Renaturierung der Bastau in Minden beginnt

Erster Spatenstich an der Mindener Wehranlage im Weserglacis gesetzt

Spatenstich Bastau Minden
Der erste Spatenstich für die Renaturierung der Bastau ist gesetzt. (v. li.) Klemens Fuhrmann, Kreis Minden-Lübbecke, Umweltamt Abt. Wasserwirtschaft und Gewässerschutz; Birgit Rehsies, Bezirksregierung Detmold, Leiterin des Dezernats Wasserwirtschaft; Andreas Kruse, Städtische Betriebe Minden, Stellv. Betriebsleiter; Norbert Weinert, Sönnichsen&Partner, Ingenieure für Wasserbau-Wasserwirtschaft, Geschäftsführer des Planungsbüros; Wilfried Koch, Wilhelm Becker GmbH & Co. KG, Bauleiter der bauausführenden Firma.

Mit dem offiziellen Spatenstich ist ein erster großer Schritt in Richtung Renaturierung der Bastau in Minden gegangen worden. Vertreter der Stadt Minden, Städtischen Betriebe Minden, des Kreises Minden-Lübbecke, der Bezirksregierung, des Planungsbüros sowie der ausführenden Baufirma trafen sich in der vergangenen Woche, um einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft (EG-WRRL) zu leisten.

„Bis zum ersten Spatenstich war es ein langer Weg. Ich freue mich sehr, dass die Interessen aller Beteiligten bei diesem wichtigen Projekt umgesetzt werden konnten“, betont Andreas Kruse, stellvertretender Betriebsleiter Städtische Betriebe Minden. Ziel ist es, die Durchgängigkeit für Fische und Kleinstlebewesen wiederherzustellen. (Siehe auch unser Bericht mit Bildergalerie vor dem Umbau). Mit dem Teilrückbau der Wehrschwelle wird die Wiederanbindung des 113 Quadratkilometer großen Einzugsgebiets der Bastau an das Gewässersystem der Weser gewährleistet. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf circa 400000 Euro, die zu 90 Prozent vom Land NRW getragen werden.

Im Jahr 2000 ist die EG-Wasserrahmenrichtlinie in Kraft getreten. Sie verfolgt das Ziel, einen guten ökologischen Zustand der heimischen Oberflächengewässer zu erreichen. Dazu ist es notwendig, die Durchgängigkeit des Gewässers wiederherzustellen. Diese wird aber ab der Bastau bereits wenige Meter nach der Einmündung in die Weser durch eine Wehranlage stark eingeschränkt. Diese Schwelle stellt für Fische eine unüberwindbare Barriere dar. Neben dem Teilrückbau der Wehrschwelle wird der Abschnitt auch strukturell verbessert. Beispielsweise wird eine Sohlanhebung der Bastau vorgenommen. Diese ist eine naturnahe Alternative zu den klassischen Wehren und soll den ungehinderten Fischaufstieg gewährleisten.

Bereits im Vorfeld wurde die Unbedenklichkeit der Baumaßnahme auf den Wasserhaushalt des Schwanenteiches und des umliegenden Baumbestandes im Glacis durch umfangreiche Untersuchungen geklärt und der Denkmalschutz miteinbezogen. Um die Konstruktion und die ursprüngliche Funktion des Wehres zu dokumentieren, bleibt von der 1903 bis 1904 gebauten Wehrschwelle jeweils ein halber Meter der Wehrschwelle an den Seiten erhalten.

In Zusammenarbeit mit dem Ratsgymnasium wird im Rahmen des Biologieunterrichts eine begleitende Beobachtung durchgeführt. Die Schüler werden die gesamte Baumaßnahme verfolgen, um Veränderungen im Gewässer zu erfassen, und darüber berichten.

Quelle Text und Foto: Pressestelle Minden


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