Politische Bildung vor Ort: Jugend aus Lippe bereist Ukraine

Demokratische Grundwerte der Jugendkulturen im internationalen Vergleich - Kirchengemeinde Schieder veranstaltet Ukraine-Exkursion mit Lipper Jugendförderung

Sie freuen sich auf eine interessante Reise: Verwaltungsvorstand Karl-Eitel John (2.v.li), Bernd Korte (1.v.li., zuständig für Partnerschaften des Kreises Lippe), Ekkehardt Loch (6.v.li, Jugendförderung Kreis Lippe) und Vladimir Meier (5.v.re., Kirchengemeinde Schieder) mit den Teilnehmern der Ukraine-Exkursion – Foto: Pressestelle Kreis Lippe

Unter dem Motto „Demokratische Grundwerte der Jugendkulturen im internationalen Vergleich“ fand vor Kurzem ein Auftakttreffen im Detmolder Kreishaus statt, bevor eine Delegation aus ehrenamtlich und politisch engagierten Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Kreis Lippe die Fahrt in die Ukraine antritt – ein Projekt der Kirchengemeinde Schieder und Lipper Jugendförderung, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird.

Auch in diesem Jahr gibt das Auswärtige Amt gesellschaftlich Engagierten die Möglichkeit, in die Länder der „Östlichen Partnerschaft“ zu reisen, um die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft vor Ort auszubauen. Kontakte zur ukrainischen Stadt Lutsk, eine der ältesten Städte des Landes aus dem Jahr 1085, bestehen bereits. Beim Auftakttreffen, das nun im Kreishaus in Detmold stattfand, konnten erste Inhalte des Projekts vermittelt werden.

„Wir, die Kirchengemeinde Schieder, freuen uns sehr, ein solch großes Projekt mit Unterstützung des Kreises Lippe veranstalten zu können. Hier treffen zwei erfahrene und kompetente Partner aufeinander“, so Vladimir Meier, Vorsitzender des Jugendausschusses der evangelischen Kirchengemeinde aus Schieder-Schwalenberg.

Ziel der geplanten Exkursion sei es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Jugendarbeit und der demokratischen Jugendkultur auszumachen und Werte zu vermitteln: Den Horizont erweitern, sich mit einer anderen politischen Kultur auseinandersetzen und ein Land bereisen, das kein klassisches Urlaubsziel ist. Das nannten auch die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung als Motivation, um in den kommenden Herbstferien (23. Oktober bis 4. November 2017) die Reise in die Ukraine anzutreten.

„Durch die Kooperation von Kreis Lippe und evangelisch-reformierter Kirchengemeinde Schieder können wir auf einen großen Erfahrungsschatz im internationalen Austausch zurückgreifen“, erklärt Karl-Eitel John als Verwaltungsvorstand des Kreises Lippe.

„Die Jugendförderung muss zeitnah aktuelle und politische Lagen aufgreifen und diese nutzen, um internationale Jugendpolitik erfahrbar zu machen. Dies erscheint in der Kinder- und Jugendarbeit gerade heutzutage im Zusammenwachsen der Länder als eine sehr adäquate Methode der politischen Bildung“, so Ekkehardt Loch von der Jugendförderung des Kreises Lippe.

Als freier Träger der Jugendhilfe veranstaltet die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Schieder die Fahrt, die als Teil des Förderprogramms „Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland“ vom Auswärtigen Amt in Berlin finanziell gefördert wird. Bereits 2014 sammelte die Jugendförderung gute Erfahrung mit einer Multiplikatoren-Exkursion. Die politische Bildung ist ein Schwerpunkt des Jugendförderplans des Kreises Lippe.

Eindrücke von der Reise

Die Exkursion in die Ukraine war für die ehrenamtlich und politisch engagierten Jugendlichen und Erwachsenen aus dem Kreis Lippe ein voller Erfolg. Während der fünftägigen Reise in die lippische Partnerstadt Lutsk führten die Teilnehmer viele Gespräche mit Akteuren, konnten Angebote anschauen und selbst ausprobieren. „Die Stadt und die freien Träger befinden sich in den Startlöchern. Sie wollen die Jugendlichen stärker fördern und haben viele Ideen“, stellt Ekkehardt Loch nach der Reise fest. Der Lipper Verwaltungsvorstand Karl-Eitel John hält zudem die Zusammensetzung der Akteure für gelungen: „Die Kombination der Akteure kann die Bemühungen der Jugendförderung beim Thema ‚Demokratie in Europa‘ nachhaltig sichern.“

Die lippische Delegation und Vertreter der Stadt Lutsk tauschten sich zum Auftakt der Exkursion im Rathaus aus – Foto: Marc Schriegel

Bereits am ersten Tag erhielt die lippische Delegation einen großen Empfang im Rathaus von Lutsk. Bei dem Treffen stellten Vertreter der Stadt den Teilnehmern die Grundlagen der Jugendarbeit vor. Wie dies in der Praxis aussieht, konnten sich die Jugendlichen und Erwachsenen in den darauffolgenden Tagen ansehen.

Die Teilnehmer konnten sich einen Eindruck vom Jugendzentrum in Lutsk machen – Foto: Marc Schriegel

So erlebten sie beispielsweise einen bunten Nachmittag in einer kirchlichen Jugendeinrichtung mit und tauschten sich mit dem Allgemeinen Studierendenausschuss (ASTA) über das Studentenleben in Deutschland und der Ukraine aus. „Es war wirklich interessant zu sehen, wie aktiv Kinder und Jugendliche die Angebote nutzen. Sie sind sehr dankbar für die Möglichkeiten, die ihnen geboten werden“, beschreibt Florence Berendt, Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung des Kreises.

Ein Höhepunkte der Reise: Der ASTA und die Exkursionsteilnehmer kamen über die Situation von Jugendlichen in Deutschland und der Ukraine ins Gespräch – Foto: Marc Schriegel

Eindruck haben besonders die unterschiedlichen Schwerpunkte der Jugendarbeit von Stadt und freien Trägern hinterlassen: Für die rund 22.000 Kinder und Jugendlichen hat Lutsk jetzt ein Jugendzentrum eingerichtet.

Bastelstunde auf dem Flur: Im Palast der Jugend wir jeder Raum genutzt. Dadurch kann hier ein umfangreiches Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche stattfinden – Foto: Marc Schriegel

Im Kontrast dazu stehe der Palast der Jugend. In dem zwanzig Zimmer großen Gebäude betreuen Fachkräfte ganztags Kinder und Jugendliche. „Es war wie in einem Film. Aus jedem Zimmer, an dem wir vorbeigelaufen sind, kamen andere Inspirationen – Tanz, Musik, Kunst. Für jeden war etwas dabei. So ein Angebot fehlt uns noch in Lippe“, schwärmt Vladimir Meier.

Während der Exkursion spielte aber auch die allgemeine politische Lage des Landes eine Rolle. Die Auseinandersetzungen in der Ostukraine war bei allen Besichtigungen und Terminen ein Thema. „Unsere Sicherheit war vor Ort aber stets gewährleistet. Wäre das nicht so gewesen, hätten wir die Exkursion auch nicht durchgeführt“, betont John.

Im Palast der Jugend verfolgen die Teilnehmer das Musikangebot. Die ukrainischen Mädchen und Jungen üben sich an der Bandura, ein typisches Lauteninstrument in der Ukraine, auch „ukrainische Lautenzither“ genannt – Foto: Marc Schriegel

Im Übrigen begleitete Fotograf Marc Schriegel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihrer Reise.

Quelle Text: Pressestelle Kreis Lippe, Umformulierung: OctoberNews


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