NRW-Verschuldung belastet Unternehmen in Minden-Lübbecke

Warnung der IHK Minden vor zunehmenden Belastungen der gut laufenden Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke

IHK Bielefeld - Foto: onm
IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Zweigstelle Minden, prognostiziert gutgehende Wirtschaft in Minden-Lübbecke, NRW-Verschuldung hält die Lage jedoch angespannt – Foto: onm

Der Wirtschaft im Kreis Minden-Lübbecke geht es insgesamt gesehen derzeit gut und die Zukunftsaussichten für dieses und für das nächste Jahr sind ebenfalls positiv. Das geht aus dem neuen Lagebericht der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK Minden) hervor, der am 19. Juni 2015 veröffentlicht wurde.

Trotz dieses erfreulichen Gesamteindrucks bestehen Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. IHK-Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting: „Dazu zählen die Konflikte in der Ukraine, im Irak und in Syrien und die Finanzkrise in Griechenland. Es geht aber auch um die zunehmenden Belastungen der Unternehmen durch die Bundespolitik wie beispielsweise durch die abschlagsfreie Rente mit 63, die Mütterrente und den Mindestlohn.“ Außerdem nehme die Bürokratie weiter zu, wie aktuell das geforderte Energieaudit zeige.

Die Verschuldung des Landes Nordrhein-Westfalen und die teilweise sehr angespannte Haushaltssituation bei den Städten und Gemeinden in Minden-Lübbecke sowie des Kreishaushalts insgesamt würden sich zunehmend auf die Unternehmen auswirken. Insbesondere sei bei steigenden Zinsen mit einem weiteren Anstieg der Steuerbelastung zu rechnen. Vor dem Hintergrund von steigenden Gewerbesteuereinnahmen insgesamt – die Steuerschätzung prognostiziert bundesweit Mehreinnahmen von rund 2,4 Milliarden Euro in den Jahren 2015 bis 2019 – sei diese Entwicklung besorgniserregend.

Hunting: „Jede Kommune im Kreis Minden-Lübbecke hat mit ihrer speziellen Situation ‚zu kämpfen‘. Es fällt aber auf, dass es vor allem ländliche Kommunen in mehrfacher Hinsicht bei ihrer Entwicklung schwer haben.“ Dazu zählten der Einwohnerrückgang und die schwache Einzelhandelszentralität, aber teilweise auch Abhängigkeiten des Kommunalen Finanzhaushaltes von den Einnahmen von einzelnen großen Steuerzahlern.

Der Schwerpunkt des aktuellen IHK-Lageberichts beschäftigt sich mit der Gesundheitswirtschaft in Minden-Lübbecke. IHK-Wirtschaftsförderungsreferent Tobias Haneklaus: „Die Gesundheitswirtschaft im Mühlenkreis nimmt eine Spitzenposition in Ostwestfalen ein.“

Verglichen mit allen anderen ostwestfälischen Kreisen und mit der kreisfreien Stadt Bielefeld verfüge der Kreis über die höchste Anzahl von Krankenhäusern. Die Gesundheitswirtschaft sei im Kreis Minden-Lübbecke von der Grundversorgung über das Herz- und Diabeteszentrum NRW Bad Oeynhausen mit seiner Spitzenmedizin auf international führendem Niveau bis zur Rehabilitation für spezielle Gruppen sehr breit aufgestellt.

Die Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen seien ein wichtiger Standortfaktor für die hier ansässigen Fachkräfte und für die Wohnbevölkerung. Sie zögen Patienten und Gäste aus anderen Teilen NRWs, aus Deutschland und der Welt an.

Die Zukunftsaussichten der Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen seien gut, aber kein Selbstläufer. Wichtig seien die fachliche Weiterentwicklung, die Begrenzung der Kosten, ausreichende Finanzierungssysteme, ein gutes Umfeld für die Medizinerausbildung und überzeugende Lösungen für den bereits jetzt schon bestehenden Fachkräftemangel.

Der aktuelle 17. IHK-Lagebericht „Gesundheit“ für den Kreis Minden-Lübbecke steht zur Ansicht / zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Der vollständige Lagebericht kann zudem von der IHK angefordert werden. Ansprechpartnerin für weitere Informationen: Christa Becker, Telefon 0571 / 38 53 811, E-Mail: c.becker@ostwestfalen.ihk.de


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