Neuer Mietspiegel kommt in Minden ab April 2020

Mietpreise in der Stadt Minden werden voraussichtlich steigen - Online-Fragebogen für alle Mieterinnen und Mieter soll Mietspiegel wichtige Daten liefern

Ob Neu- oder Altbauwohnungen – die Mietpreise in der Stadt Minden werden voraussichtlich steigen im Jahr 2020 mit Herausgabe des neuen Mietspiegels – Symbol-/Archivfoto: onm

Die Stadt Minden erarbeitet derzeit einen neuen Mietspiegel für das Jahr 2020. Dabei fließen auch Angaben der Mieterinnen und Mieter mit ein, die sich ab Mai 2019 an einem Online-Fragebogen der Stadt beteiligen. Baubeigeordneter Bursian geht davon aus, dass die Mietpreise in der Stadt Minden steigen werden.

Für den Wohnraum im Mindener Stadtgebiet wird es zum 1. April 2020 einen neuen qualifizierten Mietspiegel geben. Die Aufstellung liege dieses Mal federführend in der Hand der Stadt Minden, nachdem der Mietspiegel 2016 als Gemeinschaftswerk herausgegeben und 2018 von der Stadt Minden mit einem Verbraucherpreis-Index von plus 2,3 Prozent fortgeschrieben wurde.

Außerdem soll die Erfassung schwerpunktmäßig über einen Online-Fragebogen erfolgen, der derzeit vom Geoservice und einer Statistikstelle erarbeitet und voraussichtlich Ende Mai auf der Website der Stadt Minden eingestellt werde.

2016 konnten so für den Mietspiegel rund 3200 Datensätze erfasst und ausgewertet werden – Angaben, die Privat-Vermieter als auch große Wohnungsbaugesellschaften lieferten. Das war im Vergleich zur Gesamtmieteranzahl natürlich viel zu wenig. Deshalb kündigt Benjamin Groß, Leiter des Bereichs Vermessung und Geoservice, an: „Wir hoffen dieses Mal auf eine höhere Beteiligung.“

Sobald der Online-Fragebogen online ist, können sich an der Erfassung anonym und freiwillig bis Anfang August beteiligen:

  • alle Mieterinnen und Mieter in der Stadt Minden – egal, ob sie über einen Privatvermieter ihren Mietvertrag abgeschlossen haben, über eine Wohnungsgesellschaft oder -genossenschaft (das kann zum Beispiel auch die LEG Immobilien AG sein),
  • alle Haus- und Wohnungseigentümer/innen, die in der Stadt Minden Häuser und/oder Wohnungen vermieten.

Abgefragt werden in dem Online-Fragebogen – ohne Nennung des Namens – unter anderem:

  • Straße und Hausnummer
  • Geschoss der Wohnung
  • Kaltmiete
  • Typ (z.B. Ein- oder Mehrfamilienhaus)
  • Lage
  • Baujahr des Mietshauses
  • Größe in Quadratmetern
  • Anzahl der Räume
  • Ausstattung (zum Ankreuzen) wie beispielsweise Fahrstuhl, hochwertige Bodenbeläge (sofern im Mietvertrag vereinbart), Art der Heizung, Balkon/Terrasse, Isolierverglasung der Fenster, Wärmedämmung der Fassade.

So könnten Dopplungen vermieden werden, erläutert Groß. „Alle diesen Angaben können dann elektronisch ausgewertet werden und fließen in den neuen Mietspiegel mit ein, der ab 1. April 2020 gelten soll.“ Der Mieterverein Minden e.V. sowie Haus und Grund Minden e.V. werden ihre Mitglieder über die Erfassung der neuen Daten informieren und zur Beteiligung aufrufen, erklärt die Stadt.

Einbezogen bei der Auswertung werden, wie in 2016 für den Mietspiegel 2018 (den die Stadt Minden hier veröffentlicht), auch die Träger des Gemeinschaftswerkes. Das seien neben der Statistikstelle der Stadt Minden der Haus & Grund Minden e.V., der Mieterverein Minden e.V., die Genossenschaft für Siedlungsbau (GSW) sowie die Wohnhaus Minden GmbH. (ON: Die LEG Immobilien AG, die einen Großteil an Wohnungen in Minden vermietet, ist unverständlicherweise nicht dabei).

Der Mietspiegel an sich biete eine Übersicht über die ortsüblichen Vergleichsmieten für den nicht preisgebundenen Wohnraum. „Er dient als Richtlinie und gibt den Mietvertragsparteien eine Orientierungsmöglichkeit, um in eigener Verantwortung die Miethöhe je nach Lage, Ausstattung und Zustand der Wohnung und des Gebäudes zu vereinbaren“, erläutert der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian. Zudem biete der Mietspiegel Kostentransparenz für Menschen, die Interesse haben, nach Minden zu ziehen, so die Stadt Minden.

ON: Wichtig ist aber auch zu wissen, dass Vermieter bei Mieterhöhungen sich oft nicht mehr nur auf den örtlichen Mietspiegel stützen, sondern auf drei Vergleichswohnungen (meist teuere Wohnungen aus dem eigenen Wohnungsbestand). Dennoch müssen Vermieter die sogenannten Kappungsgrenzen beachten: Sie dürfen nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete laut Mietspiegel fordern und innerhalb von drei Jahren die Grundmiete höchstens um 20 Prozent erhöhen. Außerdem müssen mindestens 15 Monate vergangen sein, bevor die nächste Mieterhöhung ins Haus stehen darf. Genauer beschrieben mit weiteren Hinweisen zur Mieterhöhung wurde das in der MieterZeitung des Deutschen Mieterbunds e.V., Ausgabe 1/2016, im Bericht Zwei Millionen Mieterhöhungen im Jahr – Rund ein Drittel unzulässig, fehlerhaft oder zu hoch. In einem Bericht vom 18. Februar 2019 auf Mittelhessen.de beispielsweise findet man weitere aktuellere Informationen.

Unterstützt werden soll die Stadt Minden bei der Auswertung aller Mieter-/Vermieter-Daten jedenfalls von einem unabhängigen Institut, das noch ausgewählt werden müsse.

Letztendlich sei damit zu rechnen, dass aufgrund der Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt in den vergangenen vier Jahren seit der letzten Erhebung die Mietpreise auch in Minden höher ausfallen werden, meint Beigeordneter Bursian. Und nach Meinung der Stadt seien die „Mieten in Minden im Vergleich mit ähnlich großen Städten der Region recht günstig“. Entscheidend für den Preis sei neben dem Baujahr, Zustand und der Ausstattung halt auch die Lage.

Zum Online-Fragebogen der Stadt Minden geht’s hier entlang: (ist beendet)

Den Fragebogen zum Ausdrucken, Ausfüllen und Absenden an die Stadt Minden findet man hier. Diesen erhält man auch im Bürgerbüro.

Eine Beteiligung ist noch bis zum 11. August 2019 möglich.

ON: Wir können nur allen Mieterinnen und Mietern in der Stadt Minden anraten, den Online-Fragebogen auszufüllen. Je mehr mitmachen, desto eher bekommen die Stadt und der Mieterverein einen Überblick, wie hoch die Mieten in Minden wirklich ausfallen.

++ UPDATE ++

Mit Pressemeldung vom 10. Juli teilt die Stadt Minden unter anderem mit, dass „keine Namen von Vermietern oder Mietern abgefragt“ werden. Auch erfolge die Auswertung, die ein beauftragtes Institut bearbeitet, anonym. Die Stadt Minden überliefere nur die Daten an das Institut, die keine Rückschlüsse auf Namen oder Adressen zulassen. Sie seien für die Auswertung lediglich stadtteilbezogen. Unterstützt werde die Stadt Minden bei der Auswertung vom unabhängigen Institut ALP – Institut für Wohnen und Stadtentwicklung GmbH.

Textquelle: Pressestelle Stadt Minden, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


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