Open Air Muckertreffen 2016 facettenreich wie nie zuvor

Volles Haus bei offener Bühne unter freiem Himmel im Fort A in Minden: neue und bekannte Bands und Musiker aus der Region boten bunt gemischte Livemusik

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Rocksängerin Alexandra Rogosch mit ihrem rheinländischen Akzent und zahlreiche andere Musiker und Bands überzeugten beim Open Air Muckertreffen 2016 in Minden durch ihre Stimm- und Instrumentalgewalten – Fotos: onm

Klaus Fuhse hat sie alle und holte sie auf die offene Bühne, die sich längst herumgesprochen hat. Bands und Musiker aus der Region stürmten das Fort A in Minden beim Open Air Muckertreffen 2016 und verwöhnten das zahlreich erschienene Publikum mit Livemusik aller Art.

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Organisator und Gitarrist Klaus Fuhse holte beim 3. Open Air Muckertreffen zahlreiche Neuzugänge auf die Bühne

“Seit 21 Jahren haben wir diesen Song nicht mehr gespielt”, erklärte Sänger Manfred Schmidt während seines Auftritts am 19. Juni 2016. Mit “Red Scar Eyes” (von Mitch Ryder) lies der 71-Jährige die 80er Jahre wiederaufleben, überzeugte noch immer mit seiner Rockstimme und begrüßte zwischendurch Bürgermeister Michael Jäcke im Sportoutfit unter den Zuschauern des Vormittags.

Doch Schmidt war nicht der einzige Musiker, den die Wild Oscar Band ans Mikro lies. Überhaupt wurde gemischt unter den Bands und Musikern, was das Zeug hielt – jeder mit jedem – ganz im Sinne von Veranstalter, Rechtsanwalt und Gitarrist Klaus Fuhse, der das Open Air Muckertreffen im Innenhof des historischen Fort A in der Stadt Minden 2014 nach zehn Jahren Pause wieder ins Leben rief (siehe Bericht).

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Auf die regional bekannte Band “Flashback” stießen wir als Erstes am Open-Air-Sonntag im Innenhof des historischen Forts

Von Neugründung kann die Wild Oscar Band ebenfalls ein Liedchen singen. Erst 2015 hat sich die sechsköpfige Band formatiert (siehe Bericht). Direkt nach Fuhses und Michael Beers musikalischer Begrüßung bis praktisch zum Schluss war vor allem deren begnadete Rintelner Schlagzeugerin Conny gefragt, die einfach alles in Grund und Boden trommelt.

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Zwischen den Festungsmauern war der Andrang groß im Publikumsbereich

Als wir eintrafen, war gerade Flashback am Werk, die seit Jahrzehnten für rockige Unterhaltung in der Region sorgen. Auch die Mucke Boys ließen es sich nicht nehmen, Minden wieder unsicher zu machen. Nur mit der Zeit hatten es manch Alteingesessenen nicht so, da musste Fuhse schon mal daran erinnern, dass noch andere Musiker die Festung erobern wollen.

Gekontert von Mucke Boys-Gitarrist Gerhard Umlauf mit “Marmor, Stein und Eisen bricht, doch nach Hause gehen wir nicht”, der zum Mitsingen animierte, erhielt auch die Session Band die Möglichkeit, gemeinsam mit neuen Solokünstlern ihr Können immer wieder unter Beweis zu stellen. Zum Beispiel mit der energiegeladenen Rocksängerin Alexandra Rogosch aus Dortmund, die ihren neuen Platz in Minden gefunden hat. Die 42-Jährige singt schon seit 1988 und wurde vor allem mit ihrem Auftritt bei Uwe Müllers Ein Weihnachtstraum, eine der erfolgreichsten Weihnachtsshows in Ostwestfalen, bekannt.

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Sänger “Cato” lies die Sau raus gemeinsam mit den Mucke Boys und der Schlagzeugerin von der Wild Oscar Band und brachte das Publikum mit seinen Sprüngen und vor allem seiner Rockstimme in Wallung

Auch Carmen Habbe, das 16-jährige Gesangs-Ausnahmetalent, die wir bereits im Januar beim Muckertreffen im Mindener BÜZ (siehe Bericht) kennenlernen durften, haute das Publikum mit “The House of the Rising Sun” von The Animals und “Nothing Else Matters” von Metallica wieder vom Hocker. Genau wie Stefan Altvaters 12-jähriger Schützling Marlin Herzog an seiner E-Gitarre.

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Im schottischen Kilt verwöhnte “Cockroach” die Zuschauermenge mit Rhythm ’n’ Blues

Zum ersten Mal hingegen betrat Jonathan Arthur Carlo Ogilvy die Open Stage des Muckertreffens und zeigte mit seinem hervorstechenden Kilt-Outfit, wo seine Wurzeln liegen. Der humorvolle 38-jährige gebürtige Schotte mit dem Spitznamen “Cockroach”, der seit rund fünf Jahren in Minden lebt, eroberte ganz allein auf der Bühne die Herzen des Publikums mit Blues vom Feinsten – per Akustikgitarre und Gesang.

Als totalen Gegensatz sang und sprang Raphael Umlauf wie ein Rockstar durch die Menge. Der fast unscheinbar wirkende Mann zog seine rauchige Stimme raus und paarte sie mit Impulsivität – bis Jung, Mittel und Alt auch in der letzten Reihe mitmachte. Seine Sprünge auf der Bühne wird man sicher auch nicht so schnell vergessen. Als weiteren hervorragenden Sänger kann man auch Carl Thomas Fenwick alias “Cato” nennen. Der Gitarrist und Bassist der Wild Oscar Band konnte “Sweet Home Alabama” so wiedergeben, als stände das Original (Ronnie Van Zant) vor einem.

Völlig überraschend hüpfte auch die namenlose Tontechnikerin (von insgesamt drei Tontechnikern) auf die Bühne, zuerst als Background-Sängerin, bis sie zum Ende der Veranstaltung mit dem Schlagersong “Atemlos” ihr eigenes Ding durchzog.

Der perfekte Übergang zu Ogopogo – der (See-) Schlange unter den Livebands aus Minden, die rund zwei Stunden ihrem ersten Auftritt entgegenfieberte. Drei Songs hatten die vier Bandmitglieder seit der Gründung im Dezember 2015 inpetto – und die hauten sie dem Publikum dermaßen um die Ohren, dass selbst die Tauben auf den Festungsmauern verstummten. Mit dem bekannten Song “Rockin’ In The Free World” (von Neil Young) wurde der Hardrock-Ansturm erschreckend gut abgerundet, wie man unserem Video (ehemalige Bandbesetzung) entnehmen kann:

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Warum sich Ogopogo – benannt nach einem kanadischen Seeungeheuer – nur auf der linken Seite der Bühne postierte, bleibt wohl ungeklärt. Auf jeden Fall hinterließen sie einen bleibenden Eindruck.

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Mit verschmitztem Lächeln servierte Lamla Leckereien vom Grill

Genau wie das Open Air Muckertreffen 2016 insgesamt, das beim dritten Anlauf bereits so viele unbekannte wie bekannte Musiker – und eine entsprechend breite Besucherzahl – anzog, dass sich nicht jeder auf der offenen Bühne präsentieren konnte, der am Veranstaltungstag darauf wartete. Ein paar Hip-Hop-Jungs standen wohl vergebens im Hintergrund.

Nichtsdestotrotz wurde wieder für reichlich Verpflegung im Fort A gesorgt. Unsere Redakteurin bekam von der lieben Lamla sogar eine selbstgemachte Frühlingsrolle mit scharfer Soße geschenkt, während ihr Mann und begabter Hobby-Gitarrist Heino Geier sich über jeden einzelnen musikalischen Neuzugang freute. Alles in allem war und sind die Mindener Muckertreffen von Klaus Fuhse und Co. eine lobenswerte Veranstaltungsreihe, die ruhig noch größer werden kann.

Natürlich gab’s zum Abschluss wieder ein Gruppenbildchen:

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Gut gemacht, Jungs und Mädels! Schade, dass nicht alle drauf sind – nächstes Mal vielleicht. ;o)

So, nun aber zu unserer Bildergalerie:


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