Positive Resonanz auf Unterschriftenaktion von Mindens Bürgermeisterkandidat Schnake

Jürgen Schnake nähert sich deutlich seiner offiziellen Bürgermeisterkandidatur nach einer Aktion in der Innenstadt von Minden

Fotos: onm
Eine persönliche Vorstellung von Jürgen Schnake als Bürgermeisterkandidat in der Mindener Innenstadt stieß insbesondere bei jungen Leuten auf offene Ohren, die mit ihrer Unterschrift seine offizielle Kandidatur befürworten – Fotos: onm

„Ein neuer Besen fegt immer sauber“, meint Irina. „Der jetzige Bürgermeister war schon mehrere Jahre dabei, hat seine Ziele schon erreicht und viel geschafft. Aber jetzt ist es Zeit, neue Ziele zu stecken.“ Die 66-jährige Mindenerin ist davon überzeugt, dass Jürgen Schnake einen guten Kandidaten für das Bürgermeisteramt der Stadt Minden abgibt als Nachfolger für Amtsinhaber Michael Buhre.

Jürgen Schnake stellte sich am vergangenen Wochenende den Fragen der Bürger in der Mindener Innenstadt und sammelte weitere Unterschriften für eine offizielle Bürgermeisterkandidatur (siehe Ankündigung). Denn er benötigt mindestens 300 Unterschriften, um in den Wahlkampf gehen zu können.

„Sie wählen mich nicht als Bürgermeister“, brachte Kandidat Schnake gegenüber den Passanten am Scharn zum Ausdruck, „Sie helfen mir auf dem Weg, Bürgermeisterkandidat zu werden.“

Wie viele Bürger aus Minden bereits ihr „Ja-Wort“ gegeben haben, verrät der 45-jährige nicht. Am Freitag erfuhren wir von Sandra Plemper (38 J.), eine Aktionsunterstützerin, dass am Vormittag doch eine recht nennenswerte Menge in der Sammelmappe gezählt wurde. Schnake achtete dabei penibel darauf, dass alles seine Ordnung hat. Jeder Befürworter, der das von der Stadt vorgegebene Formular nicht richtig ausfüllte, musste die Angaben auf einem neuen Papier korrekt wiedergeben. „Ich habe extra viele Formblätter besorgt“, betonte Schnake.

Eine weitere Schwierigkeit bestand darin, Unterschriften von Menschen zu ergattern, die auch aus Minden kommen. „Ich bin erstaunt, wer alles hier unterwegs ist. Leute aus Petershagen, Rahden, Hannover, Vlotho und anderen Städten“, erzählte Sandra. Jedoch nur diejenigen, die in Minden gemeldet sind, werden als gültige Unterschrift gezählt. „Aber sie können allen Mindenern Bescheid geben, dass wir hier stehen.“

Jürgen Schnake und seine Unterstützerinnen Sandra Plemper und Marianne Wild (v. re. in Schwarz) hatten viel zu tun, alle Fragen der Mindener Bürger zu beantworten

Und es standen ihm noch weitere Helfer tatkräftig zur Seite, wie Marianne Wild (40 J.) und Frank Kühne (49 J.), um eine möglichst große Anzahl an Bürgern an den runden Tisch zu holen. Dabei durften sie sich zwar nur in einem kleinen Umkreis vom Tisch entfernt bewegen – die Stadt Minden hat da strenge Regeln gesetzt. „Bis zum Marktplatz beispielsweise dürfen wir nicht laufen, um Leute anzusprechen“, erklärte der Kandidat.

Genaue Vorstellungen haben auch manche Mindener. Während zwei Jugendliche gegenzeichneten, einfach, weil „er als sympathische Person rüberkam“ und „mich höflich gebeten hat“, und Zahnarzt Gehrke einfach „unterschrieben und glücklich“ war, gab der 16-jährige Matthias Töws schon mit gezielten Argumenten seine Unterschrift her: „Es muss sich etwas verändern in Minden, die Straßen sind alle angeschlagen, da muss was gemacht werden.“ Als aktiver Fahrradfahrer ärgert er sich über die teils unhaltbaren Straßenzustände, die es ihm erschweren, seine Ziele heil zu erreichen.

Hans, ein 57-jähriger Langzeitarbeitsloser aus Minden, gab seine Unterschrift hingegen nicht her, da sich seiner Meinung nach „sowieso nichts ändert“. Früher war noch das Arbeitsamt zuständig, heute werden Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose in einen Topf gestopft und von der Kommune bearbeitet, was einen Rattenschwanz an Bürokratie nach sich zog, erklärt er. Der damalige Spruch „Minden, wir machen das“ habe sich in keinster Weise bewahrheitet. Er leide jetzt an Perspektivlosigkeit, fühlt sich von der Gesellschaft ausgeschlossen, das Selbstwertgefühl sei im Keller und die sozialen Kontakte zerbrochen. Als Antwort auf seine Frage gegenüber dem Jobcenter Minden, ob er denn Ermäßigungen für Museen oder Veranstaltungen in der Stadt erhalten könne, wurde ihm erwidert, dass er doch „seinen Hund abschaffen“ könne. Zudem regt ihn die Ungerechtigkeit auf, dass ausländische Mitbürger alles bezahlt bekommen, er einen kaputten Kühlschrank aber nicht ersetzt bekommt und in „Bruchbuden“ unterkommen muss.

Ricardo, ein Mensch mit Behinderung, konnte mit seiner Unterschrift zwar nicht punkten, da er in Porta Westfalica wohnt, will jedoch „etwas zur Veränderung beitragen“. Er äußerte: „Es muss was gemacht werden. Hertie und die vielen Läden stehen leer. Die Stadt muss attraktiver werden, damit wieder Leben reinkommt.“

Dann kamen noch Parteimitglieder am Stand vorbei, denen der öffentliche Auftritt so gar nicht gefallen hat, erzählte uns der Bürgermeisterkandidat, sei ja auch nicht verwunderlich. Horst Idelberger von der Fraktion Die Grünen habe seine Unterschrift verweigert. Auf seine Frage hin, ob sich der Kandidat beobachtet fühle, schmunzelte Jürgen Schnake wohl nur.

Ein Containerkran versperrte die Sicht des Bürgermeisterkandidaten Schnake auf den Marktplatz in der Mittagszeit
Ein Containerkran versperrte die Sicht des Bürgermeisterkandidaten Schnake auf den Marktplatz am Freitag zur Mittagszeit – eine „Störaktion“?

Auch eine „Störaktion“ brachte den Kandidaten nicht aus seinem Konzept. So wurde nach seinen Beobachtungen frühmorgens ein Container unweit von seinem Stand entfernt mittels riesigen Containerkran aufgestellt, der – ohne, dass sich irgendetwas darin tat – gegen 12.30 Uhr nur ein paar Meter weiter von dem gleichen Kran umgesetzt wurde. Für diese Umsetzung steuerte das Krangefährt direkt auf die Menschen am Unterschriftenstand zu, ohne dass irgendein Bauarbeiter Handzeichen oder Ähnliches gab, und parkte erschreckend nah zwischen Rathaus, Markplatz, Martinitreppe und dem Stand von Jürgen Schnake. Doch der Bürgermeisterkandidat blieb ruhig.

Zuguterletzt berichtete Kandidat Schnake von einem Ereignis, was selbst ihn überraschte: Auf dem Weg nach Hause hielt neben ihm ein Fahrzeug, dessen Insassen ihm fünf unterzeichnete Formulare überreichten. Mit so viel positivem Zuspruch habe er nun wirklich nicht gerechnet.

Auch führte er interessante und aufschlussreiche Gespräche mit Menschen jeder Altersklasse, ob über seine Person, über Minden oder andere Themen – sein Hauptanliegen, weshalb er „auf die Straße“ ging. Bleibt ihm nur zu wünschen, dass sich der ganze Aufwand auch für ihn lohnt. Wir drücken dem Ü40-Kandidaten die Daumen!

Weitere Eindrücke vom Freitag in einer kleinen Bilderstrecke:


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