Piratenpartei Minden gegen Turbo-Abitur

Elternwille in NRW eindeutig: weg mit G8, hin zu G9 - Auswirkung auf die Schulsituation in der Stadt Minden sei spürbar erkennbar - Umfrageergebnis spricht Bände

Klarmachen zum Aendern - Piratenpartei Minden
“Klarmachen zum Ändern” – ein Slogan der Piratenpartei gegen das “Turbo-Abi” in Nordrhein-Westfalen, das sich auch auf die Schulsituation in Minden auswirke

Die große Mehrheit der Eltern in Nordrhein-Westfalen will das sogenannte Turbo-Abitur (G8) abschaffen, ergab eine Umfrage vom 16. April 2016 auf der Mitgliederversammlung der Landeselternschaft NRW e.V. in Witten. Die Piratenpartei Minden unterstützt die Elternschaft in ihrer Meinung und spricht sich ebenfalls gegen G8 und für G9 aus. Es geht also um die Grundsatzfrage: Sollten Schulkinder ihr Abitur nach 8 oder 9 Jahren Gymnasium ablegen bzw. nach 12 oder 13 Jahren Schulzeit?

Umfrageergebnis G8 oder G9

Die Diskussion über das umstrittene „Turbo-Abi“ in Nordrhein-Westfalen (NRW) ist neu entfacht worden. Die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW präsentierte bei ihrer Mitgliederversammlung in Witten ein Umfrageergebnis (aus zwei Onlineumfragen und einer postalischen Umfrage), wonach sich – nach korrigiertem Rücklauf der Studie – unter 39.235 befragten Elternteilen die überwiegende Mehrheit gegen eine verkürzte Schulzeitpolitik der Landesregierung Düsseldorf aussprach, nämlich 88 Prozent bei der ersten Onlinebefragung (Gymnasialeltern aktuell – 24.630 Befragte), 88 Prozent bei der zweiten Onlineumfrage (ehemalige Gymnasialeltern, 3217 Befragte) und 79 Prozent bei der postalischen Befragung (Gymnasialeltern aktuell – 1310 Befragte).

Dies war die erste breit angelegte wissenschaftliche Befragung der betroffenen Eltern in NRW, durchgeführt von dem renommierten, seit 2009 pensionierten Bildungsforscher Prof. Dr. Rainer Dollase (ehemals am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld tätig), seit der Verkürzung der Gymnasialbildung im Jahr 2005. Es geht somit vielen Eltern um die “Rückkehr” von G8 auf G9, da ihre Sprösslinge einfach mehr Zeit zum Lernen benötigen sowie ein gewisses Kontingent an Freizeit als Ausgleich.

Aber auch andere Personengruppen wurden befragt, wie etwa Eltern von Grundschülern, Lehrkräfte, Schulleiter, Vereinspersonal, interessierte Mitbürger und die Schüler selbst, wobei auffällt, dass rund 95 Prozent der Lehrkräfte (schulisch und außerschulisch) zu G9 neigen, von den betroffenen Schülern jedoch “nur” 79,3 Prozent. Allerdings haben deutlich mehr Lehrkräfte als Schüler die Fragebögen ausgefüllt.

Einen Beitrag der Piratenpartei Bielefeld mit Link zur vollständigen Studie findet man hier (siehe “Quelle: Link zum Dokument”).

Auswirkung auf Schulsituation in Minden erkennbar

“Das Ergebnis mache deutlich, dass die Streitfrage G8/G9 noch immer viele Eltern beschäftigt und die politische Debatte darüber nicht einfach beendet werden könne”, erklärte Elke Siegmund, Stellvertretende Ortsvorsitzende der Piratenpartei in Minden.

Dollases Befund dürfte für die rot-grüne Landesregierung alarmierend sein: Nur Eltern guter Schüler befürworteten das Turbo-Abitur, die Bildungsungerechtigkeit in NRW werde durch die Schulzeitverkürzung eher “zementiert”, so die Parteimitglieder.

„Jetzt ist die Landesregierung am Zug. Sie muss den Elternwillen ernst nehmen“, fordert der Vorsitzende der Mindener Piratenpartei, Manfred Brendemühl.

“Trotz 112.355 Unterschriften konnte die Volksinitiative ‘G9 jetzt in NRW’ die Abgeordneten im Schulausschluss des Landtages nicht überzeugen. Diese Ignoranz der Landesregierung ist nicht länger hinnehmbar”, so der Kreisvorsitzende Frank Tomaschewski.

Das von der Landesregierung Düsseldorf aufgelegte “Erleichterungsprogramm” ändere nichts an der grundlegenden Kritik – die strukturellen Probleme könnten damit nicht behoben werden. “Auswirkungen auf die Schulsituation in Minden sind spürbar erkennbar. Die Auswirkungen auf langfristige Schulentwicklungsplanung und damit verbundene Schülerströme, Baukosten usw. sind nicht kalkulierbar”, sind sich die PIRATEN einig.

Quelle: Pressemeldung Piratenpartei Minden, Ergänzung Studie: OctoberNews


Diesen Bericht teilen: