesprecher DTM) gestern mit. Weiter heißt es in der Pressemeldung:

“Was für eine Story! 2016 kam René Rast in Zandvoort im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht zu einem unerwarteten Debüt in der DTM. Damals ersetzte er im Sonntagsrennen den am Vortag verletzten Adrien Tambay im Audi Sport Team Rosberg. 2017 holte Rast als Rookie auf Anhieb den DTM-Titel, erlebte in Zandvoort aber ein schwieriges Wochenende. Zwei Jahre nach seinem Debüt beendete er auf der anspruchsvollen Strecke in den Dünen an der Nordsee nun die Durststrecke von Audi in der aktuellen DTM-Saison.

Auch nach seinem schweren Unfall auf dem Lausitzring wendet René Rast dem Audi-Team nicht den Rücken zu – Fotos: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Seinen insgesamt vierten Sieg in der DTM holte der Titelverteidiger mit einer riskanten Strategie: Von Startplatz Drei ins Rennen gegangen, wechselte der Deutsche schon nach der ersten Runde die Reifen und zog mit dieser Strategie an Gary Paffett (Mercedes-Benz) und Philipp Eng (BMW) vorbei. Nachdem auch Paffett seinen Boxenstopp absolviert hatte, konnte Rast seinen Vorsprung auf knapp drei Sekunden ausbauen, ehe eine Safety-Car-Phase seinen Vorsprung zunichte machte. Doch auch beim Restart behauptete er die Führung und verteidigte Platz Eins gegen den Tabellenführer bis ins Ziel.

„Die letzten 15 Minuten waren die härtesten, die ich je in einem Rennen erlebt habe“, sagte Rast, der auf der reifenmordenden Strecke 34 Runden mit einem Reifensatz absolvierte. „Vor dem Rennen hätte ich dieses Ergebnis nicht erwartet. Doch wir sind eine extrem riskante Strategie gegangen und ich hatte ein mega Auto, das konstant schnell war. So konnten wir mit Mercedes-Benz um den Sieg kämpfen. Nach dem vielen Pech in diesem Jahr ist dieser Sieg unheimlich erfrischend.“

„Was für ein Rennen, unglaublich!“, sagte Rasts Teamchef Arno Zensen. „Man kann René zu dieser Leistung nur gratulieren. Als ausgerechnet (sein Teamkollege) Jamie (Green) die Safety-Car-Phase ausgelöst hat, bin ich fast gestorben. Aber René hat den Sieg nach Hause gebracht. Natürlich sind wir überglücklich, endlich wieder ein Rennen gewonnen zu haben. Danke an Audi für das tolle Auto und die clevere Strategie!“

Mit derselben Strategie wie Rast kam Nico Müller (Audi Sport Team Abt Sportsline) von Startplatz 16 noch auf Rang Sieben nach vorn und ebenfalls in die Punkteränge. Teamkollege Robin Frijns schied nach seinem starken Rennen vom Vortag dagegen nach nur zehn Runden wegen eines Defektes im Bereich der Elektrik vorzeitig aus. Jamie Green beendete das Rennen nach einer Durchfahrtstrafe infolge einer Kollision mit Bruno Spengler (BMW) auf Platz 14. Loïc Duval und Mike Rockenfeller (beide Audi Sport Team Phoenix) belegten nach Reifenschäden und zusätzlichen Boxenstopps die Plätze 15 und 16.

Nach einer kurzen Pause geht es am 11. und 12. August weiter in Brands Hatch (Großbritannien). Die DTM startet dabei erstmals auf der langen Streckenvariante, die als ähnlich anspruchsvoll gilt wie der Kurs in Zandvoort.”

René Rast (vorne rechts) und das gesamte Audi Sport Team Rosberg haben alles richtig gemacht in Zandvoort – so kann’s weitergehen! – Foto: Audi Communications Motorsport / Malte Christians

Insgesamt stehen in der diesjährigen DTM-Saison 20 Rennen bei zehn Veranstaltungen in Deutschland, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Österreich und Ungarn auf dem Programm. Am 14. Oktober wird sich schließlich auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg zeigen, wer 2018 den Titelkampf für sich entscheiden kann. Alle bisherigen Ergebnisse und Punktestände der DTM 2018 findet man im Audi Media Center.

Unsere Daumen bleiben weiterhin für René Rast am Drücker, auch wenn sein Herz mehr für Schaumburg und Österreich schlägt (siehe unser Bericht).

Quelle: Audi Media Center, DTM.com/ITR GmbH, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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