René Noçon hält die Zeit an

Eine finale Runde wird es von Sänger René Noçon nicht geben bei The Voice of Germany

Mit seiner Single setzt er ein Zeichen - Quelle: TVOG
Mit seinem Songtitel setzt René Noçon ein Zeichen für die Zukunft – Foto/Grafik: TVOG/René Noçon

Als ob es René Noçon schon gewusst hätte. Mit seiner Debütsingle “Ich halte die Zeit an” hatte er schon den richtigen Riecher. Denn sein “Kartenhaus” ist im gestrigen Halbfinale vorerst zusammengefallen. Ein Finale wird es für den Hamburger Musiker bei The Voice of Germany nicht geben. In den Liveshow-Battles konnte er sich gegen seine Mitstreiterin Lina Arndt nicht durchsetzen. Einziger Trost für Renés TVOG-Fans: Ab dem 27. Dezember 2014 wird er zusammen mit allen Halbfinalisten auf Deutschlandtour “Live in Concert” gehen.

“Dass ich hier bin, ist eigentlich unglaublich”, erwähnte René noch vor seinem Auftritt gestern Abend. “Wenn du gewinnst, spielen wir mal zusammen. Und ich küsse Rea auf den Mund”, spornte Coach Samu Haber ihn wieder auf seine bekannte humorvolle Weise an. Und tatsächlich legte René einen grandiosen Auftritt aufs Parkett – wenn nicht sogar den besten, den er je bei The Voice of Germany leistete. Den Song “Kartenhaus” von Adel Tawil sang er perfekt und ohne Nuschelei, wie man es aus den vorherigen TV-Aufzeichnungen her kannte, in einem interessanten sanft-rockigen Ton. Keine Spur von Aufregung war ihm anzumerken.

Doch das nützte leider nichts. Im sogenannten “Halbfinale” am 5. Dezember 2014 wurde ausschließlich durch die Stimmen der Zuschauer entschieden, die vier Coaches konnten nicht mehr mitentscheiden, wie es noch bis zuletzt bei den “Clashes” der Fall war. Und die Zuschauer entschieden sich für seine Cross-Battle-Partnerin Lina Arndt, die unseres Erachtens – entgegen ihren sonstigen Auftritten – im direkten Vergleich zu René Noçon eine ziemlich schwache Gesangsleistung ablieferte. Im Gegensatz zu Marion Campbell, die bei der gestrigen Liveübertragung auf SAT.1 mit einer fantastischen kraftvollen Stimme, die an Tina Turner erinnerte, überzeugte.

Als wenn das nicht genug wäre, verriet Coach Stefanie Kloß nach seinem Auftritt: “René vergisst ja gerne mal den Text so in den Proben.” Und der Hip-Hop-Musiker Michael Beck schmetterte noch hinterher: “Du hast runtergerockt, aber Lina hat sauberer gesungen.” Coach Samu, der ja René die ganze Sendung über begleitete und mit ihm trainierte, war von dem gebürtigen Schaumburger jedoch nach wie vor überzeugt: “Jede Probe gibt’s du 32 Prozent, und dann das heute. I love you, very good, I’am very happy. Wir küssen auf jeden Fall.”

Coach Rea Garvey, der dieses Mal mit traditionell irischem Kilt erschien, guckte zwar schon etwas beschämt, zumal Teamcoach-Gegner Samu ihn mit dem Spruch “Du hast keine Hose an” mundlahm legen wollte, aber tatsächlich kam es zwischen den beiden zu einem kurzen Kuss auf den Mund zur Freude aller Zuschauer. “René schwächelte bei den Proben, kommt auf die Bühne, und BAM!”, lobte Coach Smudo von den Fantastischen Vier ihn letztlich. Mehr Kritik, Lob und Unterstützung kann man von solch erfahrenen Musikern in so einer gewaltigen TV-Sendung wie The Voice of Germany wohl nicht verlangen.

Fakt ist, dass die knappen 41 Prozent beim Televoting für den talentierten Sänger und Musiker nicht ausgereicht haben, um beim Finale um die beste Stimme Deutschlands kämpfen zu können. Schade eigentlich. Aber hey, dieser äußerlich harte Kerl um die 40 mit dem weichen Kern hat es schließlich faustdick hinter den Ohren. Nachdem er zusammen mit allen acht Halbfinalisten auf Deutschlandtour geht, wird er mithilfe seiner Familie, insbesondere seinem marketing-erfahrenen Bruder Frank aus seiner Heimat Bad Eilsen, und gemeinsam mit seinen Musiker-Freunden aus dem Hamburger Kiez ordentlich den Hahn aufdrehen und das musikalische Fahrwasser nur so sprudeln lassen.

An Zuspruch mangelt es ihm sicher nicht, wenn man sich seine Facebook-Fanpage mit derzeit über 6.790 Followern so anschaut. “Ich hätte es Dir sooooo gegönnt! Mach bitte weiter. Wir wollen was von Dir hören!”, “Schade, aber es war ja nicht umsonst und du hast vieles mitnehmen können. Mach einfach weiter. Sicher werden sich jetzt viele Türen öffnen. Geh durch die richtigen. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute für den kommenden Weg.” und viele andere Kommentare seiner Fans wünschen René nur das Beste auf seinem musikalischen Wege.

Auf seiner Homepage bedankt sich René bei allen Unterstützern und Fans, freut sich auf die “Tournee quer durch die Republik” und empfindet “dennoch große Freude über das Erlebte, die Bereicherung und die einzigartigen Momente, die keinem mehr genommen werden können”.

Wir sagen: Völlig richtig, René. Das ist eine gute Einstellung. So eine Erfahrung macht man sicherlich nur ein Mal im Leben und bleibt im Hinterkopf, egal, wie es weitergeht und wie über einen geredet wird. Nur bitte nicht überschnappen, wenn der große Erfolg da ist, den wir – insbesondere unsere Redakteurin – dir aus vollem Herzen jederzeit wünschen. Genau wie Glück, Gesundheit und Liebe. Mach’ einfach deinen Weg und wir werden hoffentlich bald wieder was von dir im Schaumburger Ländle – wie auch gern in Minden/Westf. – sehen und hören.

Kurzum: Halt’ die Ohren steif und halte die Zeit bitte nicht an. Das Kartenhaus wird jetzt erst aufgebaut … ;o)

Downloadlinks zu der Debütsingle (s. Foto):
Amazon: René Noçon – Ich halte die Zeit an: http://amzn.to/1rZTO6T
I-Tunes: Ich halte die Zeit an: http://bitly.com/1yoUSam


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