Obstgarten zum Selbstbedienen im Mindener Königstor nimmt Gestalt an

„Essbare Stadt Minden“ und örtlicher Umweltschutzbund pflanzten am vergangenen Wochenende weitere Obstbäume im Goethepark

Fotos: Detlef Müller
Engagierte der „Essbare Stadt Minden“ und BUND freuen sich über ihren hoffentlich bald ertragreichen Obsthain im Mindener Goethepark – Fotos: Detlef Müller

Im Mindener Stadtteil Königstor entsteht zurzeit ein Obstgarten zum freien Selbstbedienen. Seit dem 12. Oktober 2014 gesellen sich zu den vorhandenen Apfelbäumen eine Zwetschge, Mirabelle, ein Kirschbaum und Johannisbeeren.

Nachdem ein Bild von der Pflanzaktion gepostet wurde, kommentierte spontan die Österreicherin Gisela Posch, die sich im interkulturellen Garten Bärenkämpen engagiert: „Juchuuuh KIRSCHEN! Ihr seid die Besten!“ Hier scheint es sich wohl um eine ausgeprägte Kirschliebhaberin zu handeln.

Um die Mittagszeit hatten sich Engagierte der „Essbaren Stadt Minden“ und vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) der Ortsgruppe Minden im Goethepark verabredet. Sebastian Freund (BUND) brachte die Jungbäume mit. Dabei kam das sonnige Herbstwetter den „Pflücken erlaubt“-Gärtnerinnen und -Gärtnern gerade recht.

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Das Ausheben der Erde auf der Rasenfläche des Goetheparks ging überraschend gut von der Hand. Vor dem Einsetzen eines Baumes wurde die Grube jeweils mit dünnem Maschendraht ausgelegt. „Das macht man zum Schutz gegen Wühlmäuse“, erklärte Freund. Sodann wurden Holzpfähle eingeschlagen und die jungen Bäume daran befestigt.

Eine Stunde später hatten sich Mitglieder des Stadtteilbündnisses „Aktiv für/in Königstor“ von dem Pflanzergebnis überzeugt. Ortsvorsteher Athanasios Vlachos überreichte passenderweise eine Karte mit dem chinesischen Sprichwort „Das Leben beginnt mit dem Tag, an dem man einen Garten anlegt“, und man stieß gemeinsam auf den sichtbaren Erfolg an. Eine betreute Gruppe einer sozialen Einrichtung kam auch dazu, um sich das „Parkgärtnern“ einfach mal anzuschauen.

„Aus dem Pflaumenbaum ist eine Zwetschge geworden“, stellte Detlef Müller fest, der für die Foto- und Pressearbeit zuständig ist. „Und drei Schwarze Johannisbeeren sind hinzugekommen.“ Jemand hatte einen großen Strauch mitgebracht, der dreigeteilt und nahe einer Parkbank eingepflanzt wurde.

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Noch vor 14 Uhr konnten Spitzhacke, Spaten und alle anderen Utensilien wieder in den Kofferräumen verstaut werden. Die Gartencrew konnte wieder abrücken.

Königstor-Bewohner Manfred Stock ist zufrieden. Er wird von der essbaren Bereicherung des Stadtteils profitieren, sobald die jungen Obstbäume ihre ersten Früchte tragen, was schon ein paar Jahre dauern kann. Aber Geduld ist ja bekanntlich eine Tugend.


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