Rechte beim Online-Kauf – mühelos shoppen, statt endlos ärgern

Die Beratungsstelle Minden der Verbraucherzentrale NRW klärt zum Weltverbrauchertag rund um die Rechte der Verbraucher beim Onlineshopping auf

Anja Meyer - Fotos: VZ NRW / Minden
Ursula Thielemann vom Team der Verbraucherzentrale in Minden klärt zum Weltverbrauchertag über Risiken beim Onlineshopping auf und gibt hilfreiche Tipps – Fotos: VZ NRW / Minden

Zum Weltverbrauchertag am 15. März 2015 erklärt das Team der Verbraucherzentrale NRW in Minden interessierten Web-Kunden während der Öffnungszeiten mithilfe von Vorträgen, Tipps und einem Gewinnspiel, wie sie häufige Klickfallen bei der Online-Bestellung erkennen können und ein Hineintappen vermeiden.

Der Weltverbrauchertrag ist ein Aktionstag, der 1983 das erste Mal von der internationalen Verbraucherorganisation “Consumers International” ins Leben gerufen wurde, an dem öffentlich auf aktuelle Themen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes aufmerksam gemacht wird.

So informiert die Beratungsstelle Minden über die Rechte beim Online-Kauf unter dem Motto:

“Mühelos shoppen, statt endlos zu ärgern”

Klick-Konsumenten wissen die Vorteile des Online-Einkaufs zu schätzen: Shoppingzeiten rund um die Uhr, eine Vielzahl von Anbietern und Waren auf einen Tastendruck sowie ein unmittelbarer Preisvergleich. Doch Kunden, die sich bei ihrer Einkaufstour im Internet allein vom günstigsten Preis leiten lassen, riskieren hierbei leichtfertig, über den virtuellen Ladentisch gezogen zu werden. Denn gewitzte Händler locken Online-Käufern das Geld nicht nur über den Produkt-Preis, sondern auch mit der Berechnung von Nebenkosten oder durch versteckte Klauseln im Kleingedruckten aus der Tasche.

“Kunden müssen solches Fehlverhalten von Online-Händlern jedoch nicht hinnehmen und teuer bezahlen, sondern können sich vom Vertrag lösen und bereits gezahltes Geld zurückverlangen”, stellt die Verbraucherzentrale NRW klar. Denn auch die Einkaufstour in der virtuellen Welt verläuft auf geordneten Wegen.

Wichtige Bestellposten auf einen Blick

Damit Kunden sicher sein können, dass sie das richtige Produkt bestellen und hierbei nichts Wesentliches übersehen, muss ein Online-Händler unmittelbar vor dem Abschluss eines Bestellvorgangs die wichtigsten Posten klar und deutlich auf einem Blick angeben. Dazu gehören die Merkmale der Ware oder Leistung, der fällige Gesamtpreis mit Mehrwertsteuer, Zusatz- und Versandkosten sowie Laufzeit und Kündigungsbedingungen. Kunden sollten vor dem Drücken der Kaufbestätigung alle Posten noch einmal sorgfältig prüfen.

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Weitere Hinweise für einen versierten Faktencheck vorm Online-Kauf enthält das Faltblatt “Mit Sicherheit online einkaufen”, was man sich kostenlos in der Beratungsstelle Minden abholen kann

Kein Extra-Geschäft mit ungewollten Leistungen

Oft jubeln Händler den Online-Kunden unbemerkt kostenpflichtige Extras unter. So handeln sich Kunden etwa mit der Bestellung eines Internetanschlusses gleich auch noch ein Sicherheitspaket mit ein. Oder der Preis fürs Smartphone schnellt ungefragt durch den Abschluss einer Zusatz-Versicherung in die Höhe. Solche Nebenleistungen müssen jedoch nur bezahlt werden, wenn Kunden sie ausdrücklich bestellt haben. Es reicht nicht, wenn Preis und Leistung lediglich irgendwo in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erwähnt werden oder im Bestellvorgang bereits vorgegeben auftauchen.

Eindeutiger Bestellvorgang

Kunden müssen bei einer Ware oder einer Serviceleistung klar und deutlich erkennen können, ob das Ordern mit einer Zahlung verbunden ist. Beim Bestell-Button muss zum Beispiel “zahlungspflichtig bestellen” statt “anmelden” stehen. Ist der Button falsch beschriftet, brauchen Online-Kunden nicht zahlen.

Ein kostenfreier Zahlungsweg ist Pflicht

Jedem Kunden muss ein gebräuchliches kostenfreies Zahlungsmittel angeboten werden – zum Beispiel der Kauf per Rechnung oder Lastschriftverfahren. Kosten für den Geldtransfer dürfen auch nur in der Höhe verlangt werden, die dem Händler selbst entstehen – wie etwa beim Bezahlen per Kreditkarte. Sonst kann das berechnete Entgelt für Zahlungsmittel vom Anbieter zurückverlangt werden. Kunden sollten außerdem darauf achten, dass sie einen sicheren Zahlungsweg – etwa den Kauf auf Rechnung oder per Lastschrift – wählen.

Widerruf ist Plus des Online-Shoppings

Falls das gelieferte Produkt nicht den Erwartungen entspricht, genießen Kunden beim Online-Shopping einen Vorteil: Sie können in der Regel den Kaufvertrag rückgängig machen und die Ware innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurückschicken. Dies gilt jedoch nicht für Maßanfertigungen oder verderbliche Produkte. Ein Widerruf muss ausdrücklich – zum Beispiel per E-Mail oder Brief – erklärt werden. Ohne Kommentar einfach retourschicken reicht nicht. Der Händler muss zwar die Ware zurücknehmen, kann dem Kunden jedoch die Kosten für die Rücksendung aufbrummen. Die Versandkosten für die Lieferung müssen Anbieter hingegen bei einem Widerruf erstatten.

Verbraucherzentrale NRW
Beratungsstelle Minden
Portastraße 9 (im Schinkelbau)
32423 Minden

Öffnungszeiten:
Mo 8.30 – 14 Uhr
Di 8.30 – 13 Uhr und 14.30 – 18 Uhr
Do 8.30 – 13 Uhr und 14.30 – 18 Uhr
Fr 8.30 – 14 Uhr


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