Neue Woolworth-Filiale in Minden eröffnet am 2. August

Besondere Angebote am Eröffnungstag - am Glücksrad kleine Geschenke gewinnen - Blumenstrauß für den ersten Kunden am Scharn - Geschichte Woolworth

In ein paar Tagen ist es soweit: Woolworth eröffnet seine neue Filiale am Scharn in der Mindener Innenstadt – Symbolfoto: Woolworth GmbH

Nun ist es amtlich. Nachdem die Filiale in der Königstraße geschlossen wurde, eröffnet das Aktionskaufhaus Woolworth am 2. August 2018 seine neue Filiale am Scharn in Minden. Kunden erwartet ein Eröffnungsprogramm mit besonderen Angeboten und Unterhaltung.

Punkt 9 Uhr wird das Unternehmen Woolworth nächsten Donnerstag seine modern eingerichtete, rund 1300 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassende, neue Kaufhausfiliale in der Mindener Innenstadt feierlich eröffnen, bestätigt Diana Peisert von der Unternehmenskommunikation der Woolworth GmbH aus Unna. Zwar sei eine Eröffnungsrede seitens des Unternehmens nicht geplant, erklärt sie weiter auf unsere Nachfrage, aber am Eröffnungstag werden Bezirksleiter Stefan Albrecht und Bereichsleiterin Helga Pruin vor Ort sein, um ein paar Worte an das unterstützende Vertriebsteam zu richten und einen Blumenstrauß an die Filialleitung zu übergeben.

Angebote und Überraschungen am Eröffnungstag

Auch der erste Kunde bzw. die erste Kundin darf sich auf eine blumige Überraschung freuen. Außerdem bietet das Unternehmen zur Eröffnung besondere Angebote an, zum Beispiel Schulranzen für 29,99 Euro, Damenuhren der Marke GUESS für 59,99 Euro und Multikocher für 49,99 Euro.

Zudem wird eine Moderatorin für Unterhaltung sorgen und die Kundschaft kann am Glücksrad drehen und “Give-Aways” (kleine Geschenke) gewinnen.

Filiale in der Königstraße bereits geschlossen

Wie in unserem vorherigen Bericht beschrieben, hat sich die Woolworth GmbH von der ehemaligen Filiale in der Königstraße getrennt. Diese wurde zum 15. Juli geschlossen.

Laut Peiserts Mitteilung vom 25. Juni werden aber alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der neuen Filiale am Scharn beschäftigt.

Erfolgsgeschichte Woolworth-Kaufhäuser

Frank Winfield Woolworth († 8. April 1919), Sohn des Kartoffelbauern John Hubbell Woolworth und dessen Frau Fanny McBrier, entwickelte als Besitzer eines Haushaltswarenladens in den USA ein Konzept, das den Einzelhandel weltweit revolutionieren sollte: Als erster Ladenbesitzer präsentierte er am 22. Februar 1879 seine mit Preisen ausgezeichnete Ware offen auf dem Tresen – zum Anfassen und Vergleichen.

Bis dahin holten die Händler ihre Waren nur auf Wunsch der Kunden aus den Regalschränken. Die Preise erfuhr man erst, wenn man den Kaufmann danach fragte. Zudem führte er Pauschalpreise von fünf und zehn Cent für die meisten seiner Artikel ein, weshalb seine Geschäfte auch “Five-and-Dime-Stores” (Dime = 10-Cent-Stück) genannt wurden. Der Erfolg gab Woolworth recht: Die Menschen kamen in Scharen und der Unternehmer eröffnete gemeinsam mit seinem Bruder Charles Sumner Woolworth etliche weitere Billigläden mit Vollsortiment für den täglichen Bedarf, heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Hätte es den pfiffigen Gründervater aus Pennsylvania nicht gegeben, würden keine Kaufhäuser existieren, könnte man meinen. Doch einen “Aufstieg der Kaufhäuser” hatte man laut einer Studie von Mood Media (siehe absatzwirtschaft.de) in Paris, Nordirland und London bereits im 17. und 18. Jahrhundert zu verzeichnen. Aber die Woolworth-Brüder hätten es als Erstes geschafft, das Anschreibenlassen im Geschäft durch direkte Barzahlung zu ersetzen.

Erster Woolworth-Flyer mit Angeboten zur Neueröffnung am Scharn

1927 eröffnete das US-Unternehmen jedenfalls die erste Filiale in Deutschland, und zwar in Bremen – umgesetzt von der ein Jahr zuvor im Berliner Adlon Hotel gegründeten Tochtergesellschaft. Die Konsumenten waren begeistert von dem neuen Konzept, Waren ausschließlich für 25 oder 50 Pfennige zu erhalten. Woolworth konnte expandieren und besaß bis 1939 82 Filialen in der Weimarer Republik.

Obwohl das Unternehmen während der Kriegszeit von den Nazis zwangsverwaltet wurde und die Bevölkerung ihr Kaufverhalten änderte, schaffte es Woolworth, ab den 1970er Jahren sein Imperium weiter auszubauen in der Bundesrepublik. In den 1980/90er Jahren war Woolworth als günstiges Kaufhaus für jedermann bekannt.

1998 aber trennte sich die deutsche Tochtergesellschaft von dem amerikanischen Mutterkonzern, der seine US-Kaufhäuser ein Jahr zuvor ganz geschlossen hatte, genau wie in Kanada und Großbritannien. Seitdem sind Woolworth-Kaufhäuser nur noch außerhalb der USA zu finden (wobei man den Firmennamen immer noch “Wulwörs” ausspricht). Und deren Besitzer wurden zu unabhängigen regionalen Gesellschaften. So betrieb Woolworth in Deutschland 2005 schon insgesamt 330 Filialen (202 Kaufhäuser und 128 „Minis“ mit einer kleineren Verkaufsfläche).

Im April 2009 stand Woolworth jedoch kurz vor der Insolvenz, nachdem ein Investment- und ein Capital-Unternehmen die Führung übernahmen. Ausschließlich Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Ottmar Hermann (hww) gelang es, eine Schließung durch einen sogenannten “Asset Deal” zu verhindern. Die Investoren entwickelten ein neues Konzept für ein innovatives und modernes Kaufhausunternehmen: die Woolworth GmbH. Seit 1. Juli 2010 befindet sich die Zentrale der Woolworth GmbH in Unna.

Und seitdem läuft es wieder richtig gut. Woolworth ist zurzeit an über 350 Standorten in Deutschland vertreten. Gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kundinnen und Kunden will das Unternehmen auf 800 Filialen bundesweit wachsen – getreu seinem Motto: Waren des täglichen Bedarfs für jedermann zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Weitere Informationen findet man unter woolworth.de.

Quelle: Woolworth GmbH, Wikipedia, absatzwirtschaft.de, OctoberNews


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