Rachekommando bekennt sich zu Anschlag auf Mindener Moschee

"Rache für Afrin" - Angriff auf DITIB-Moschee in Minden wird von Mindener Rachekommando "Sehid Delal Amed" für sich beansprucht - Polizei ermittelt

Das selbsternannte Rachekommando „Sehid Delal Amed“ bekennt sich unter anderem mit diesem Foto (CC BY-SA 3.0 DE) auf der Website de.indymedia.org zum Anschlag auf die DITIB-Moschee in Minden am 22. Januar

In der Nacht zu Montag (21./22. Januar 2018) wurde ein Anschlag mit Steinen und Farbe auf die Moschee der DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Minden e.V. an der Kaiserstraße in der Stadt Minden verübt. Das Rachekommando „Sehid Delal Amed“ bekennt sich auf einer Internetseite öffentlich zu dem Anschlag.

Schon am vergangenen Samstag soll es während und nach einer Demonstration unter dem Motto „Protest gegen die türkische Intervention in Syrien“ in der Innenstadt Mindens zu mehreren Vorfällen gekommen sein laut Bericht auf mt.de. In der Nacht auf den 22. Januar sollen dann gegen 2.40 Uhr in der Früh vier maskierte Unbekannte von der Kaiserstraße aus die Gebäudefront des Jugendtreffs des Moscheevereins mit Farbbeuteln und die Fenster mit Steinen beworfen haben und die Fassade des Gebetsraumes im ersten Stock von der Prinzenstraße aus mit Farbbeuteln. Nach dem Anschlag sollen die Täter in unbekannte Richtung geflüchtet sein.

Die Polizei ermittele dahin gehend. Eine offizielle Pressemeldung wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht. Hinweise nehme der Staatsschutz Bielefeld entgegen (Telefon 05 21 / 545-0).

Zwischenzeitlich hat sich das selbsternannte Rachekommando „Sehid Delal Amed“ aus Minden zu dem Anschlag bekannt. Auf der Website de.indymedia.org findet sich schnell ein Eintrag vom Minden/NRW – Angriff auf DITIB Moschee – Rache für Afrin“. Dort geben die angeblichen Täter folgende Erklärung ab (Zitat):

„Hiermit bekennen wir uns zum Angriff auf die DITIB Moschee in Minden in der Nähe von Bielefeld. In der Nacht auf den 22.Januar haben wir, ein Rachekomande „Sehid Delal Amed“, dieses faschistische Zentrum, mit Steinen und Farbeflaschen angegriffen. Durch den Steinbewurf wurden alle Fenster sowie die Eingangstüre zerstört. Die Vorderseite des Gebäudes ist großflächig mit Farbe verschmutzt worden. Zudem haben wir die Parole „Afrin icin intikam. Serî Hilde!“ (Rache für Afrin! Steht auf!) unter den Fenstern hinterlassen.

Als am Samstag den 20.01. der vebrecherische Angriff der türkischen Besatzungsarmee auf den Kanton Afrin und damit ganz Rojava begonnen hat, wurde in allen religiösen Einrichtungen die der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt sind, darunter auch DITIB, für den Sieg der türkischen Armee gebetet. In den sozialen Medien wurde zum Jihad gegen die „Ungläubigen“, die „Terroristen der PKK“ aufgerufen. DITIB sind die direkten Vertreter des AKP-Regimes in Deutschland und damit unser Angriffsziel. Aus den Moscheevereinen operiert der türkische Geheimdienst MIT, der auch hier in Europa Oppositionelle und kurdische sowie türkische RevolutionärInnen ermorden lässt, während die europäischen Staaten nur zusehen.

Wir werden nicht schweigend zusehen, wie das faschistische Regime in Ankara seinen Vernichtungskrieg gegen das kurdische Volk nun auch in Rojava führt. Wir werden die Revolution und ihre Erfolge um jeden Preis verteidigen. Dieser Krieg, der jetzt begonnen hat, ist nicht nur ein Krieg der Türkei gegen das kurdische Volk. Es ist ein internationaler Krieg aller konterrevolutionären Kräfte gegen die demokratische Befreiung des Mittleren Ostens. Dieser Krieg wird vor allem seitens des deutschen Kapitals unterstützt und finanziert. Wir betrachten den deutschen Imperialismus als Kriegspartei in Rojava. Die europäischen Staaten und besonders die BRD, sollen nicht glauben, dass sie sich von dieser Entwicklung abschotten können. Wenn es ihre Waffen und Panzer sind mit denen unserere Heimat zerstört und unsere Kinder massakriert werden, wenn es ihre politische und finanzielle Unterstützung ist die diesen Krieg überhaupt erst möglich macht, wenn es ihre Geheimdienste sind die in Zusammenarbeit mit dem türkischen Faschismus hier und dort RevolutionärInnen verfolgen, inhaftieren, foltern und ermorden dann werden wir nicht davor zurückschrecken diesen Krieg auch zurück auf die deutschen Straßen zu tragen. Jeder Ort ist ab sofort Gebiet des Widerstands.
Wir rufen alle RevolutionärInnen und aufrechten InternationalistInnen dazu auf selbst Aktionen durchzuführen und die Insitutionen des türkischen Faschismus und seiner deutschen Komplizen hier zum Ziel zu nehmen. Alle patriotischen kurdischen Jugendlichen sind dazu aufgerufen, heute zu Afrin zu stehen und die Revolution Kurdistans zu verteidigen. Wir wiederholen nochmals, dass in dieser akuten Situation alle Unterstützer des Erdogan-Regimes legitime Ziele sind.

Bildet revolutionäre Rachekommandos!
Verteidigt Afrin!
Tod dem Faschismus!
Es lebe der Vorsitzende APO!
Sieg dem Revolutionären Volkskrieg in Kurdistan!

Rachekommando „Sehid Delal Amed“
22.01.18 Minden“

Die Bekenner nehmen damit unmittelbar Bezug auf den türkischen Militäreinsatz „Operation Olivenzweig“ am vergangenen Wochenende in der syrischen Provinz Afrin (eine Stadt und der von ihr verwaltete Bezirk im Gouvernement Aleppo im Nordwesten von Syrien, der mehrheitlich von Kurden bewohnt wird). Siehe dazu beispielsweise Bericht auf Spiegel Online.

Quelle: Mindener Tageblatt, Wikipedia, de.indymedia.org, OctoberNews


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