Mindens Bürgermeister kam nicht zum Gedenken an Breitscheidplatz-Opfer

AfD Minden-Lübbecke kritisiert: Bürgermeister Jäcke erschien in Minden nicht zu den Gedenkminuten an Anschlagsopfer vom 19. Dezember in Berlin

Zahlreiche Mindener Bürgerinnen und Bürger sowie AfD-Mitglieder aus dem Mühlenkreis gedachten am 19. Dezember auf dem Mindener Weihnachtsmarkt 2017 der Opfer vom Anschlag in Berlin in 2016 – Mindens Bürgermeister Jäcke war nicht dabei – Foto: AfD Minden-Lübbecke

„Beschämend.“ Mit diesem Wort beschreiben die Parteipolitiker der Alternative für Deutschland (AfD) das Fernbleiben des Bürgermeisters der Stadt Minden, Michael Jäcke, von den Gedenkminuten in der Mindener Innenstadt an die Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt (Breitscheidplatz) in Berlin am 19. Dezember vor einem Jahr.

„Gedenken an Terror-Opfer vom Breitscheidplatz – Bürgermeister bleibt fern“, heißt es in der Pressemeldung des Kreisverbands der AfD Minden-Lübbecke vom 20. Dezember, dessen Parteimitglieder, wie beispielsweise der Stellvertretende Sprecher Burkhard Brauns aus Minden, an den Gedenkminuten auf dem Mindener Weihnachtsmarkt teilnahmen. Und sie schildern die bewegenden Momente:

„Weihnachtsmarkt Minden, 19. Dezember 2017. Um genau 20.02 Uhr erlöschen die Lichter an Karussells und Buden, es wird still.

Auf einem Podest zwölf Kreuze, eines für jedes Todesopfer. Eine Vielzahl von Kerzen und weiße Rosen. Stille tritt ein, dann erklingen minutenlang die Glocken der altehrwürdigen Ratskirche Sankt Martini.

Ein berührender und in Gedenken an die vielen unschuldigen Opfer des Terrors exakt ein Jahr zuvor auch durchaus schmerzhafter Moment des gemeinsamen Innehaltens.“

Auf dem „Podest“ auf der Martinitreppe, wo am 18. Dezember eine Krippe aufgebaut stand, fanden am 19. Dezember zwölf hölzerne Kerzenständer ihren Platz in Gedenken an die Anschlagsopfer Berlins vor einem Jahr – Foto: onm

Mit „Podest“ meinen die AfD-Mitglieder einen Platz auf der Martinitreppe direkt gegenüber dem Rathaus (das gerade saniert wird), wo ein Holzverschlag steht, der für den Krippenaufbau, Musikauftritte, Eröffnungsrede des Bürgermeisters und anderes genutzt wird auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Minden.

Doch „mit großer Verwunderung und Befremden“ mussten die Parteimitglieder der AfD wie auch die erschienenen Weihnachtsmarktbesucher und vor allem die Mindener Bürgerinnen und Bürger an diesem Abend das Fehlen „ihres“ Bürgermeisters Jäcke zur Kenntnis nehmen, erklärt die AfD aus dem Mühlenkreis und weiter: „Vonseiten des Stadtoberhauptes oder seiner Vertreter keine auch noch so kleine Geste den Opfern und Hinterbliebenen gegenüber. Auf Nachfrage bei Minden Marketing wurde uns mitgeteilt, Herr Jäcke habe wohl ‚andere Termine‘ gehabt.“

Dazu die AfD: „Mit größtem Befremden ist festzustellen, dass es dem Bürgermeister der Stadt Minden zwar möglich ist, sich bei mannigfaltigen Veranstaltungen einzubringen, aber es nicht für notwendig zu halten scheint, an einem kurzen Gedenken zu Ehren der Opfer islamistischen Terrors persönlich teilzunehmen. Mit einem Wort: Beschämend.“

Das Fernbleiben des Mindener Bürgermeisters „verwundere umso mehr, als dieses mit der Partnergemeinde Charlottenburg-Wilmersdorf abgesprochene Gedenken in Medien bekannt gemacht wurde“, so die AfD-Mitglieder abschließend. (In dem Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf geschah der Anschlag).

Tatsächlich hat auch die OctoberNews-Redaktion die Pressemeldung der Stadt Minden vom 7. Dezember über die angekündigten Gedenkminuten in Teilen in ihren Bericht vom 10. Dezember übernommen und umfassend dementiert, was beispielsweise die verzögerte Entschädigung der Berliner Anschlagsopfer angeht. Auch dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) es ein Jahr lang nicht für nötig hielt, den Angehörigen zu kondolieren, deren Enttäuschung erst nach ihrem offenen Brief vom 1. Dezember 2017 an die Kanzlerin Gehör fanden.

Letztendlich entschuldigte sich die Bundeskanzlerin am Gedenktag in Berlin unter anderem mit den Worten „Heute ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag des Willens, das, was nicht gut gelaufen ist, besser zu machen.“ wie auch der Bürgermeister von Berlin und weitere Verantwortliche für die Missstände. Zudem wurde der Opferfonds für die Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags auf dem Berliner Breitscheidplatz von 1,8 auf 3 Millionen Euro aufgestockt. Genauere Informationen rund um den Anschlag in Berlin vom 19. Dezember 2016 findet man in der Onlineausgabe der Berliner Zeitung.

Quelle: Pressemeldung AfD Minden-Lübbecke, Umformulierung/Ergänzung: OctoberNews


Für ON zahl ich freiwillig
WERBUNG:
Diesen Bericht empfehlen/teilen:
Dieser Bericht wurde 845 mal gelesen. Vielen Dank! Und hier finden Sie weitere:

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.