Neujahrsleuchten Minden – ein farbenprächtiges Lichternetz

Mindener Lichtkünstler Oliver Roth zauberte verwobene Gebilde und bunten Lichterglanz in den Botanischen Garten - den Alten Friedhof Minden

Schon ein wenig gruselig, aber zum Anfassen schön sucht sich die Spinne ihren Weg durch das farbenprächtige Lichternetz „Neujahrsleuchten“, genau wie die zahlreichen Besucher durch den Botanischen Garten in Minden – ein Werk von Lichtkünstler Oliver Roth – Fotos: onm

Ein bisschen makaber und doch wunderschön. Der Alte Friedhof Minden, heute als Botanischer Garten in der Stadt Minden bekannt, verwandelte sich an einem Wochenende zum farbenprächtigen Lichternetz namens „Neujahrsleuchten“ – konstruiert und illuminiert von Lichtkünstler Oliver Roth.

Von „wow, großartig“ über „ganz nett“ bis „zu teuer, hätte mehr erwartet“ schieden sich die Geister, was die Eindrücke der Besucher vom ersten Mindener Neujahrsleuchten angeht. Vielleicht war das der Grund, warum der Mindener Lichtkünstler Oliver Roth nach ca. 10 bis 15 Jahren bundesweit erfolgreich umgesetzter Illuminationen, zuletzt an der Zeche Zollverein in Essen, erst jetzt ein Projekt in seiner Heimat umsetzte.

Leuchtende LED-Blumen ließen das Herz der großen und kleinen Besucher höher schlagen

An drei Abenden in der ersten Januarwoche 2017 entführte Roth in eine kunterbunte Lichter-Fantasiewelt aus LED-Blumen, esoterischen Mustern an Wänden, Kugeln und auf den Boden projiziert, leuchtenden Pferden, bunt angestrahlten Bäumen und Pflanzen sowie aufsteigenden Heißluftballons – gepaart mit Aktionen wie Lichtmalerei und Schattenspielen.

Und das Ganze im Dunkeln auf einem denkmalgeschützten Friedhofsgelände, das in den 1950er Jahren als „Botanischer Garten“ und Lehrgarten in der ostwestfälischen Stadt Minden angelegt wurde. Da konnte man schon mal Gänsehaut kriegen – nicht nur von der Eiseskälte. Aber vor allem wegen der Kraft der vielseitig eingesetzten Farben, Muster und Gebilde, die Roth zum Leuchten brachte.

Blauen Lichterketten gefolgt, führte der Weg durch eine Allee von bunt angeleuchteten Bäumen, vorbei an Nagelbrett-Mandala-Skulpturen, zu einer 4,5 Meter großen Kugel, die durch Videoprojektion mit abwechselnd floralen Mustern angestrahlt wurde – staunend angefasst von Kindern, wie unser Video zeigt, und bewundert von Erwachsenen, die sich vom esoterischen Hauch mit der beruhigenden Wirkung nicht mehr losreißen wollten.

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Den ehrwürdigen Platz der letzten Ruhestätte nicht aus den Augen verloren, bezog der Lichtkünstler auch einzelne Gräber mit besonderen Aufschriften und Kreuze mit ein, dezent mit Fackeln und Leuchtmitteln in Szene gesetzt und dessen Schatten an eine Trauerweide geworfen. Auch eine Gedenkstätte mit Namen aller Verstorbenen wurde von außen mit schneckenartigen bunten Mustern bestrahlt und der innere Raum gefüllt mit einer bewegenden Unterwasserwelt. Zudem erfreute Groß und Klein ein leuchtendes LED-Blumenbeet, in das man hineingehen und um die Blumen herumtänzeln konnte.

Doch auch weitere Aktionen forderten die Hunderten von Besucher, die am Eingang meterlang Schlange standen, ohne Worte zum Mitmachen auf, zum Beispiel beim Lichtmalen an drei aufgestellten Tafeln. Besonderes Interesse weckte aber der an eine Leinwand geworfene Mond, hinter die man sich stellen und seinen eigenen Schatten auf dem Himmelskörper sehen und fotografieren konnte. (Sollte jemand ein Foto von unserer Kamera mit Stativ haben, die wir kurzzeitig hinter die Mond-Schattenwand stellten, wären wir sehr dankbar, wenn man uns das Foto zur Verfügung stellen könnte.)

Die andere 3D-Schattenwand, wobei drei Farbspots von hinten auf eine Leinwand gestrahlt wurden, um den 3D-Effekt zu erzeugen, fand nicht so viele Anhänger. Aber wir konnten einen langhaarigen Mann mit Bart davon überzeugen, dass er seinen Körper zur Schau stellt, wie man sieht:

Bart und lange Haare als 3D-Schattenwand-Effekt von einem fremden Mann zu sehen war schon etwas Besonderes für die Betrachter vor der Leinwand

Des Weiteren gab es noch eine Herde wilder Pferde in wechselnden Farben zu sehen, die gern als Fotomotiv dienten, indem man zum Beispiel so tat, als würde man eins füttern oder streicheln. Eine Dreiecks-Skulptur sowie eine bunte Gartenrandbepflanzung konnte man ebenfalls entdecken, genau wie ein zwischen Bäumen gespanntes Spinnennetz aus Kunststoff, das in Rot und Lila von unten beleuchtet, zwischen echtem feuchtkaltem Nebel, schon ein wenig gruselig erschien, vor allem, weil eine schwarze Spinne draufsaß.

Den Höhepunkt bildete an den jeweiligen Abenden das Ballonleuchten. Jürgen Meier und Familie ließen Heißluftballon-Modelle im Maßstab 1:4 über dem Boden direkt vor den Augen der begeisterten Zuschauer schweben. Auf „Drei, Zwei, Eins, los!“ zündeten sie per Fernbedienung die Gasflammen und brachten die bunten Ballons abwechselnd zum Leuchten, während Meier den Besuchern geduldig alle Fragen rund um die begehrten Fahrzeuge erklärte. Doch sehen und hören Sie selbst:

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Mittlerweile ist alles wieder abgebaut, der Friedhof bzw. Botanische Garten wieder seiner Bestimmung zugeführt, und der Mindener Lichtkünstler und Geschäftsführer Oliver Roth (ENBLOC-Entertainment) zufrieden mit seiner Arbeit. Über Facebook gemachte Kritik an seinem Werk nimmt er gern mit in seine nächsten Projekte, wobei die meisten Besucher seine Illuminationen gern an weiteren Stellen Mindens sehen würden.

Abschließend noch ein paar Bildchen zur Veranschaulichung:

Quelle: Wikipedia, Neujahrsleuchten-Minden bei Facebook, OctoberNews


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