Open-Air-Muckertreffen 2014 lässt Fort A aufleben

Klaus Fuhse lud am 20. Juli 2014 zur offenen Bühne im historischen Fort A in Minden ein

Klaus Fuhse (re) bespielte mit verschiedenen Musikern die offene Bühne im Fort A - Fotos: onm
Klaus Fuhse (re) bespielte mit verschiedenen Musikern die offene Bühne im Fort A – Fotos: onm

Mitten in der historischen Kulisse des Fort A in der westfälischen Stadt Minden durften Musiker live und open Stage und unter freiem Himmel ihr Können beweisen. Denn Klaus Fuhse lud vergangenen Sonntag nach 10 Jahren Pause zum Open-Air-Muckertreffen 2014 ein.

Seiteneingang des Fort A in Minden - Foto: onm
Seiteneingang des Fort A in Minden

Mit einem Handkuss von Friedrich „Alter Fritz“ Griepentrog („Woman Market“) begrüßt, der zugleich einem Schlagzeuger namens „Jojo“ vor versammelter Menge ein dickes Lob an seine Spielkunst aussprach, und sich dann verabschiedete, betraten wir gegen 15:30 Uhr den heiligen Hof des historischen Fort A – ein Teil einer alten preußischen Festung aus dem 18. Jahrhundert, was rund 100 Jahre später den Grundstein für die Köln-Mindener Eisenbahn legte.

Zutritt zu dem Innenhof gelangt man sonst nur bei kostenpflichtigen Veranstaltungen, zum Beispiel während des Theaterstücks Calendar Girls der Tucholsky Bühne. Ansonsten ist überwiegend das Fort C bekannt. Das Fort B in Minden steht unter Verschluss der Deutschen Bahn. Der Eintritt zum Muckertreffen war frei.

Musiker der Band „Flashback“ unterhielten die zahlreichen Besucher mit Rock und Balladen. Grundidee des Muckertreffen ist jedoch, dass sich immer wieder neue Formationen auf der Bühne bilden. So überließ man gern die Plätze auch anderen Gitarristen, Bassisten und Sängern aus der heimischen Szene.

Heino, der "Bratmeister", griff überraschend zur Gitarre - Foto: onm
Heino, der „Bratmeister“, griff überraschend zur Gitarre

Während Porta Westfalica’s ehemaliger Bürgermeister Stephan Böhme wacker an seinem Schlagzeug festhielt, übernahm Gerd Umlauf von den Mucke Boys für ein paar Songs die linke blaue E-Gitarre. „Wir spielen das erste Mal zusammen“, freute er sich, „ich kenne ja Klaus Fuhse schon seit 45 Jahren.“

Sodann wurde der Bassmann durch Peter Burrack aus Bückeburg (zurzeit ansässig in Dankersen) ersetzt, der seinen eigenen grünen Bass mitbrachte – ein talentierter Musiker, der unter anderem bei „Out of Order“ und „Rouven Taylor Band“ spielt und meist in Hameln und Schaumburg unterwegs ist.

Herbert Lantz aus Hannover, der Bassist von „Flashback“, überzeugte insbesondere mit seiner großartigen rauchigen Gesangsstimme. Von Sänger und Keyboarder Henk Vrugteveen (geb. in Holland) erfuhren wir, dass er vor Kurzem auch Schützenkönig von Todtenhausen (ein Stadtteil von Minden) wurde und in den Bands „Nightline“ und „Two Step“ spielt. Walter Gieslar, der Mann mit dem lockigen weißen Haar, erwies sich als Allrounder und sprang zwischen Gitarre, Gesang und Tontechnik hin und her.

Es durfte gespendet werden für den Tucholsky-Verein - Foto: onm
Besucher ließen den Spendenkorb nicht lange leer bleiben

Nachdem der Spendenkorb für den Tucholsky-Verein, der diese Veranstaltung ermöglichte, von den Zuschauern reichlich mit Geldscheinen bestückt wurde, rief man den Mann auf die Bühne, der die Besucher mit Bratwürsten versorgte. „Heino, der Bratmeister“ kann nämlich nicht nur den Grill anschmeißen, sondern auch Gitarre spielen, was er überzeugend bewies und unter den Zuschauern für ordentlich Applaus sorgte.

Übrigens ist es Eduard Schynol zu verdanken, dass das Fort A so detailgetreu romantisch ausgebaut wurde, erzählten zwei nette junge Damen an der Theke in den offenen Gemäuern, die ein Mal bei einem Theaterstück mitwirken durften sowie beim Aufbau von Anfang an dabei waren. Der Lehrer führte damals eine Theater AG an der Kurt Tucholsky Gesamtschule und gründete 1996 die Tucholsky Bühne als Amateurtheater. Er wurde 2007 für sein kulturelles Engagement mit dem Mindener Bürgerpreis ausgezeichnet. Im Frühjahr 2008 wurde das Fort A der ehemaligen Mindener Bahnhofsfestung von der Stadt Minden als fester Spielort für die mittlerweile eingetragene „Tucholsky Bühne e. V.“ übernommen. „Es gab zwar während des Ausbaus etwas Stress mit den Notausgängen“, erzählten die beiden Frauen, „aber dann hat es doch noch geklappt.“

Der heiße Sommertag sorgte auf jeden Fall für ungebremste Laune unter den lokalen Musikern und Besuchern, die auch mal das Tanzbein schwangen. Die Kulisse für das Open-Air-Muckertreffen war großartig, Bühne und Anlage professionell, wie man es von Klaus Fuhse eben kennt.

Der Veranstalter Fuhse selbst unterhält die Besucher mit Gesang und Gitarrenspiel - Foto: onm
Der Veranstalter Fuhse selbst unterhält die Besucher mit Gesang und Gitarrenspiel

Er hatte sichtlich Spaß während seiner Veranstaltung und bedankte sich schlussendlich herzlichst bei allen Besuchern und Mitwirkenden. Als Abschiedssong gab er mit seiner Band noch „Sweet Home Alabama“ zum Besten und das Publikum sang mit.

Wir danken Klaus Fuhse, der Tucholsky Bühne und allen Veranstaltungsbeteiligten, dass wir teilnehmen durften, und freuen uns schon auf das nächste Muckertreffen im BÜZ zum Jahresanfang 2015.

Zur Veranschaulichung hier noch ein paar mehr Bildchen:


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